Videoüberwachung bringt keinen Sicherheitsgewinn

Golem.de schreibt: „Videokameras ersetzen keine Polizeiarbeit. Ein Vergleich von London mit New York, den der American Spectator vergangenes Jahr anstellte, liefert dafür eindrucksvolle Belege. New York und London sind mit acht bzw. sieben Millionen Einwohnern ähnlich groß. Die Ausgaben für die Polizei sind ebenfalls vergleichbar. Allerdings werden die Mittel sehr unterschiedlich ausgegeben. Während New York 40 Prozent mehr Polizisten auf den Straßen hat, fließen in London deutlich größere Mittel unter anderem in die Videoüberwachung und die amtliche Verfolgung von „politisch nicht korrekten Äußerungen und Verhaltensweisen“. Das Ergebnis der unterschiedlichen Polizeistrategien: „Aktuelle Schätzungen der Verbrechensraten gehen davon aus, dass die Verbrechensrate in London rund sieben Mal so hoch ist wie die von New York“, so der American Spectator.“

Die Liberalen im Londoner Parlament haben die Statistiken der britischen Polizei in Bezug auf die Installation von Videokameras ausgewertet. Schätzungsweise 1 Million Videokameras sind auf der Insel in Betrieb, davon über 10.000 alleine in London. Das Ergebnis? Kein Messbares offensichtlich. Denn „Überwachungskameras sind nicht das Allheilmittel, als das Sicherheitspolitiker sie der Öffentlichkeit immer wieder anpreisen. Weder senken sie die Verbrechensrate nennenswert, noch garantieren sie eine höhere Aufklärungsquote“ so golem.de.

Das erinnert mich ein wenig an die biometrischen Reisepässe oder die Überwachungs-Gesundheitskarte. Auch hier ist kein wirklicher Sicherheitsgewinn zu erwarten. Kosten in Milliardenhöhe werden unter scheinheiligen Argumenten getätigt, aus meiner Sicht nur, um freie Meinung und Individualität zu unterdrücken. Denn, wer ständig Angst hat, per Kamera, Onlineüberwachung, Vorratsdatenspeicherung o.ä. überwacht zu werden, wird sich garantiert anders verhalten. Und wenn die Verbrecher eben nur noch vorsichtiger vorgehen.

Interessant finde ich auch die o.g. Aussage, dass in London viel Geld in die Verfolgung von „politisch nicht korrekten Äußerungen und Verhaltensweisen“ investiert wird – das ist wahrlich ein Schutz der Bürgerrechte und hilft uns wirklich weiter. Wenn es nicht alles so traurig wäre, ich würde nur noch darüber lachen. Was wir mit diesen verschwendeten Steuergeldern so alles sinnvolles erreichen könnten, ich mag gar nicht darüber nachdenken. Aber wen kümmert das in unserer Regierung schon, solange der Dispokredit kein wirkliches Limit hat.

Ein Kommentar

  1. Oberlehrer sagt:

    Gerade letztes Wochenende bin ich diesbezüglich wieder belehrt worden: Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten! Ich habe dann nochmal nachgefragt, ob ihm die grobe geschichtliche Entwicklung seit dem 14. Juli 1789 bekannt sei und um welche Werte es dabei gehe? Die erstaunliche Antwort: Daß ihn dies alles nicht interessiere, sei Meinungsfreiheit, ob ich die ihm jetzt verbieten wolle… [Unternehmensberater im IT-Bereich]