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Lidl: Einwohnerantrag gilt nicht

Leine Zeitung vom 20.08.2011

Der Einwohnerantrag gegen die Ansiedlung des Discounters in der “Stadtmitte” von Steinhude ist unzulässig. Über 500 gültige Unterschriften fehlen. Das ist eigentlich eine Steilvorlage für hämische Kommentare und durchaus auch eine Bestätigung derer, die schon seit langem sagen, dass die Unterschriften “aggressiv” und von jedem der nicht bei drei auf dem Baum war, eingesammelt wurden.

Aber damit würde man es sich wohl zu leicht machen. Immerhin sind es noch knapp 1000 Menschen, die aus den verschiedensten Gründen den Antrag/Aufruf unterschrieben haben. Wie viele davon aus Steinhude kommen und/oder wirklich direkt oder indirekt von der Ansiedlung betroffen wären, das ist leider nicht erkennbar. Unabhängig davon wurde, aus meiner Sicht, von Anfang an sehr offen mit dem Thema umgegangen, jeder wurde angehört und viele Änderungen an den ursprünglichen Planungen vorgenommen.

Sowohl im Einwohnerantrag als auch in den letzten Einwendungen der Initiative sind leider keine neuen Argumente hinzu gekommen. Sowohl die Befürchtungen des Übermaß nehmenden Schwerlastverkehres als auch die Verschandelung des Ortskernes konnten im Grunde ausgeräumt werden. Im Grunde ist der Stand also derselbe wie zuletzt im Mai, als Ortsrat und Bauauschuss mehrheitlich für die Ansiedlung gestimmt haben. Auch die Werbegemeinschaft Steinhude unterstützt die Ansiedlung ausdrücklich, ebenso unser Bürgermeister.

Ich hoffe, dass nun endlich Ruhe an dieser Front einkehren wird und der Markt gebaut werden kann. Ich denke, dass alle Steinhuder von den beiden anzusiedelnden Märkten profitieren werden. Jung wie alt, Anwohner wie Feriengast. Mehr Mitbewerber vor Ort schaden selten und vielleicht treffen wir uns ja schon bald beim Einkaufen.

Anonym und mit viel Geld gegen Lidl in Steinhude

Gestern Abend fand ich einen Flyer in meinem Briefkasten: Aufgemacht mit dem schon bekannten Aufruf „Kein Gewerbegebiet Steinhude-Mitte“. Auf Hochglanzpapier, professionell gedruckt und offenbar von Hand verteilt.

Initiative "Lidl an den Ortsrand"

Mit viel Tam-Tam und absolut anonym versucht die Initiative „Lidl an den Ortsrand“ weiter Stimmung zu machen und weitere Gegner zu mobilisieren –offenbar vor dem Hintergrund der anstehenden Beratungen im Ortsrat, Bauausschuss, Verwaltungsausschuss sowie dem Stadtrat. So wird deutlich dazu aufgerufen, am kommenden Mittwoch unbedingt zur nächsten Ortsratssitzung zu kommen um den „Politikern und Großinvestoren zu zeigen, dass der Bürger nicht übergangen werden darf“.

Wieso eigentlich so anonym? Auf dem Flyer gibt es nur eine GMX-Adresse, ein Postfach sowie eine Fax-Nummer. Namen werden nicht genannt? Traut man sich hier nicht zu seiner Meinung zu stehen? Ich stehe offen zu meiner Meinung und kämpfe auch weiterhin für einen Lidl (inkl. Rossmann) an der geplanten Stelle – hier in Steinhude und als Bürgervertreter im Bauausschuss.

Dazu möchte ich noch einmal kurz Stellung zu den (nicht neuen, aber jetzt immerhin teilweise erläuterten) Behauptungen der Initiative meine Meinung sagen:

„Im Wohngebiet soll eine Gewerbegroßanlage entstehen“
Das genannte Gebiet ist kein Wohngebiet, sondern ein Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnraum – deshalb ist auch  nur 20m entfernt ein Jibi-Markt (auch eine Gewerbegroßanlage?) zu finden, außerdem eine Bäckerei, ein Reisebüro, eine Versicherung, ein Aquaristik-Geschäft,…

„Vier Historische Häuser mit Remisen sollen abgerissen werden“
Ist „alt = historisch“ – und „Remise“ ein Qualitätsmerkmal? Hat irgendjemand der Initiative schon einmal mit den Eigentümern gesprochen? Möchte vielleicht jemand der Initiatoren, diese historischen Häuser kaufen – vielleicht ginge das sogar.

„Ruhige Idylle wird zerstört, ein Schulweg gefährdet“
Was bitte ist an einer Tischlerei „ruhige Idylle“? Jeder möge einmal selber durch das Tiefental fahren und sich angucken, wie idyllisch diese Häuser sind- oder eben nicht. Und der Schulweg ist durch die vorhandene Kreuzung schon jetzt nicht optimal, wird aber vom Investor umgebaut.

„Zeitungen schreiben nicht mehr, Leserbriefe werden nicht gedruckt“
Wer schreit, dem will niemand mehr zuhören. So einfach ist das.

„Politik entscheidet am Bürger vorbei“
Nein, in einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Und ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Befürworter in der Mehrheit sind – außerdem ist noch gar nichts entschieden.

„Wirtschaftliche Schäden durch LKW-Verkehr“
Es wird keinen LKW-Verkehr durch die Straße Tiefental geben. Auch die An-und Abfahrten gehen über die Großenheidornerstr.. Außerdem ist kaum davon auszugehen, dass wirklich neuer Verkehr erzeugt wird oder Besucher aus den anliegenden Ortschaften kommen – die sind im Gegensatz zu Steinhude bereits gut mit Lebensmittelgeschäften versorgt.

„Standortalternative am Stadtrand“
Der Stadtrand ist keine Alternative. Er ist keine Alternative für Rentner, Mütter und Kinder, die kein Auto fahren. Er zieht Kunden an den Stadtrand und gefährdet damit wirklich die Geschäfte im Ortskern. Und nein, der höherpreisige Jibi-Markt ist für viele Menschen keine Alternative für den täglichen Einkauf.

„Steinhudes Flair erhalten“
Wenn die Ecke „Großenheidorner Str./Tiefental“ für Steinhudes Flair steht, dann wundere ich mich, warum dort eigentlich kaum Touristen anzutreffen sind. Eine alte, verkommene Tischlerei mit einem Jibi-Markt gegenüber ist definitiv kein Touristen-Magnet. Und ich denke persönlich, die Touristen kommen wegen des Steinhuder Meeres – aber vielleicht ist das nur meine Meinung.

Letzten Endes bringt der Flyer nur wenig neue Erkenntnisse. Es wird immer noch mit Ängsten gespielt, dabei etwas mehr Geld in die Hand genommen und darauf gehofft, dass „dagegen sein“ heutzutage einfach was tolles ist. Das zeigt sich insbesondere dadurch, dass wieder einmal auch Ortsfremde, die davon gar nicht betroffen sind aufgerufen werden zu unterschreiben – so wie auch Touristen lange Zeit vor dem Jibi-Markt zur Unterschrift gegängelt wurden.

Vielleicht kommt ja am kommenden Mittwoch der eine oder andere Befürworter zur Ortsratssitzung – interessant wird es auf jeden Fall.

Der Flyer – als pdf zum Download.

Wir bleiben beim Thema: “Lidl in Steinhude”

Immer mehr Anwohner kommen derzeit auf mich zu, schreiben mir E-Mails, kontaktieren mich auf Facebook oder sprechen mich an. Sie danken mir dafür, dass ich offen meine Meinung sage und damit zeige, dass die Gegner der Lidl-Ansiedlung nicht die Mehrheit stellen. Danke hierfür.

Aber natürlich wenden sich auch die Lidl-Gegner an mich. So gestern Abend per Mail:

“Sehr geehrter Herr Rump,
es ist ja toll das Sie einen Lidl Markt in Steinhude haben wollen.Sie bekommen ihn ja auch nicht direkt vor die Haustür gesetzt.Desweiteren kann ich nicht verstehen warum der Lidl nicht an den Ortsrand kann.Dort hatte Lidl ja sogar schon ein Grundstück aber das ist ja von unseren Herrn Politikern abgelehnt worden.Warum der Aldi nicht nach Steinhude gekommen ist ist ja wohl auch allen klar.Das lag ja auch nur an einem Politiker.
Was den Schulweg anbelangt,haben Sie Kinder?????Sicherlich nicht.Denn um kurz vor 8 ist auch sehr viel Strassen Verkehr und wenn man sich die Straßenführung einmal anschaut dann wird einem schlecht.Da so wie so keiner weiß wie er sich an der Kreuzung verhalten soll.Ich bin auch für einen Lidl Markt aber am Ortsrand.Ach ja es werden Arbeitsplätze geschaffen………. wie viele denn??und zu welchen Konditionen??Leer Stand wird es dann in Steinhude auch geben denn der Schlecker Markt wird kaputt gehen,wenn DM mit in den Lidl Markt geht.Ich bin für einen Lidl wie schon gesagt aber am Ortsrand………….oder vielleicht vor Ihrer Haustür”

Ich freue mich wirklich über jede Reaktion, auch über negative, denn nur so kann man mal ins Gespräch kommen. Auch wenn es immer die selben “Argumente” sind, die an mich herangetragen werden. Besonders beliebt ist offenbar der “Schlecker” vor Ort. Viele Bürger/innen haben offenbar Angst, dass dieser im Zuge der Ansiedlung schließen wird (weil Lidl gleich noch einen Rossmann mitbringt). Aber mal ehrlich. Ich habe noch nie mehr als 1-2 Kunden im Schlecker gesehen – woher kommt plötzlich dieser Ansturm von Solidarität?

Ich habe der Dame auch gleich geantwortet:

“Sehr geehrte Frau Musterfrau,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Zu Ihren Argumenten möchte ich gerne folgendes ergänzen bzw. sagen:

Zunächst einmal wohne ich tatsächlich nicht direkt gegenüber, aber nur ca. 100m Lftlinie entfernt (Knüttenbrink/Bleichenstr.) und dadurch würde ich sehr von den beiden Märkten vor Ort profitieren, das ist Richtig.

Außerdem habe ich einen sechsjährigen Sohn, der in Steinhude zur Grundschule geht. Und gerade deswegen begrüße ich die Ansiedlung von Lidl sogar, weil so die jetzt schon gefährliche Kreuzung (daran ist nicht Lidl schuld) endlich entschärft wird (Da Lidl den Umbau der Kreuzung finanziell unterstützt).

Meine Frau und ich bekommen im Sommer ein zweites Kind, und auch vor diesem Hintergrund (und das betrifft nicht nur uns) wäre es wünschenswert einen Discounter und eine Drogerie vor Ort zu haben, die ohne KFZ, nur mit Kinderwagen erreichbar ist.

Und zu dem Thema Leerstand: Wenn der Schlecker so beliebt ist (ich kaufe dort nicht ein), dann muss sich doch niemand Sorgen darum machen, dass er wegen des Rossmanns weggehen wird. Jeder kann doch selber entscheiden wo er einkauft. Wenn Sie lieber bei Schlecker einkaufen nimmt Ihnen das doch niemand weg – und vielleicht ist es dann der Rossmann der irgendwann aufgibt.

Sogar die Geschäftsführung des Jibi ist für die Ansiedlung direkt vor Ort – weil sich die Sortimente ergänzen und beide davon profitieren würden. Ich sehe wirklich wirtschaftlich keine Nachteile und auch keinen zu hohen Preis, mit dem die Arbeitskräfte erkauft werden.

Es wird keinen “Schwerlastverkehr” im Tiefental geben, alle LKWs müssen direkt über die Großenheidorner Straße anliefern – und die 1-2 LKW pro Tag werden dort vermutlich nicht negativ auffallen.

Sie sehen hoffentlich, dass ich mir auch viele Gedanken zu dem Thema gemacht habe und das es mich persönlich auf vielfältige Art und Weise auch betrifft. Und gerade deswegen finde ich die aktuelle Kampagne unpassend. Weil Sie größtenteils auf Unwahrheiten beruht und gezielt mit den Ängsten der Anwohner spielt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen, worauf meine Meinung beruht und bedanke mich noch einmal vielmals für Ihre E-Mail. Denn nur in einem sachlichen Austausch Miteinander wird sich hier eine tragbare Lösung finden lassen.”