Schünemann fordert: Staatliche Computerspielkontrolle

Lange habe ich überlegt, ob ich meinen Senf auch noch dazu geben muss, aber ich kann es mir nicht verkneifen. Immerhin geht es um meinen zweit-liebsten Politiker – den guten Herrn Schünemann.

Herr Schünemann hat zum Ende der letzten Woche wohl gedacht, er müsse, rechtzeitig bevor, aufgrund des schönen Wetters, niemand mehr seine geistigen Ergüsse wahrnimmt, noch einmal mit aller Gewalt seine ignorante Inkompetenz demonstrieren.

„Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) drängt darauf, die Freigabe von Computerspielen zu verbessern und sie komplett in staatlicher Hand zu organisieren. In einem Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitagausgabe) sagte Schünemann: „Es gibt inakzeptable Beispiele, dass die freiwillige Selbstkontrolle sogar brutalste Spiele zum Verkauf ab 16 Jahren freigegeben hat. Deshalb ist es sinnvoll, dass man die Bundesprüfstelle für den Jugendschutz und die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zusammenführt und eine rein staatliche Prüfstelle schafft.“ Der Innenminister verlangte zudem, den Kreis der Prüfer zu erweitern. Es reiche nicht, wenn sich Pastoren und Sozialarbeiter mit möglicherweise Jugend gefährdenden Computerspielen beschäftigten: „Zusätzlich müssen auch Kriminologen eingeschaltet werden, die bisher überhaupt nicht beteiligt sind“.“

Soso, die USK gehört also in staatliche Hand (Aber nein, wir wollen keinen Überwachungsstaat, wir wollen nur alles unter Kontrolle haben). Hm, was ist eigentlich die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, und in wessen Hand ist diese? Und, was ich mich auch bei dieser Behörde schon immer fragte: „Wieso sitzen das Pastoren drin? Evangelische, Katholische, Islamische, oder wie jetzt?

Also wieder einmal müssen wir was „Neues“ schaffen, anstatt bestehende Institutionen und Gesetze einfach mal anzuwenden. Das hatten wir in den letzten Tagen doch schon ein bis hundertmal in anderen Zusammenhängen gehört, oder täusche ich mich?

Interessanterweise wachen nun auch die Grünen auf und „ bezeichneten Schünemann als einen Blinden, der von Farben rede, wenn er das System der Altersfreigabe von Computerspielen auf diese Weise reformieren wolle. Er unterstreiche damit seine Voreingenommenheit und Unwissenheit über Computerspiele.“

Hui, das hätte ich nicht besser sagen können. Respekt.

“Die Grünen sind allerdings auch der Meinung, dass einzelne Entscheidungen der USK diskussionswürdig seien. Man müsse deshalb die Kriterien der USK überprüfen, nicht aber gleich das bisherige System in Frage stellen.“

Gut, das mag durchaus stimmen. Optimieren kann man eigentlich immer was, z.B. könnte man die Pastoren in der BPjM durch junge Menschen ersetzen die schon mal Computer-Spiele gespielt haben und diese nicht nur vom Hörensagen her kennen.

Wie gut, dass Ende 2007/Anfang 2008 Landtagswahlen in Niedersachsen sind, obwohl ich wenig Hoffnung habe, dass die CDU dann erfolgreich abgelöst werden kann – aber, wie immer, die Hoffnung stirbt zuletzt.

(Quellen: www.golem.de sowie Niedersächsisches Innenministerium)

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