Der Staatsfeind Nr. 1

„Als der erfolgreiche Anwalt Robert Clayton Dean aus Washington (D.C.) auf der Suche nach einem Geschenk für seine Frau Carla in einem Dessous-Laden steht, steckt ihm ein alter Studienfreund unbemerkt ein Video zu. Darauf wird der Top-Agent Thomas Brian Reynolds des mächtigen US-Geheimdienstes NSA mit einem Mord an einem Kongressabgeordneten in Verbindung gebracht. Der NSA-Agent will um jeden Preis ein neues, verschärftes Überwachungsgesetz durchbringen.

Reynolds verfügt über die modernste Computer- und Satellitentechnik und kommt schnell auf die Spur des nichts ahnenden Anwalts und er setzt sich mit seinem Team daran, Deans Ruf zu zerstören. Dean verliert seinen Job. Zudem setzt ihn auch noch seine Frau vor die Tür, als ihm eine Affäre mit der Studienfreundin Rachel Banks angedichtet wird.“ So Wikipedia.de über den Film „Der Staatsfeind Nr. 1“ den ich mir vor einigen Tagen mal wieder angeguckt habe. Es ist ein Film über die Methoden des Überwachungsstaat. Angst macht mir, dass hier langsam Fiktion und Realität in einander übergehen.

Ein unbescholtener Bürger gerät ins Visier des Überwachungsstaates und wird ab diesem Moment gnadenlos ausspioniert und verfolgt. Sein Leben wird digital verändert und zerstört. Von einem Moment zum anderen wird aus einem harmlosen Bürger ein gejagter Verbrecher. Wenn es nach den Plänen unseres Schnüffelministers geht, sind wir von dieser Fiktion nicht mehr weit entfernt.
Im Film gelingt es den „Agenten der NSA“ fast lückenlos die Bewegungen des Robert Dean über Kamera-,Telefon und Banküberwachung zu verfolgen. Ist das wirklich noch Fiktion? Kameras finden wir fast überall, in England z.B. eigentlich schon überall. Ämter haben Zugriff auf unsere Bankkonten, Passbilder sollen digital gespeichert und verfügbar werden, der biometrische Reisepass ist Realität, die Vorratsdatenspeicherung von Internet-, Telefon- und Handyverbindungen wird kommen und der Bundestrojaner ist fast schon da. Gegner dieses Systems werden langsam aber sicher mit Zermürbungstaktiken und anderen Methoden mundtot gemacht – Widerstand scheint fast zwecklos. Ich habe irgendwo gelesen, dass laut Umfragen wirklich 62% der Bundesbürger für eine Verschärfung der Überwachung sind? Ich glaube, den meisten fehlt die Fantasie um sich die möglichen Folgen auszumalen…

All diesen (und allen anderen die interessiert sind) sei die folgende Buch/Video-Lektüre empfohlen:

Ein Kommentar

  1. Thomas sagt:

    Es war einmal ein Staat, dessen Regierungen große Angst davor hatten, dass seine Bürger nicht im Sinne dieses Staates handeln. Darum bauten die Regierungen einen Apparat auf, der seine Bürger überwachte. Telefongespräche wurden abgehört und mitgeschnitten, Freunde und Nachbarn zur „Mitarbeit bewegt“.
    Es gab da einen anderen Staat, der sich freiheitlich-demokratisch nannte (und heute noch nennt) und dessen Politiker keine Gelegenheit ausließen die im Nachbarstaat herrschende Überwachung als menschenrechtswidrig anzuprangern.
    Eines Tages gab es den ersten Staat nichtmehr, weil die Bürger es satt hatten sich bespitzeln zu lassen. Sie beschlossen Ihre alte Regierung abzusetzen und sich dem anderen, freiheitlich-demokratischen Staat anzuschließen.

    Ob diese Bürger sich haben träumen lassen, dass Sie keinen zwanzig Jahre danach wieder bespitzelt und beschnüffelt werden???