Wenn ich König von Deutschland wäre (II)

.. würde ich dafür sorgen, daß Familien mit Kindern weniger in die Rentenversicherung einzahlen müssten, als kinderlose. Kinder bedeuten weniger Einkommen und mehr Ausgaben und sichern die Rente für Alle. Da kann es nicht sein, dass Eltern so vernachlässigt werden.

19 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    @ letzter Kommentar:

    Da mische ich mich einfach mal ein: Es gibt keine Lösung, die beide Seiten gleichzeitig zufrieden stellt.

    Es ist ja auch nicht so, dass man als Kinderloser im Geld schwimmt, während Eltern grundsätzlich am Hungertuch nagen. Vielleicht hat sich ein Kinderloser ja auch deswegen gegen Kinder entschieden, weil er es sich aufgrund seiner unsicheren beruflichen Lage nicht leisten kann, für ein Kind zu sorgen (ganz unabhängig von Betreuungsmöglichkeiten, denn angesichts vieler befristeter Arbeitsverträge und Umzüge quer durch die Republik wegen neuer Jobs hat man dann keinen Platz für ein Kind).

    Als Kinderloser sehe ich die Forderung nach einer Besserstellung für Eltern bei der Rentenversicherung mit gemischten Gefühlen. Denn worauf begründen Eltern diese Forderung? Weil das Kind irgendwann mal (hoffentlich) Beitragszahler wird. Dies spielt aber bei der Entscheidung für ein Kind absolut keine Rolle, sondern ist nur ein „Nebeneffekt“. Kinder bekommt man aus rein egoistischen Motiven, alles andere liefe ja auf eine Verstaatlichung des Kinderkriegens und der Kinder hinaus. Wer sich Kinder anschafft, weiß, dass er danach kürzer treten muss. Dafür zahlt aber eine Familie mit durchschnittlichem Gehalt und zwei Kindern kaum Einkommenssteuer und erhält obendrein Kindergelt, Elterngeld, kostenlose Mitversicherung in der GKV etc. Ein kinderloser Single gibt dafür die Hälfte seines Bruttolohns ab.

    Man muss auch bei Entscheidungen für eine höhere finanzielle Unterstützung für Eltern bedenken, dass es nicht wenige Menschen gibt, die dies dann entsprechend ausnutzen (Stichwort: keine Ausbildung, kein Job, schlechte Zukunftsaussichten -> Kinder als Einkommensgrundlage).

    Sorgen wir besser dafür, dass Mütter schneller wieder in den Beruf zurückkehren können durch bessere Betreuungsmöglichkeiten, damit sie selbst für ihre Altersvorsorge sorgen können. Und Eltern, die trotz bestehender Betreuungsmöglichkeiten trotzdem ihr Kind die ersten Jahre komplett selbst aufziehen (und dann meist direkt das zweite oder dritte hinterher kriegen), die muss die Gemeinschaft nicht mit Beitragszahlern gleichstellen. Private Entscheidungen müssen auch private Folgen haben.

  2. Der Chef sagt:

    @Jan: Jetzt hast du viel Kraft und wohl auch Zeit investiert und möglichst viele Gegenargumente gegen Ciervas und auch meine Meinung zu finden – Dein Gutes Recht. Wie ich sehe, bist du auch in einer Partei aktiv und da finde ich, es sollte Dir auch möglich sein, nicht nur destruktiv sondern auch konstruktiv zu agieren.

    Also zuhören, welche Sorgen andere Menschen in diesem Land haben und sich Gedanken machen, wie man das ändern kann.

    Genau das versuche ich in diesem Blog und ich weiß, dass bestimmt nicht alle Ideen gut, perfekt, brilliant oder überhaupt umsetzbar sind – aber es sind Ideen. Eine Grundlage um überhaupt was zu tun.

    Was denkst Du, wie die in diesem Beitrag und in diesen Kommentaren genannten Probleme denn gelöst werden können – denn glaube mir, Cierva und ich werden definitiv nicht die einzigen Eltern sein, die in dieser Richtung denken.

    Was kann die Politik tun um beide Seiten gerecht zu behandeln, dabei aber keinen zu vergessen?

    Ich freue mich auf interessante Anregungen deinerseits.

  3. Jan sagt:

    Die Hürden für ausländische Facharbeiter gehören natürlich vollständig beseitigt. Ausländer sind auch nicht das Problem, solange bei uns Bildung stimmt. Da liegt natürlich einiges im Argen, das ist aber ein anderes Thema.

    Deine „Beweise“ sind doch nichts anderes als dass, was „Die Linke“ und Konsorten ständig verbreiten, die weisens genauso wenig nach wie du.

    „Betreuungsangebote seitens der Arbeitgeber sind die Ausnahme“

    Ja, noch. Aber immerhin gibt es sie und in dem Fall hat das viel damit zu tun, dass attraktive Arbeitnehmer eben etwas wert sind. Nichts anderes habe ich gemeint.

    „Seit der Einführung des Rentensystems, also seit 1957!, werden Eltern BESTRAFT.“

    Man kann doch Kinder nicht auf das reduzieren, was sie kosten?! Wer es als Strafe empfindet, Kinder zu haben, der sollte es sein lassen, ehrlich.

    „haben wir jetzt ein demografisches Problem.“

    Also ich persönlich habe gar kein demografisches Problem. Aber ich sehe es auch genau anders herum: Wenn man ein System auf gewisse gesellschaftliche Fundamente stellt, die auch mal wegfallen können, dann kann man irgendwann ein Problem bekommen. Ich bin aber in dem Fall für eine Änderung des Systems, als dafür, die Symptome zu bekämpfen. Vor allem, wenn es so tief in meine persönliche Entscheidungsfreiheit eingreift und einem von allen Seiten, vor allem von oben, beinahe schon ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, nur weil man weder Zeit noch Geld hat, Kinder aufzuziehen.

    Und was soll dieses „Sarkasmus an“-Zeugs? Kein Bock auf Kindergeld? Kein Ding, muss man nicht nehmen. Ich habs auch nur als Beleg angeführt, dass es ja nicht so ist, dass nun gar keine Kohle für Kinder ausgegeben wird. Über Sinn und Unsinn des Ganzen kann man ja streiten – aber ich bleibe dabei: Es wäre ungerecht, wenn Kinderlose mehr für ihre Rente zahlen sollen als Menschen mit Kindern.

    Arbeitslosigkeit ist natürlich ein ganz anderes Problem. Ich habe nichts dagegen, wenn Kinder armer Leute mehr unterstützt werden aber die aktuelle Politik zielt jawohl mehr auf das Prinzip Gießkanne.

    Mir könnte natürlich immer noch die Frau davonlaufen und mich mit meinen Kindern sitzen lassen. Aber solche Schicksalsschläge kann ich ja nun nicht der Allgemeinheit aufbürden wollen. Das würde in letzter Konsequenz doch sehr zu weit führen, denke ich.

    Kinder gehören in Deutschland schon auch ganz normal dazu. Natürlich gibts Probleme bei der Betreeung. Bei uns muss man wohl schon bei der Geburt sein Kind im Kindergarten/Hort/Krippe anmelden, damit man einen Platz bekommt.

    Das ist allerdings ein Problem, dass sich mit dem Rückgang von Kindern letztlich von selbst löst.

    Wenns aber darum geht, hier konkret etwas zu verbessern, dann bin ich sofort dabei. Ist allerdings (jedenfalls in Niedersachsen) Sache der Kommunen und hat erstmal mit Deutschland nichts zu tun. Das hat vor allem den Vorteil, dass Betroffene wie du selbst relativ einfach etwas daran ändern können.

    Ich hab auch kein Problem mit ner Ganztagsschule – wo für mich das Mittagessen selbstverständlich stattfinden muss, ich fänds sogar einen bedenkenswerten Ansatz, die Kinder selbst kochen zu lassen.

    Wogegen ich etwas habe ist aber dieses „für alle“, klingt schonwieder nach Zwang – dass brauchen wir nicht.

  4. cierva sagt:

    @ Jan

    Deine Prognose vom 16.06.2008 ist schlicht und einfach falsch.
    Beweis? Schau Dir die Entwicklung in Deutschland in den letzten Jahren an. Kindermangel führt lediglich zu einer KinderENTwöhnung in Dt., der Fachkräftemangel führt dazu, dass die Hürden für ausländische Fachkräfte gesenkt werden, Arbeitgeber sind immer weniger bereit, existenzsichernde Löhne zu zahlen, da sie flexible und billige Arbeitskräfte ausreichend bekommen, nicht zuletzt durch den Zwang zur jeglichen Arbeitsannahme im SGBII (HartzIV). Betreuungsangebote seitens der Arbeitgeber sind die Ausnahme, aber die werden in der Presse hochgepuscht, so dass ein verzerrtes Bild der Realität entsteht.

    >> Denn spätestens dann wäre es doch eine Art Strafsteuer für Kinderlosigkeit.

    Seit der Einführung des Rentensystems, also seit 1957!, werden Eltern BESTRAFT. Ich finde, es wird langsam Zeit, mit dieser Ungerechtigkeit aufzuräumen.

    >> Sollte es meiner Regierung nicht schnurz sein, wie die Geburtenrate aussieht?

    Genau das war es jahrelang: und deswegen haben wir jetzt ein demografisches Problem.

    >> Und dann gibts noch das Kindergeld…

    *Sarkasmus an:
    Juchuuu, Kindergeld, dafür verzichte ich doch gerne auf die Hälfte meines Gehalts (!), schaffe mir gleichzeitig eine größere Wohnung an, zahle Kinderbetreuungskosten, damit ich überhaupt halbtags arbeiten gehen kann, weil ich sonst geistig aus meinem Job raus bin, kaufe mehr Lebensmittel und verzichte natürlich auch gerne auf Auto und Urlaub und … ach ja… RENTE!!!
    *Sarkasmus aus*

    >> …ist nämlich finanziell einfach noch nicht drin und ich plane sowas eben lieber verantwortungsbewusst, statt zu fordern…

    Na dann drücke ich Dir mal die Daumen, dass Dir in Deiner Planung nicht irgendwas dazwischen kommt, wie z.B. Arbeitslosigkeit, oder dass der Vater Deiner Kinder sich einfach aus dem Staub macht, weil ihm unser Rentensystem nicht passt, er sich lieber einen Job im Ausland sucht und Du mit Deinen Kindern keinen Unterhalt mehr kriegst… Ach nee… stimmt ja, kann Dir ja gar nicht passieren, Du bist ja selber ein Mann… ;-)))

    Ich persönlich würde mir ein System, ähnlich, wie in Frankreich wünschen. Dort sind Kinder kein LUXUS (wie in Deutschland!) sondern einfach nur NORMAL und sie gehören ganz selbstverständlich zum Leben dazu, genauso selbstverständlich, wie auch die Frauen nach der Babypause wieder ganz normal arbeiten gehen, um Geld zu verdienen (und damit für die eigene Rente vorzusorgen). Der Staat zahlt relativ wenig an die Eltern, eigentlich nur einen zeitlich begrenzten Ausgleich für den Verdienstausfall und ein bisschen Kindergeld. Aber er sorgt dafür, dass den Eltern keine Steine in den Weg gelegt werden. Betreuung und Bildung (und z.B. Ganztagsschule mit Mittagessen) gibt’s da für ALLE Kinder. Da wird nicht groß rumdiskutiert. Das ist halt so.
    Der Staat subventioniert lieber die Kinderbetreuung, anstatt die Lebenshaltungskosten der Eltern und leistet damit Hilfe zur Selbsthilfe.
    Großer Vorteil hier: Das Geld kommt da an, wo es gebraucht wird, bei den Kindern.

  5. Jan sagt:

    Ich würde auch mit Kindern so ähnlich argumentieren. Es geht ums Prinzip und nicht um Vorteilnahme. Nur weil ich grade Student bin lehne ich doch deswegen auch nicht Studiengebühren kategorisch ab.

    Die meisten Baustellen in diesem Land haben ihre Ursache darin, dass irgendwer irgendwann „ungerecht!“ geschrien hat und sich die Politik seine Liebe erkauft hat. Die hier geäußerten Szenarien sind dem nicht unähnlich.

  6. Der Chef sagt:

    Es ist klar, das jeder, abhängig von der Seite auf der er steht, eine spezielle Meinung hat, und wir sehen wie schwer es schon hier ist, die unter einen Hut zu bekommen. Da kann man sich ausmalen, wie es sein muss, wenn über 600 Abgeordnete diskutieren….

    Es gibt viele Baustellen in diesem Land und mal trifft es den einen, mal den anderen. Die FRage ist wo man anfängt, und wenn alle mehr Geld in der Tasche hätten, weil die Regierung das Geld für die Bürger und nicht für irgendwelche Kriege, Großkonzerne, wirtschaftshilfen usw. ausgeben würde, dann wäre vermutlich allen geholfen. Wunschträume….

  7. Jan sagt:

    In dem Fall such ich mir dann aber wirklich einen Job im Ausland.

    Denn spätestens dann wäre es doch eine Art Strafsteuer für Kinderlosigkeit. So etwas lehne ich ab, es sei denn, ich kann den Rentenversicherungsvertrag kündigen.

    Man kann niemanden mit Steuergeld belohnen, ohne den Rest zu bestrafen, das ist doch wohl klar wie Kloßbrühe.

    Weder können kinderlose etwas dafür, wie teuer Kinder sind, noch dafür, das Menschen Kinder haben.

    Es ist Schwachsinn so zu tun, als würde die Politik Kinder als reines Privatvergnügen sehen. Ich hab doch angerissen, dass für Kinder eine ganze Menge Steuergeld ausgegeben wird. Zumindest die staatlichen Schulen sind gratis – mal drüber nachgedacht, was das alles kostet?

    Und dann gibts noch das Kindergeld – man muss nichts weiter tun, als Kinder zu haben und bekommt 154 Euro dafür. Für welches andere „Privatvergnügen“ kriegt man so eine noch dazu recht unbürokratisch erhältliche Prämie?

    Und: Sollte es meiner Regierung nicht schnurz sein, wie die Geburtenrate aussieht?

    Wir sind zum Glück nicht mehr im Dritten Reich, wo es darum ging, dem Führer Kinder zu schenken. (Zur „Aufrechterhaltung der Art“ und so) Kinder haben IST Privatsache, wird allerdings in hohem Umfang gefördert. Die Gesellschaft kann aber unmöglich die vollen Kosten übernehmen, die Kinder verursachen und das wäre auch eindeutig nicht wünschenswert – weil dann die Kinder auch mehr der Gesellschaft verbunden wären als den eigenen Eltern.

    Die Vorstellung finde ich, auch wenn ich noch keine Kinder habe (ist nämlich finanziell einfach noch nicht drin und ich plane sowas eben lieber verantwortungsbewusst, statt zu fordern – meine Situation würde definitiv nicht besser, wenn sich das noch weiter verschlechtern würde durch Strafsteuern), sehr beängstigend. Der Staat redet doch jetzt schon viel zu sehr in die Erziehung rein.

  8. cierva sagt:

    Kinder kosten Geld!

    Wer keine Kinder hat, hat mehr Geld.

    Soweit klar?

    http://www.welt.de/print-wams/article111021/Plagen_und_Penunzen_-_Was_Kinder_kosten.html

    Es geht nicht darum, die Kinderlosen zu bestrafen, es geht darum, die Erziehungsleistung und das Kinder-in-diese-Welt-setzen mitsamt der Übernahme der ganzen Verantwortung zu BELOHNEN.

    Die Altersabsicherung durch die Kinder hat der Staat den Eltern durch das Rentensystem aus der Hand genommen, allerdings ohne adäquate Gegenleistung.

    Kinder kosten bis zur Volljährigkeit locker ein Einfamilienhaus, und das ohne Studium, ansonsten wirds sogar noch eine Villa…

    Diese Kosten haben Kinderlose einfach nicht, egal, ob gewollt oder ungewollt kinderlos (was natürlich niemandem zu wünschen ist).

    Wenn die Politik weiterhin auf dem Standpunkt bleibt, dass Kinder Privatvergnügen sind, braucht sich niemand zu wundern, dass die Geburtenrate weiter in den Keller geht.

    Ich fände z.B. eine Senkung der Rentenbeiträge auf 0,- für Eltern, in deren Haushalt der Nachwuchs mit versorgt wird, legitim.

    Allerdings sollten auch z.B. Freiberufler und Selbständige mit ins Boot geholt werden.
    Aber daran krankt das System ja schon seit seinem Beginn.

  9. Jan sagt:

    Aber nur weil das Rentensystem an sich schon ungerecht ist und nur noch durch Zwang funktioniert, kann man doch diesen Missstand nicht auf dem Rücken einer bestimmten Gruppe beheben.

    Man kann doch nicht verlangen, dass finanzielle Nachteile, die sich aus dem eigenen Lebenswandel ergeben, grundsätzlich mit Hinweis auf irgendwelche Gleichheitsprinzipien ausgeglichen werden. Und es ist ja auch nicht so, dass der Staat gar nichts für Kinder täte, beziehungsweise Kosten übernähme. Es gibt Kindergeld, Schuldbildung an sich ist umsonst zu haben und viele weitere Dinge werden bezuschusst. Natürlich ist das kein vollständiger Ausgleich aber irgendwo haben doch wohl auch Eltern an sich etwas davon, Kinder zu haben, oder nicht? Unter dem Strich kann man wohl kaum von einer „Benachteiligung“ sprechen, es sei denn, man reduziert alles nur aufs Geld. Das Kinder Geld kosten, dass sollte aber doch jeder wissen – vielleicht nicht im Moment der Zeugung, aber beim Fassen des Entschlusses, Kinder zu bekommen, dann schon.

  10. Der Chef sagt:

    Der Haken ist der, dass momentan Eltern benachteiligt werden. Dadurch, dass nur einer arbeiten kann wird weniger für die Rente angespart. Deswegen würde ich einen Ausgleich gerecht finden.

    „Meine Prognose: Je weniger wir so werden, desto größer der Fachkräftemangel, desto größer der Anreiz für Firmen, Betreuungsangebote zu stellen oder flexible Arbeitszeiten anzubieten und voila, das Land wird allmählich familienfreundlicher, ohne den Menschen ihre hart verdiente Rente wegzunehmen.“

    Interessanter Gedanke, aber vermutlich genauso umsetzbar wie meine Idee „wenn alle die Löhne erhöhen, gehts allen besser, alle kaufen mehr ein, steuern steigen, arbeitsplätze werden geschaffen… 🙂

    „Kinder sollte bekommen und/oder großziehen, wer das aus tiefstem Herzen heraus möchte und sonst niemand.“ DA HAST DU RECHT. Aber viele, die es gerne möchten, schrecken davor leider zurück, weil Sie es sich einfach nicht mehr leisten können…

  11. Jan sagt:

    Ich widerspreche mal ganz Frech: Natürlich gibt es Zukunft auch ohne Kinder.

    Ich werde ohnehin den Teufel tun und jetzt permanent Kinder zeugen, die mir dann die Rente bezahlen sollen, das klappt doch sowieso nicht und ich kann nur davor warnen, in der von-der-Leyenschen Fruchtbarkeitsoffensive das Allheilmittel zu sehen. Ohne Eigeninitiative bringen auch 10 eigene Kinder nichts (außer Freude, natürlich).

    Ich finde es auch etwas albern den Leuten einzureden, sie müssten um der Zukunft Willen Kinder kriegen. Und dann wundern wir uns noch über Misshandlungsfälle, wenn Kinder ohnehin nur als Geldquelle und zur Sicherung des Fortbestandes des Deutschen Volks gesehen werden?

    Ich halte das insgesamt für einen ziemlichen Irrweg, tut mir leid.

    Kinder sollte bekommen und/oder großziehen, wer das aus tiefstem Herzen heraus möchte und sonst niemand.

    Natürlich spricht das nicht gegen eine gewisse Förderung von Familie – aber Menschen ohne Kinder bei der Rente zu benachteiligen, die für das System auch nichts können, ist ungerecht, unsozial und höchstwahrscheinlich ohnehin verfassungswidrig. Das Rentensystem ist so schon für mich ein triftiger Grund, übers Auswandern nachzudenken – das würde mit weiteren Schikanen nicht besser.

    Und selbstverständlich darf Familienförderung auch nicht übertrieben werden, weil niemandem und zu allerletzt den Kindern damit geholfen ist, wenn Kindermachen staatlich professionalisiert wird.

    Meine Prognose: Je weniger wir so werden, desto größer der Fachkräftemangel, desto größer der Anreiz für Firmen, Betreuungsangebote zu stellen oder flexible Arbeitszeiten anzubieten und voila, das Land wird allmählich familienfreundlicher, ohne den Menschen ihre hart verdiente Rente wegzunehmen.

    Über die eine oder andere flankierende Maßnahme kann man sicherlich auch noch diskutieren aber bitte nicht auch in diesem Politikbereich übers Ziel hinaus ins bürokratische Chaos schießen!

  12. Der Chef sagt:

    „Renten- und Alterssicherung durch Kinder fällt aber nicht darunter.“

    Warum nicht? Klar ist unser Rentensystem marode und ich würde es am liebsten komplett auf die Müllhalde schmeissen und lieber privat vorsorgen – dann bekäme ich wenigstesn das raus, was ich reinbezahlt habe.

    Aber darum geht es hier nicht. Es geht um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für unser Land. Und Kinder sind unsere Zukunft – egal ob für Rente oder sonstwas. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft.

    Und da müssen wir uns einfach überlegen, wie wir es Eltern leichter machen können, Kinder in die Welt zu setzen und groß zu ziehen. Das geht uns alle etwas an.

    WIE das gehen soll? – Ich bin für alle Vorschläge offen, siehe auch „Familien, Erziehungssplitting“. Aber es muss was geschehen und nicht erst in 5-10 Jahren. Denn Kinder wachsen so schnell nicht nach.

  13. Anonymous sagt:

    Wenn das Leben mit Kindern doch so schrecklich ist, warum habt Ihr denn dann welche? Oder anders gefragt: Sehr Ihr Zeugen von Kindern als staatsbürgerliche Pflicht, um das Rentensystem zu sichern? Hoffentlich nicht.

    Der Staat muss Familien besonders fördern, ähnlich steht es ja auch im Grundgesetz. Renten- und Alterssicherung durch Kinder fällt aber nicht darunter. Wenn die Gesellschaft sich immer mehr dazu entscheidet, keine Kinder zu bekommen (wofür jeder Einzelne zu respektierende Gründe hat), dann muss man eben das nicht mehr zeitgemäße Rentensystem umstellen. Und was ist eigentlich mit den Kindern, die später gar nicht zur Rentensicherung beitragen (weil sie z.B. mangels Berufstätigkeit keine Beiträge zahlen)? Müssen dann die Eltern die Beiträge nachträglich zurückzahlen? Vielleicht hilft auch verheirateten Durchschnittsverdienern mit Kindern mal ein Blick auf ihre Steuerlast und ein Vergleich mit der eines kinderlosen Singles.

    Ich will ja niemandem Kinder ausreden, ganz im Gegenteil, aber dieses Gerede bzgl. Rentensicherung ist einfach absurd. Jeder, der Kinder haben möchte, sollte auch vorher mal insgeheim seine Finanzen durchrechnen und schauen, was drin ist. Und nicht nachher nach dem Staat rufen, damit der den Rest der Gesellschaft dazu zwingt, seine persönliche Familienplanung zu finanzieren.

  14. Der Chef sagt:

    Es ist aufgabe der Politik Rahmenbedingungen für die Bürger dieses Landes und deren Zukunft zu schaffen.

    Und ohne Kinder keine Zukunft.

    Früher war es so, daß Kinder die eigene Zukunft sicherten, heute ist es das Gegenteil. Eltern haben weniger Einkommen und mehr Ausgaben.

    Und es ist Aufgabe des Staates dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen, damit wir alle eine Zukunft haben.

    Es ist harte Arbeit KInder aufzuziehen (ich habe selber eines) und unter den gegebenen Rahmenbedingungen kaum erstrebenswert – was ist eine Zukunft ohne Kinder? Sollen sich nur noch REICHE Kinder leisten können? NEIN!

  15. Jan sagt:

    „Kinder sind kein privatvergnügen.“

    Wie meinst du das?

    Es ist nicht Aufgabe von Politik, Menschen in ihrem Sinn zu irgendwas zu bewegen. Politik ist für die Menschen da und nicht umgekehrt.

  16. Der Chef sagt:

    Kinder sind kein privatvergnügen. Und wenn es so weitergeht wie bisher, dann kann es sich einfach niemand mehr leisten Kinder in die Welt zu setzen. Und das ist definitiv keine Perspektive für unsere Zukunft.

  17. Jan sagt:

    Ja wie, „dafür“. Nur weil Adenauer mal angeordnet hat „Kinder kriegen die Leute immer“, müssen kinderlose jetzt Ansprüche zurückstellen, oder was?

    Gerechtigkeit sieht anders aus. Dann entlass doch einfach die Kinderlosen aus der staatlichen Rentenversicherung zur „Strafe“ und gut is.

    Würde ich mir ein Auto kaufen, hätte ich auch mehr Ausgaben. Nun sind Kinder sicherlich in jeder Hinsicht wertvoller als ein Auto und kein normaler Mensch würde jemals das eine gegen das andere abwägen. Aber wer Kinder haben will, der weiß das genauso vorher wie ich weiß, dass ein Auto momentan nicht drin ist. Hinterher Jammern gilt nicht und darf erstrecht nicht noch belohnt werden.

    Die Kinderlosen können auch nichts dazu, dass Menschen mit Kindern ihre Zukunft sichern müssen. Ich bin mir nicht so sicher, was das Verfassungsgericht da genau angemahnt hat aber Menschen mit Kindern gegenüber Menschen ohne Kindern (die das verdammt oft nicht freiwillig sind!) „gleicher als gleich“ zu machen sollte eigentlich auch der Verfassung widersprechen.

    Kinderlose sind keine Menschen zweiter Klasse.

  18. Der Chef sagt:

    Ja, das ist mir absolut klar. Dafür bekommen die, die keine Kinder haben trotzdem Rente….

    Es ist einfach Unfair, das Eltern weniger Einkommen haben, mehr Ausgaben und damit die Zukunft der Kinderlosen absichern. Das hat, wenn ich mich nicht irre, auch schon das Bundesverfassungsgericht angemahnt, aber unsere Regierung schiebt es auf die lange Bank.

  19. Jan sagt:

    Dir ist schon klar, dass das zwangsläufig höhere Beiträge für den Rest / niedrigere Renten bedeuten muss, oder?