Griechenland – Zeit, endlich zu handeln

Eines vorweg: Ich bin weder Dipl. Ökonom noch wirtschaftsweiser, kein Berufspolitiker, kein Bankenchef, weder Volkswirt noch Behördenleiter – aber ich bin es echt leid. Ich bin es leid, wie in diesem Land Politik gemacht wird, wie in diesem Land der Lobbyismus regiert und ich bin es leid, wie die BILD (meiner Meinung nach) derzeit eine Hetzkampagne nach der anderen startet.

Derzeit täglich auf der Titelseite der Bild: Die Griechenland-Krise. Täglich Überschriften wie (frei zitiert bzw. formuliert): Warum müssen wir Deutschen den Griechen Geld geben? Warum müssen wir von unserem Geld den anderen was abgeben? Die Griechen sind doch selber schuld – sollen sie dahin gehen wo der Pfeffer wächst. „Tschüs Euros, euch sehen wir nie wieder“ oder auch „So hat Griechenland die EU betrogen “.

Und heute nun titelt die BILD, dass ja wohl jedes EU-Land selber für seine Schulden aufkommen müsse und wir uns da gefälligst raushalten sollen.

Und dann? Wollen wir, dass Griechenland den Staats-Bankrott anmelden muss? Wollen wir dabei zusehen, wie dieses Debakel andere EU-Länder wie Spanien, Portugal, Italien und dann irgendwann auch uns mit in den Abgrund zieht? Wollen Sie das, liebe BILD-Redakteure?

Es ist nicht die Zeit Hetzkampagnen zu starten, es ist nicht die Zeit zu lamentieren und mit dem Zeigefinger auf die anderen zu zeigen. Es ist Zeit endlich mal etwas zu tun. Europaweit. Alle gemeinsam. Es ist an der Zeit aufzuwachen, den Wahlkampf mal für 5 Minuten zur Seite zu schieben. Für uns und für unsere Kinder. Gewartet, taktiert und lamentiert haben wir wirklich lange genug.

Das ist meine Meinung.

5 Kommentare

  1. Lukas sagt:

    Da die Euro-Zone den Deutschen große Vorteile verschafft hat, täten wir jetzt gut daran, den Griechen finanziell zu helfen. Es kann nicht im Sinne Deutschlands sein, die Euro-Zone in ungeahnte Tiefen schlittern zu lassen. Viel früher hätten wir viel energischer und entschlossener für ein finanzielles Hilfspaket plädieren sollen. Was ist passiert? Die deutsche Bevölkerung sträubt sich vor der finanziellen Hilfe und sieht nicht, dass sie damit einem Abgrund zusteuert!

  2. admin sagt:

    @Thomas: Ich bin in der Partei, die meinen Interessen am ehesten Nahe kommt – d.h. manchmal leider auch nur, dass die anderen von meinen Wünschen und Ideen einfach noch weiter entfernt sind… Und, gerade in der Kommunahlpolitik passt es bei den Liberalen und mir perfekt.

    Das Geklüngel rund um Griechenland ist wieder einmal komplett unerträglich. Aber ehrlich gesagt, da stehen alle Parteien schlecht da und keine der Oppositionsparteien hat oder hätte da ein sinnvolles Konzept zur Hand.

    Manche Dinge ändern sich leider nie..

  3. Thomas sagt:

    Hm… bist Du vielleicht doch in der falschen Partei. Immerhin stimmen Die Vertreter Deiner Partei im Bundestag ja offensichtlich diesem Quark auch noch zu.
    Sicherlich muß was passieren. Aber man kuriert einen Alkoholiker doch auch nicht, indem man ihm noch ’nen Schnapps anbietet.
    Vielleicht sollte man mal dafür sorgen, daß die griechische Wirtschaft wieder in Fahrt kommt, mehr exportiert und so wieder mehr Geld ins Land kommt.
    Das würde aber heißen, daß Länder wie Deutschland mehr importieren müsste und das importierte dann auch gekauft wird, was wiederum mehr Geld bei deutschen Arbeitnehmern voraussetzt, was wiederum klar für einen Mindestlohn… usw.

  4. tirstoff sagt:

    Und das schoenste:
    Es ist im Finanzministerium und im Bundeskanzleramt genau bekannt, dass die Klauseln im Vertragswerk dazu fuehren, dass die europaeischen Laender inkl. Deutschland einen Grossteil der „Kredite“ nie wiedersehen werden. Und das aus dem Grund, weil mit den Krediten naemlich sonst nicht das Ziel erreicht werden wuerde, was angepeilt ist (letzlich die Rettung des Euro).
    Aber diese Information wird systematisch der Oeffentlichkeit und sogar dem Bundestag vorenthalten. Die Entscheidung darueber soll schliesslich nicht von unserem Parlament getroffen werden… Mit ein bisschen Glueck wird das aber dazu fuehren, dass das Bundesverfassungsgericht wegen der Masstricht-Vertraege gegen die Kredite vorgeht. Davon scheint die Regierung nichts zu wissen.
    Aber lest selbst:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2562/teure-intransparenz

  5. flippah sagt:

    Der Witz ist, dass ein frühzeitiges „natürlich werden wir Griechenland helfen, schon in eigenem Interesse“ die ganze Krise wahrscheinlich massiv abgeschwächt hätte und den deutschen Steuerzahler Millionen gespart hätte. Aber was will man von Miss Entschlusskraft schon erwarten?