Archiv für Schnüffelminister

Sehr geehrter Herr Schäuble….

Vor langer Zeit lebte im fernen Chinesien der schönste Vogel aller Zeiten, mit Namen Malimbu. Doch viele Katzen, Marder und Raubvögel trachteten ihm nach dem Leben. Der Kaiser liebte ihn aber inniglich. Deshalb liess er den Vogel einfangen. Seit diesem Tag saß er in einem goldenen Käfig. Hier fehlte es ihm an Nichts. Malimbu war in Sicherheit und bekam das beste Essen. Trotzdem wurde das Vögelchen immer trauriger und sehnte sich immer mehr nach der Freiheit. Schließlich stellte er sich tot, und als der Kaiser ihn aus seinem Käfig nahm, flog er so schnell er konnte bis in die Mongolei. Dort lebte er voller Gefahren, aber glücklich bis ans Ende seiner Tage.

Chaos Computer Club fordert nach Telekom-Spitzelaffäre wirksamen Schutz vor Datenverbrechen

Die 10 Gebote/Forderungen des CCC:

  1. Sofortiger Stop der Vorratsdatenspeicherung.
  2. Vollständiger Verzicht auf die Erhebung und Aufzeichnung nicht benötigter Verbindungsdaten.
  3. Rechtliche Sanktionierung und Einführung eines Schadenersatzanspruches für die Opfer der Datenverbrechen.
  4. Persönliche Haftbarkeit von Vorständen und Geschäftsführern für Datenverbrechen ihres Unternehmens.
  5. Uneingeschränktes sofortiges Auskunftsrecht der Bürger gegenüber Unternehmen bezüglich der über ihn gespeicherten Daten, deren Weitergabe und Verwendung.
  6. Verarbeitung und Speicherung von Daten deutscher Bürger außerhalb des Geltungsgebietes des deutschen Datenschutzrechts nur mit aktiver Zustimmung des Betroffenen.
  7. Kontrolle und Regulierung von privaten Schnüffelfirmen.
  8. Die Position der Datenschutzbeauftragten muss gestärkt werden.
  9. Datenschutz in Europa wirkungsvoll durchsetzen.
  10. Schutz von Whistleblowern.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Ha, da haben wir es wieder….

„In einer globalisierten Welt könne ein Staat nicht mehr zwischen innerer und äußerer Sicherheit unterscheiden. Deshalb müsse auch die Bundeswehr Aufgaben im Innern übernehmen, deshalb sei auch ihr Afghanistan-Einsatz gerechtfertigt.“ Hat unser Oberschnüffelminister lt. sueddeutsche.de zuletzt von sich gegeben. Und ich habe mich schon gefragt, wann diese Forderung mal wieder aufs Neue auf die Tische kommt.

Aber Schäuble wäre nicht Schäuble, könnte er da nicht noch einen draufsetzen: „Zunehmende Schwierigkeiten habe er damit, dass ein Terrorist den gleichen Schutz des Grundgesetzes genießen solle wie jeder Bürger.“

Puh. Das ist aber wirklich wieder harter Toback. Würde ein LINKER so was sagen, man würde ihn öffentlich vierteilen und ihm jeden Weg in der Politik verwehren. Herr Oberschnüffelminister möchte also Menschen in mindestens 2 Klassen einteilen. (Damit passt er natürlich perfekt zur Forderung seines CDU-Kollegen Gottfried Ludewig, der ja auch ein Zwei-Klassen-Wahlrecht fordert).

Die Bürger und die Terroristen – Der eine hat Rechte, der andere keine, wird zum Mensch Zweiter Klasse. Und wenns nach unserem Oberschnüffelminister geht, dann reichen dafür ja schon Verdachtsmomente. Heute sollen es also die Terroristen sein, früher waren es die Juden, die Schwulen, die Frauen, wer auch immer. Da tun sich Abgründe auf, als wenn wir nichts gelernt haben. Armes Deutschland.

Verleihung der BigBrotherAwards 2008

Die „Auszeichnungen für Datenkraken“ werden im Rahmen einer großen Gala am Freitag, 24. Oktober 2008 von 18 bis 20 Uhr im „Historischen Saal“ der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld verliehen.

Bis zum 15. Juli 2008 können Sie hier Organisationen, Institutionen, Verbände oder Personen nominieren, die Ihres Erachtens für die Verleihung eines BigBrotherAwards in Frage kommen.

Big Brother Awards.de

P.S. Da vermutlich genug Vorschläge bzgl. unseres Oberschnüffelministers eingehen werden, habe ich mal LIDL nominiert, für die umfangreiche Bespitzelung der eigenen Mitarbeiter.

Onlinedurchsuchung und kein Ende… Die spinnen die Römer!

Bayern gibt sich mit dem Berliner Kompromiss zu Onlinedurchsuchungen nicht zufrieden. Bayerns Justizministerin Beate Merk kündigte eine Ausweitung der Onlinedurchsuchung auf weitere Bereiche an. Auch in die Wohnung sollen Strafverfolger „selbstverständlich“ eindringen dürfen.

(weiterlesen auf golem.de)

Das Trojanische Pferd aus Berlin

Der Bundestrojaner wird, in welcher Form auch immer, vermutlich kommen. Da sind sich SPD und CDU ja einig (dass alle anderen Parteien dagegen sind interessiert ja eh niemanden). Gibt es nur noch ein Problem, wie bekommt man das possierliche Tierchen nun auf die Rechner der potentiellen Bösewichte. Online oder Offline? Da streiten sich die Gemüter. Es geht hin und her und keiner weiß wo es nun wirklich lang geht.

Gehen wir mal von der Online-Version aus. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Gezielt in den Rechner des zu observierenden hacken, ihm per Mail einen Virus/Trojaner unterjubeln, mit ein wenig phishing Zugang zu seinen Daten bekommen, ihn auf irgendeine Seite locken und ihm dort etwas andrehen… Die Möglichkeiten scheinen vielfältig. Und beim Otto-Normal-DAU der auch bisher nicht in der Lage war seinen Rechner gegen Viren oder Trojaner zu schützen wird das auch kein Problem sein. Firewall, was ist eigentlich eine Firewall? Aber ob der potentielle Terrorist genauso dämlich ist? Verbreitet er überall seine Mail-Adressen, öffnet er irgendwelche Mails mit Anhängen, hat er einen unverschlüsselten Rechner rumstehen – Wer’s glaubt soll wirklich selig werden.

Fies wäre die Möglichkeit mit den Herstellern von Software wie Betriebssystemen zusammen zu arbeiten und so quasi auf jedem Rechner ein Hintertürchen zu haben, aber ich denke, so was würde irgendwie bekannt werden und das wäre es dann gewesen mit dem Hersteller.

Also müssen wir doch, ganz trivial, offline auf den Rechner zugreifen. Damit das keiner merkt, muss das geschehen, wenn keiner zu Hause ist. Also ein Einbruch. Ob das mit unserem Grundgesetz wirklich vereinbar ist? Und was passiert, wenn besorgte Nachbarn die Polizei rufen? Oder der Gauner ein Schloss vor der Tür hat, vielleicht eine Alarmanlage? Fragen über Fragen.

Und wie bekommt man fremde Software auf einen Rechner, wenn dieser sogar nur durch ein einfaches Passwort geschützt ist – ohne dass der Eigentümer was merkt? Also scheint auch diese Variante nicht ganz einfach zu sein.

Außerdem wollen wir nicht vergessen, dass eine Software viel Geld kostet. Also produziert man erst mal nur für Windows (siehe Elster, gibt’s immer noch nicht für den Mac). Vermutlich gibt’s bald nen Linux und Mac-Hype unter Terroristen, oder wir landen auf irgendwelchen Listen, wenn wir Rechner ohne Microsoft kaufen.

Also irgendwie scheint mir das nicht ganz bis zum Ende gedacht. Aber das ist nur so ein Gefühl.

Der Angriff der Terror-Computer

„Terroristen nehmen keine Rücksicht auf unsere Debatten. Daher mein Drängen, die Online-Durchsuchung für Terror-Computer schnellstmöglich in das Gesetz zu nehmen“, erklärte der CDU-Oberschnüffelminister in einem Beitrag für «Bild am Sonntag».

Jetzt fange ich langsam an, mich zu ängstigen. Was sind denn jetzt schon wieder „Terror-Computer“? Zylonen des Terrorismus? Terminator 2007? Tron der Cyberspace-Terroristen?

Das klingt gefährlich, auf jeden Fall. Da bin ich natürlich auch dafür, diese modernen Terror-Computer zu durchsuchen, da fühle ich mich gleich viel besser.

In freudiger Erwartung.

Bald ist er da. Der Personalausweis mit Fingerabdruck. SDP und CdU scheinen sich nun einig zu sein, unsere Ausweise mit biometrischen Daten auszurüsten, diese aber auf keinen Fall irgendwo zu speichern.

Die Bürger erhielten „einen zeitgemäßen Personalausweis“, der „der beste der Welt“ sein werde, so Wiefelspütz. Die Aufnahme der Fingerabdruckbilder sei ein diskussionswürdiger Punkt gewesen. Doch angesichts der Vorteile, die dem Bürger mit dem neuen Dokument erwüchsen, […], werde er Zustimmung empfehlen. Andere SPD-Innenpolitiker äußerten sich ähnlich.

So, so. Da bin ich jetzt aber wirklich mal gespannt welche Vorteile mir so ein Ausweis denn dann wohl bringen wird. Ich kann es kaum erwarten.

Oh Oh – ich bin verdächtig…

Mein Seite wird von unserem Ministerien überwacht. Aber ich habe doch nichts zu verbergen. Dennoch wird meine Seite scheinbar regelmäßig von Rechner aus verschiedenen Ministerien dieses Landes besucht.

Auf ueberwach.de werden Zugriffe der Bundes- und Landesministerien, sowie von Regierungs- und Oppositionsparteien auf teilnehmende Blogs & Websites überwacht. Dabei werden ausschließlich der Zeitpunkt des Zugriffs, die zugreifende Institution und die Url der besuchten Seite protokolliert und auf Vorrat gespeichert. Unbedingt mal angucken, und weg mag – mitmachen.

Mahnwachen gegen den Überwachungsstaat

Die Piratenpartei Hessen ruft zu einer Mahnwache für mehr Bürgerrechte und gegen die Unterwanderungen der Demokratie durch den Staat in Form von Massendatenspeicherung, Rasterfahndungen, Erhebung von biometrischen Daten und Online-Durchsuchungen auf.

Lt. www.wacht.org (wo sich alle weiteren Infos zu den Mahnwachen finden) schwiegen nahezu hundert Teilnehmer am Dienstag Abend auf der Konstablerwache in Frankfurt am Main 15 Minuten gegen den Überwachungsstaat. Die Piratenpartei Hessen empfing zur ersten Mahnwache unter dem Titel „FranfurtErWacht“ und begleitete die Demonstration mit Redebeiträgen und einem Infostand.

Die Mahnwache soll es zukünftig auch in anderen Städten wie Berlin, Dresden, Dortmund, Hannover sowie Jena, Juist und Wetzlar geben.

Auch wenn ich von der Piratenpartei vorher nie was gehört habe, eine Aktion gegen Schäuble und seinen Überwachungsstaat ist grundsätzlich eine gute Idee. Wenn man sich die Themen der Piraten so anguckt, scheinen die Damen und Herren, grundsätzlich interessante Themen aufzugreifen, positionieren sich aber damit ein wenig einseitig: „Staatliche Transparenz statt gläserner Bürger, Informationelle Selbstbestimmung, Kooperation statt Konkurrenz, Open Access, Keine Monopole schaffen – digitale Chancen nutzen!, Gegen den Patentwahn!, Die Privatkopie muss bleiben!“. Denn als angehende Partei, die auch auf Landesebene mitreden möchte, kann man sich für ein Programm nicht nur die Perlen herauspicken und alle anderen Themen weglassen.