Und was kommt jetzt?

„Totgesagte leben länger“ heißt es im Volksmund. Das passt derzeit auch gut auf die FDP (in Hamburg). Seit Wochen und Monaten von den Medien bereits im Abgrund gesehen, sind die Liberalen nach 7 Jahren Abstinenz nun wieder im Hamburger Parlament vertreten.

Was können wir darüber hinaus nun in den Ergebnissen in Hamburg wirklich erkennen?

  • Auch mit 5 Parteien sind absolute Mehrheiten (außerhalb von Bayern) noch möglich
  • Zumindest in Hamburg ist/war man der CDU absolut überdrüssig
  • Was gestern noch langweilig war (Olaf Scholz) ist heute plötzlich seriös, bodenständig und vertrauensvoll
  • Die Linken wollen einfach nicht aufgeben
  • Ergebnisse zählen erst am Wahltag – und nicht an „Wen würden Sie wählen wenn heute Wahl wäre“-Tagen.
  • Die Grünen haben auch als „Dagegen-Partei“ und Total-Verweigerer Ihre Klientel

Und sonst? Ich denke, es wird ein spannendes Jahr für alle Parteien. Und wie vermutlich viele andere auch, wünsche ich mir ein wenig mehr ehrliche Politik und viel weniger Partei-Taktiererei.

3 Kommentare

  1. Politik_Azubi sagt:

    Ehrlich gesagt – es ja niemand erwartet, dass die FDP überhaupt gewählt wird – von daher ist jeder Prozentpunkt ein Erfolg. Und bestimmt ist es nicht Westerwelles Erfolg, sondern zeugt eher von guter/anständiger Arbeit vor Ort. Bundesweite Trends aus dieser Wahl zu sehen halte ich eh für verkehrt.

    Mich freut es nur diebisch, wie dich die Schwarzen auf die Klappe bekommen haben. 🙂

  2. Thomas sagt:

    Oh und… was mir noch einfällt. Die FDP ist nur von 3,6% aller wahlberechtigten Hamburger gewählt worden. Wäre die schlechte Wahlbeteiligung (57%) nur etwas höher gewesen, dann wäre der Einzug der Liberalen in den Senat deutlich unwahrscheinlicher geworden.
    Bei der Linken oder den Grünen gilt die m. E. nicht, denn üblicherweise hilft eine hohe Wahlbeteiligung eher den linken Parteien.
    Wenn die FDP also meint, das ihre „gute Arbeit“ dafür gesorgt hat, das sie wieder im Senat ist, dann muß diese „gute Arbeit“ zur Politik- und Wahlverdrossenheit der Wähler beigetragen haben… was ja nicht ganz von der Hand zu weisen ist 😉

  3. Thomas sagt:

    Naja, bei um die 5% ist es immer Glückssache ob man dabei ist. Diesmal hat die FDP in Hamburg Glück gehabt… und sicher auch von der CDU-Schwäche profitiert.

    Schön fand ich einen Moderation in der Wahlsondersendung auf N3, in der man der „Verantwortlichen für den hohen Sieg der SPD“ im Interview und ich dachte: „Ui, ganz schön Mutig, den Ahlhaus so anzukündigen 🙂 „…

    … gemeint haben sie dann aber doch nur Olaf Scholz. Was kann der den dafür, daß die CDU so „verkackt“ (um mal fefe zu zitieren)?