Wenn Minderheiten auf sich aufmerksam machen wollen…

… dann kann lassen sie fünf auch schon einmal gerade sein. Und nehmen es mit den Details schon einmal nicht ganz so genau bzw. sehen die Wirklichkeit auf Ihre ganz eigene Art und Weise:

Der Discounter Lidl will sich in Steinhude niederlassen. Aus verschiedenen, baurechtlichen Gründen ist das nicht am Stadtrand möglich (auch Aldi ist da bereits gescheitert) sondern nur mitten im Ort. Direkt gegenüber vom Jibi-Markt (Wichtig – kommen wir noch ein- oder zweimal drauf zu sprechen).

Nun möchte eine kleine Gruppe von Steinhudern diesen Markt dort nicht haben. Das ist ihr gutes Recht. Und sie sollen, sie müssen das auch mitteilen. Damit die Damen und Herren von Lidl die Bedenken ernst nehmen und darauf reagieren können. Und auch die Politiker. Aber dabei muss man die Kirche auch mal im Dorfe lassen – denn die Argumente der Lidl-Gegner sind hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen – leider aber auch so formuliert, dass der gemeine, unwissende Anwohner natürlich erstmal mit dem Kopf nickt und zustimmt.

Gucken wir uns das also mal genauer an: „Kein Gewerbegebiet Steinhude Mitte“ steht da in großen Buchstaben auf der Hauswurfsendung. Hierbei ist zu beachten, dass für den Lidl eine Tischlerei weichen muss. Außerdem ist da noch ein Jibi – soviel zum Thema Industriegebiet.

Kein Schwerlastverkehr am Schulweg unserer Kinder
Wie gesagt, 20m daneben ist ein Jibi-Supermarkt. Lidl hat sich außerdem bereit erklärt, die Kosten für eine Umgestaltung des Schulweges vor Ihrer Haustür zu 50% zu tragen. Außerdem ist nicht zu erwarten, dass Kinder um 06.00 morgens bzw. um 20.00-22.00 Uhr abends zur Schule gehen – dann nämlich, wenn der Markt beliefert wird.

„Kein Schwerlastverkehr am Friedhof“
Zunächst wird Lidl an der Seite zum Friedhof eine Lärm- und Sichtschutzmauer errichten. Damit ist vieles geklärt. So wird kein Besucher des Friedhofes davon etwas merken und diejenigen die länger dort verweilen interessiert es vermutlich eh nicht mehr.

Noch eines zum Schwerlastverkehr: Der wird nicht, wie hier suggeriert wird, durchs Wohngebiet (Tiefental) geleitet, sondern ausschließlich über die Hauptstraße, wo auch die Einfahrt des Lidl sein wird.

Kein Logistik- und Kühlzentrum im Wohngebiet
Ein Lidl-Discounter ist ein Kühlzentrum? Ein Logistikzentrum? Was ist dann der Jibi 20m direkt daneben? Das ist ausgemachter Humbug. Die Kühlanlage, die so ein Laden braucht ist im Übrigen von der modernsten Sorte und hinter der großen Lärm- und Sichtschutzwand versteckt.

„Kein nächtliches Dauer-Flutlicht über Steinhude“
Reklametafeln können nerven. Die kann man aber auch dezent anbringen, so wie Lidl es zugesagt hat. Lidl lässt außerdem Bürger und Politik über das Aussehen des Marktes mitbestimmen.

„Keine Lärmbelästigung rund um die Uhr“
Lidl darf nur zwischen 06.00 und 22.00 Uhr beliefert werden bzw. den Laden betreiben. Das sind gesetzlich vorgeschriebene Zeiten – hier müsste man sich bei unserer Landes- bzw. Bundesregierung beschweren.

Keine erhöhte Feinstaubbelastung im Wohngebiet
Wie bitte? Jetzt auch noch dieses laue Argument? Wer soll denn bitte den Feinstaub nach Steinhude bringen? Die 2-3 LKWs mehr am Tag? Oder die Steinhuder, die den Laden zu Fuß besuchen (von außerhalb wird eh keiner kommen, die haben alle schon einen Discounter).

Ich bin kein Lidl-Fan. Aber ich sehe die Vorteile, die ein solcher Laden mir und vielen anderen mit denen ich gesprochen habe bringt. Lidl zeigt sich hier vorbildlich und informiert schon vorab ausführlich, geht auf alle Argumente ein und reagiert hier absolut bürgernah. Das ist, wie ich finde, fair und transparent und gibt jedem die Chance rechtzeitig seine Meinung kund zu tun.

Aber nicht auf diese Art und Weise und nicht auf diesem Niveau. Mit Argumenten ohne Inhalt, mit demagogischen Phrasen die die Intelligenz aller Leser beleidigen.

Darum sage ich als Steinhuder: „Wir Steinhuder wollen den Lidl, direkt gegenüber von Jibi. Wir wollen ein Stück mehr an Lebensqualität vor Ort, die bequeme Möglichkeit dort einzukaufen wo wir wollen und den Wettbewerb vor Ort, der allen nur Vorteile bringen kann.“

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