Schulpolitik

Ja, auch in unserer Kleinstadt gibt es Schulen. Grundschulen, Realschulen, Hauptschulen – alles da. Seit Abschaffung der Orientierungsstufe platzt das Gymnasium aus allen Nähten, die Schülerzahlen haben sich um mehr als 50% erhöht seit ich, vor 15 Jahren, entlassen wurde. Aus diesem Grund wurde in einem anderen Ortsteil eine Zweigstelle des Gymnasiums eröffnet, welche auch gut angenommen wird.

Natürlich müssen auch gute Verhältnisse immer wieder neu überdacht werden und so hat sich eine Elterninitiative gegründet, die nun für unsere kleine Stadt eine Gesamtschule fordert. Welche Form der Gesamtschule ist noch keinem wirklich klar – aber das sind vermutlich nur Details. Oder besteht das nicht doch ein elementarer Unterschied zwischen einer IGS und einer KGS? Wikipedia weiss mehr…

Nun gut, damit nicht genug, ist diese Elterninitiative nun an den Stadtrat getreten, mit der Forderung, eine Umfrage unter den Eltern zu starten, ob diese eine Gesamtschule wollen. Und das obwohl weder die Form oder auch nur ansatzweise die Finanzierung einer solchen Neugestaltung der Schullandschaft bedacht wurden.

Am letzten Wochenende haben wir eine Pressemeldung zu dem Thema herausgebracht, in der wir uns klar gegen diese Pläne aussprechen und dafür plädieren, erst einmal innerhalb der Gruppen und des Rates die mögl. Form einer Gesamtschule, die Vor-und Nachteile sowie die zu erwartenden Kosten zu klären.

Heute nun berichtet die Presse – und da es wohl in der Vergangenheit nie besonders leicht war gerade diese Zeitung zu erreichen, freue ich mich natürlich besondern über den gelungenen Artikel.

7 Kommentare

  1. Der Chef sagt:

    Pah. Da kannst Du lange drauf hoffen !!! 🙂

  2. tirstoff sagt:

    Doch, das letzte Wort! 😉

  3. Der Chef sagt:

    …dem ist nichts hinzuzufügen.

  4. tirstoff sagt:

    Die Umfrage in Hannover spiegelt erstmal nur wieder, dass etliche Eltern gerne eine Platz in einer der jetzigen Gesamtschulen, evtl. sogar in einer ganz bestimmten haetten, ueber die sie gutes gehoert haben.
    Kurzfristig mag das auch tatsaechlich eine gute Loesung sein – speziell nach dem Verbot der Neugruendungen von Geamtschulen nach dem Machtwechsel in Niedersachsen vor zwei Landtagswahlen. Dabei wird es vermutlich erstmal um Gesamtschulen gehen, die als Vorbild die bestehenden oder bestimmte bestehende haben.
    Langfristig sollte man sich aber mal um ganz andere Dinge Gedanken machen als um den ideologischen Streit dreigliedriges Schulsystem contra Gesamtschule. Denn inhaltlich waeren viele Dinge in beiden Schulsystemen moeglich, auch wenn es heute nicht Realitaet ist:
    – Ganztagsschulen
    – Durchlaessigkeit (fuer Spaet-/Fruehentwickler und
    verschiedene soziale Schichten)
    – Foerderung der Chancengleichheit bzgl. Bildung
    – Schulsozialarbeit
    – Anpassung der Lehrplaene (z.B. an die Hauruckaktion
    Verkuerzung der Schulzeit)
    – vernuenftige Verteilung der Schueler auf die Schulen
    im Interesse und zum Guten der Schueler (Vermeidung von
    Ghetto-Schulen, Chancenlosigkeit auf Hauptschulen)
    – echte Integration (auch auf Gesamtschulen nicht immer
    gut gemacht, auch im dreigliedrigen System noetig –
    auch gute Schueler koennen den Stoff viel besser
    verstehen, wenn sie ihn anderen erklaeren und damit
    gefordert werden – klappt z.B. in einigen Kinderlaeden
    sehr gut)
    – Mitagessen in Schulen
    – Betreuungsangebote fuer Schueler

    Und es gibt da noch viel mehr. Und eine inhaltliche Diskussion statt einer Diskussion ueber die Form vermisse ich schon lange.
    Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht, dass sich das mal aendert…

  5. Der Chef sagt:

    Ja, wen wundert es dann? Arbeitnehmer mit Familien werden seit Jahren finanziell immer mehr belastet, so dass Elternteil Nr.2 oft zusätzlich arbeiten muss. Und wohin dann mit den Kindern?
    Ist doch logisch, dass Ganztagsschulen immer mehr gefragt sind.

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Von der Hannoveraner Umfrage wusste ich bis zum Artikel in der HAZ leider nichts.

    Man sollte aber auch beachten, dass die Schulsituation und auch die Menschen in Hannover andere sind als in einer Kleinstadt. Auch sowas sollte man Bedenken.

    Ich habe gar nichts gegen Gesamtschulen, alles hat Vor-und Nachteile und eine Umfrage, zusammen mit einer Information der Eltern über die Möglichkeiten ist nicht verkehrt.

    Aber eine Umfrage, die damit quasi Versprechungen macht, die vielleicht incht erfüllt werden können, halte ich doch für Augenwischerei.

    Ich muss jetzt auch gestehen, ich weiss spontan gar nicht wieviele Eltern in dieser Initiative sind – wäre ja auch mal interessant.

  6. Cierva sagt:

    HAZ v. 06.10.2008 Seite 12:
    … Bei einer Umfrage hatten 44% (der Eltern von Grundschulkindern) erklärt, ihr Kind auf eine IGS schicken zu wollen. …
    Barbara Frank, schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion: … „wir werden uns auf keinen Fall gegen den Elternwillen sperren.“…
    Und weiter heißt es in dem Artikel von B.Hilbig: …Schulformen müssen (…) bestehen, solange Eltern sie wollen. Das sieht auch das Schulgesetz so vor. …

    Das lasse ich jetzt hier mal so stehen…

    Im Artikel darunter von „bil“ kritisiert E.Dargatz, Sprecher der Realschulleiter: … „Ganztagsbetreuung, Mensa und Sozialarbeiter seien an den Gesamtschulen in Hannover selbstverständlich.“ (im Gegensatz zu den Realschulen.)

    Ja, wen wundert es dann? Arbeitnehmer mit Familien werden seit Jahren finanziell immer mehr belastet, so dass Elternteil Nr.2 oft zusätzlich arbeiten muss. Und wohin dann mit den Kindern?
    Ist doch logisch, dass Ganztagsschulen immer mehr gefragt sind.

  7. Cierva sagt:

    Wer zäumt denn da das Pferd von hinten auf?
    Die Elterninitiative, die erst mal abklären will, ob eine Schule außerhalb des dreigliedrigen Schulsystems von genügend Eltern überhaupt gewünscht wird?
    Oder die FDP, die gleich über verschiedene Arten von Schulformen samt Finanzierungsmöglichkeiten diskutieren will, ohne die Eltern überhaupt zu fragen?

    Die Ausarbeitung der Finanzierung ist übrigens nicht(!) die Aufgabe einer Elterninitiative.

    Hier wird der Wunsch geäußert, einen Teil des für Jugend und Bildung bestimmten Geldes in eine Gesamtschule zu stecken. Vielleicht anstatt weiterhin Flickwerk mit der Auslagerung von Schulräumen zu betreiben?
    Vorher eine Umfrage unter den Eltern zu starten, ob diese Schule überhaupt angenommen werden würde, ist weder verfrüht, noch unvernünftig, sondern die richtige Reihenfolge.