Lustige Wahlplakate IV – Die XXX (Zensiert)

Ja, da gibt es auch einige dieser, sagen wir mal, rechtsorientierten Parteien. Diese sagen zumeist wenigstens genau was Sie wollen. Mehr gutes weiss ich über solche Parteien (leider) nicht zu berichten. Eine dieser Parteien fordert nun den Austritt aus „DIESER“ EU.

„DIESE“ EU. Habe ich was verpasst? Irgend etwas übersehen?

Oder gibt es noch eine „ANDERE“ EU? Oder vielleicht wollen die Jungs und Mädels auch eine eigene EU gründen? Vielleicht mit den Grenzen von 1914 oder so? Was für ein Schwachsinn – Zum Glück. So kommt hoffentlich niemand auf die Idee, so eine Partei zu wählen.
rep

5 Kommentare

  1. Franky sagt:

    Und deswegen habe ich das geschrieben.

    Ich bin immer noch der Meinung, dass in den etablierten Parteien (und wahrscheinlich in den größeren, nichtetablierten genauso) nur derjenige hoch hinaus kommt und *auch da oben bleibt*, der Ellenbogeneinsatz zeigt, dabei aalglatt und immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

    Ich kenne Dich nicht, ich weiß nicht, ob Du es mal zu etwas bringst und wenn, welche Politik Du dann vertreten wirst, aber vielleicht, unter Umständen, irgendwann wirst Du dich an den Franky erinnern, der in Wirklichkeit garnicht so heißt und sich nicht vertreten gefühlt hat, damals.

    Weiterhin möchte ich noch nachfügen, dass ich keinen Quatsch wie tibetanisches Häkeln studiert habe, sondern wirklich etwas mit Jobaussichten (wie mein Lohnzettel und dort vor allem die Steuern- und Sozialbgabenspalte beweist).

    Außerdem stand ich bereits auf der Landesliste einer Kleinpartei bei der letzten Bundestagswahl. Natürlich ohne Aussicht auf Erfolg, aber gegen die Ohnmacht wollte ich doch etwas tun. Den Platz für die linke Spalte habe ich aber um weniger als 30 Unterschriften verfehlt 😉
    Heute gebe ich mir nichtmal das. Ganz abgesehen davon, dass ich mich in dieser Partei nicht wohlgefühlt habe: Vielleicht kommt ja die Möglichkeit nach der großen Krise, die ich genauso als Notwendig erachte. Es muss erst sehr viel schlimmer kommen, bis es besser werden kann. Der deutsche Michel ist da sehr geduldig.

  2. Thorben sagt:

    Ich kann vieles von dem was Du sagst verstehen, auch wenn ich keinen „Migrationshintergrund“ habe. Vieles in diesem Land läuft seit Jahren falsch und momentan sehe ich wenig Chancen, dass sich da was ändern kann.

    Es zeigt sich leider immer wieder, dass wir Menschen erst dann wirklich bereit für Veränderungen sind, wenn wir existensbedrohende Krisen durchstehen müssen (und die Bankenkrise ist offenbar nicht existensbedrohend genug). Es müssen erst Krisen wir Kriege, Naturkatastrophen, Weltwirtschaftskrisen (wie vorm 2. Weltkrieg) oder ähnliches kommen, bis wir wirklich was ändern. (Genauso werden wir solange Öl verbrennen, bis wir nix mehr haben, und erst dann wirklich gucken, wie es weitergeht).

    Die deutsche Demokratie steht mit dem Rücken an der Wand. Viele Politiker und Ihre Parteien haben nichts anderes mehr auf Lager als blinde Polemik. Dennoch habe ich was gegen Extremismus. Egal ob links, rechts oder religiös- ich glaube mit allen dieses Extremen ist uns nicht geholfen.

    Und die Republikaner sind mir noch den Beweis schuldig, dass sie sich von rechtsextremen Gedankengut entfernt haben.

    Unbhängig davon denke ich, dass der einzige Weg es besser zu machen der ist, selber etwas zu unternehmen. Deshalb schreibe ich dieses Blog, deshalb bin ich in eine Partei eigetreten und engagiere mich für meine Meinung, meine Ideen und Wünsche.

  3. Franky sagt:

    Eigentlich nicht, in meinen Augen wird zuviel getan. Die EU wie vor 15 Jahren wäre super und genug gewesen, seit der Einführung des Euro geht es aber nur bergab. Insofern hat es so etwas wie die EU bisher nicht gegeben, aber wir sind auf dem besten Weg, die EU auf einen bekannten Kurs zu bringen: Den der UdSSR. Demnächst wohl EUSSR?

    Zunächst einmal möchte ich sagen, dass dies damals mein erster Besuch hier auf der Seite war und dieser hier der erste Artikel, den ich gelesen habe, daher kann ich tatsächlich nicht viel wissen, nur erahnen.

    Die REPs geben sich bürgerlich-konservativ, ich kenne sie aus meinen Kindertagen als „rechtsextreme“ Partei, aber selbst bei Wikipedia (die ja eher weniger für ihre Sympahie für „Rechtes“ bekannt wäre) steht mittlerweile, dass sie sich von den Strukturen und Programmen von vor 20 Jahren verabschiedet hätten. Nach dem, was ich über REP weiß, bin ich nicht 100%ig glücklich mit ihnen, aber ich akzeptiere sie als lückenfüllenden Baustein in dem, was man hier Demokratie nennt. Und nach allem, was in diesem Beitrag steht, scheinst Du das nicht zu tun. Was ich besonders schlimm finde: Die REPs sind von all den Parteien, die zur Wahl zugelassen werden, diejenige, die ich noch am wählbarsten finde. Sagt das mehr über mich aus oder mehr über die anderen, etablierten Parteien?
    Gut die Hälfte der Leute geht nicht wählen. Aus Desinteresse, oder weil sie sich nicht vertreten fühlen?
    Wehe der SPD vor der Einführung des Wahlzwanges! Und nicht nur dieser.

    Auch bin ich vorsichtig geworden bei allem, was irgendwie rechtspopulistisch (vor allem das) oder -extrem genannt wird. Ich bin es auch, zumindest wurde ich oft genug so genannt. Ich durfte mich mehr als einmal als Fascho beschimpfen lassen. In diesem Sinne: Guten Tag, ich bin ein Rechtsextremer!

    Ich bin ursprünglich Ausländer. Meine Eltern sind aus dem Sozialismus östlich der DDR geflohen, als ich ein kleiner Stöpsel war. Keiner von uns konnte auch nur ein Wort Deutsch. Guten Tag, ich bin ein Nazi.
    Meine Eltern haben die Sprache ganz ohne Integrationskurse gelernt, ich innerhalb kürzester Zeit im Kindergarten. Mein Vater war Zeit seines Lebens hier in Deutschland vielleicht einen Monat arbeitslos. Meine Mutter hat keine Arbeit gefunden in ihrem eigentlichen Beruf. Zur Not hat sie geputzt und irgendwann dann eine weitere Ausbildung abgelegt und mit Eins abgeschlossen. Ich persönlich habe einen Universitätsabschluss. Wir haben es zu einem Häuschen im Grünen in einer ruhigen Ecke Berlins gebracht und zahlen zusammen so viele Steuern, dass wir noch ein zweites hätten haben können. Aber man gönnt uns das nicht. Wir sind fleißig und damit bürgerliche Kapitalistenschweine. Meine Eltern haben noch einen Akzent. Ich nicht. Wir sind so etwas, was man gut integrierte Ausländer nennen könnte, aber man tut es nicht. Positive Beispiele für Integration sind hier türkische Frauen, die mit 40 Jahren in Vollbadeburka das Schwimmen lernen oder einen Grundkurs Deutsch hin und wieder besuchen. Ich kenne so viele Ausländer, die sich gut integriert haben aus meinem Freundes- und Familienkreis, aus aller Herren Länder. Aber wir werden mit diesen ominösen Leuten „mit Migrationshintergrund“ in einen Topf geworfen. Jeder weiß doch, wer damit gemeint ist. Türken und Araber. Niemand sonst braucht Sonderbehandlungen und dutzende Integrationsveranstaltungen. Aber diese Feststellung macht mich wieder zum Nazi. Tatsachen sind rechtsradikal.

    Ich habe keine Vorstrafen, respektiere das Eigentum anderer. Bin der Meinung, dass man sich das, was man will, erarbeiten muss. Und muss dafür Angst haben, dass mir jemand mein (noch nicht gekauftes) Auto abfackelt, weil ich es im falschen Bezirk parke.

    Ich habe wie gesagt einen Universitätsabschluss und mein Abi an einer Schule gemacht, die man zur Elite Berlins zählen könnte. Aber ich klopfe nur blöde Stammtischsprüche.

    Ich habe lange Haare, aber ich bin in deren Augen ne typische Glatze.

    Mein erstes Kreuz, mit zarten 18, habe ich bei den Grünen gemacht, aber alle sehen mich bei der NPD.

    —-

    Früher war ich stolzer Deutscher, ja stolz, ich habe mich zwar nicht selbst für dieses Land entschieden, aber ich war stolz, ein Teil dessen zu sein, ein Glied in der Kette von Wirtschaftswunder, Erfindungsreichtum, Exportweltmeister, und ich wollte meinen Teil dazu beitragen. Aber was mit diesem Land passiert ist in den letzten Jahren, es macht mich wahnsinnig. Mittlerweile vertritt die CDU Positionen, die der SPD von nicht allzu langer Zeit noch zu radikal links gewesen wären. Mein Stolz auf Deutschland ist nicht mehr gefragt, er ist „Autobahn“, meine Leistungsbereitschaft wird von den Sozialschmarotzern ausgelacht, mein Wunsch nach Häuschen mit Garten, Frau und Familie ist verbohrt, rückständig, spießig. Und es gibt im Gegensatz zu anderen Ländern Europas und der Welt keine Aussicht, dass es in absehbarer Zeit hier anders, aus meiner Sicht besser werden würde, keine Partei, die dafür steht.

    In meinen Augen „hat Deutschland fertig“. Ich hoffe, ich irre mich, aber ich denke nicht, dass ich hierbleiben und es mit eigenen Augen mitansehen will.

  4. Thorben sagt:

    Hm, falls Du meinst, ich würde mir vorschreiben lassen, wen oder was ich wählen soll, oder hier versuchen, es jemandem anderen vorzuschreiben, dann irrst Du Dich. Ich möchte hier nur zum denken anregen, niemand ist gezwungen, die gleiche Meinung zu haben – im Gegenteil: Ich freue mich über jede andere Meinung, über jede Diskussion, die mir meinen Horizont erweitert.

    Und wer ein paar Artikel dieses Blogs gelesen hat, wird sicherlich erkennen können, dass ich weit weg davon bin, Parteipolitik als Lebensziel zu sehen oder ungefiltert alle Vorgaben von „da oben“ weiter zu kauen.

    Trotzdem finde ich, hat die EU uns viel Gutes gebracht. Wir leben in Wohlstand (ich weiß, nicht jeder), haben Frieden in Europa, eine stabile Währung,…. Natürlich ist nicht alles gut, es gibt viel zu viel Bürokratie in der EU, viele Vorgaben wirken Weltfremd – aber daran können und müssen wir eben arbeiten. Sowas wie die EU hat es noch gegeben auf der Welt – es gibt viel zu tun.

  5. Franky sagt:

    Nun ja, zum Glück habe ich noch genug Eigensinn, dass ich mir nicht von anderen Menschen und erst recht Politikern vorschreiben lasse, was ich zu denken und zu wählen habe.

    Und auch wenn es für jemanden, der sich die aktuelle Parteienpolitik als Lebensziel ausgesucht (und damit vermutlich brav jeden vorgekauten Happen von oben übernommen) hat, schwer zu verstehen ist: Ja, ich will auch raus aus DIESER EU. Ich hätte gerne eine EU, die wirtschaftlich und kulturell zusammenarbeitet, den Frieden bewahrt und das Leben einfacher macht. Aber keine, die undurchsichtig, absurd-bürokratisch und vor allem zunehmend diktatorisch oder pansozialistisch wird. Ich will kein Pseudoparlament wählen, welches zu großen Teilen jede Gesetzesvorlage des ZK in Brüssel abnickt und Meinungs- und Redefreiheit zunehmend beschneidet.

    Weitere Ausführungen spare ich mir hier. Entweder man versteht es, oder man will es nicht verstehen.
    Vielleicht braucht es bei dem ein oder anderen aber auch nur noch eine Weile.