Wahlbeteiligung wo bist du hin? Alle Jahre wieder…

…ruft die Demokratie zur Wahlurne und – immer weniger gehen hin. Und alle Jahre wieder sind unsere Politiker davon überrascht, müssen das prüfen, schimpfen, lamentieren, polemisieren und verstehen ein aufs andere Mal wieder –nichts-.

„Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) sieht in der extrem niedrigen Wahlbeteiligung bei den Kommunwalwahlen am Sonntag eine Herausforderung für alle demokratischen Parteien. Man müsse den Menschen besser politische Prozesse und Entscheidungen erklären.“

So so, jetzt sind wir also wieder zu dumm um die politischen Prozesse zu verstehen und man muss sie uns erklären, dann wird alles gut und alle gehen wieder wählen. Aber es stimmt schon, ich verstehe es wirklich nicht, warum immer Wahlversprechen gemacht werden, die nie gehalten werden, warum Politiker unser Geld für alles mögliche ausgeben, nur nicht für wichtige Dinge, warum ein Mensch wie Herr Schäuble (Schünemann, Beckstein) noch als Minister geduldet wird, warum unsere Bundeskanzlerin nicht in der Lage ist, innerhalb von 2-3 Tagen auf eine Mail zu antworten. Das alles verstehe ich nicht – und trotzdem gehe ich wählen.

Thierse sagt dazu gegenüber der Tagesschau: „Es ist auch Desinteresse, Faulheit und der fehlende Glaube, dass man mit seiner Wählerstimme etwas erreichen kann“. Stimmt, es ist wirklich der Glaube, das man mit seiner Stimme nichts erreichen kann – denn das ist Realität – was hat die Wahl zwischen Pest und Cholera mit Demokratie oder Mitbestimmung zu tun? Nichts.

Natürlich ist es schade, wenn Bürger nicht zu Wahlen gehen, aber das ist nichts Neues – es wird nur von Wahl zu Wahl schlimmer, weil wir immer wieder enttäuscht werden und wirklich langsam die Hoffnung aufgeben.

Aber wirklich passieren wird auch diesmal nichts. 1-2 Tage wird diskutiert und geredet, und dann geht’s weiter wie immer – bis nach der nächsten Wahl, wenn sich wieder alle wundern, wo denn die Wähler am Sonntag geblieben sind.

P.S. Seit ich 18 bin habe ich an jeder Wahl in meinem Wahlkreis teilgenommen – das ist gar nicht schwer und tut nicht weh. Und wenn man sich nicht entscheiden kann oder will – ich gebe auch schon mal ungültige Stimmen ab – besser als gar nichts zu sagen.

Ein Kommentar

  1. Anonymous sagt:

    Thierse sagt dazu gegenüber der Tagesschau: „Es ist auch Desinteresse, Faulheit und der fehlende Glaube, dass man mit seiner Wählerstimme etwas erreichen kann“.

    oder die vergewaltigung der abgegebenen stimme, in dem die gwählte partei kraft ihrer demokratischen legitimation ihre macht mißbraucht, sprich zu dingen nutzt, die ihrem wähler bei abgabe seiner stimmt nicht im sinn lagen.

    nichtwähler sind für mich in erster linie desillusionierte.