Soviel zum Thema Opel…

Bild: Wikipedia

Bild: Wikipedia

„Opel ohne GM wäre ein florierendes Unternehmen.“ Schreibt die Autobild. Und genau das verkauft uns die Bundesregierung ja auch seit Wochen. Aktuellen Zahlen zufolge (ftd.de) ist genau das Gegenteil der Fall.

Das zeigte sich jetzt sehr deutlich nach einer kleinen Anfrage des FDP-Fraktion im deutschen Bundestag. Opel schreibt wohl seit 6 Jahren durchgehend Verluste – der Marktanteil in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Von 13,7% im Jahr 1999 bis auf 8,4% im Jahr 2008. Die Verluste zwischen 2003 und 2007 summieren sich auf über 1,8 Milliarden Euro.

Da ist also ein chronisch notleidendes Unternehmen mit einem großen Namen – kurz vor den Bundestagswahlen 2009. Und ohne ein Wort über die oben genannten Zahlen zu verlieren, die der Regierung offenbar seit langem bekannt waren, wird hier seit Wochen Wahlkampf betrieben. Und zwar nichts anderes

Ist ein Unternehmen, welches seit 6 Jahren keinen Gewinn mehr eingefahren hat, wirklich Wert gerettet zu werden? Wäre eine Insolvenz nicht vielleicht wirklich die bessere Wahl gewesen?

Und schon wieder fällt mir der Name Holzmann ein.

Wieso lassen wir uns das eigentlich gefallen? Wir lassen uns mit offenbar falschen oder fehlenden Zahlen von unseren Politikern an der Nase herumführen (Arbeitslosen-Statistiken, Haushalt, Zensursula, Opel, Wahlrecht,…) und selbst bei offensichtlichen Lügen erfolgt kein Aufschrei in unserem Land.

Wie lange noch, frage ich mich!

5 Kommentare

  1. @cyberjoker: Danke für die „Komplimente“. Es freut mich zu hören, dass ich Dich aufregen kann. Dann erreiche ich doch was ich will: Das sich die Leser meines Blogs eigene Gedanken machen – und die müssen natürlich nicht immer mit den meinen übereinstimmen.

    Ich selber fahre übrigens keine Opel (der Firmenwagen ist einer, aber den nutze ich nur ab und an) und ich würde wohl auch keinen kaufen, da mir weder Design noch Qualität der Marke gefallen.

    Und in der Tat sehe ich es nicht ein, warum ich mit meinen Steuergeldern ein marodes Unternehmen „retten“ soll, insbesondere weil ich glaube, dass das eh nicht helfen wird.

    Gruß
    Thorben

  2. cyberjoker sagt:

    Jaja, aber selber Opel fahren…
    Der ganze Blog hier typisch FDP. Wer Hilfe braucht ist verloren, jeder nur für sich.
    Echt zum abgewöhnen, ich lese hier nur wenn es mir zu gut geht und ich mich aufregen will!
    Rote Grüße,
    cyberjoker

  3. Thorben sagt:

    Ich vermute hier vergleicht nicht nur die FTD Äpfel mit Birnen: „Wie der Firmensprecher sagte, firmieren seit dem 1. Juni unter dem Dach von Opel alle europäischen GM-Gesellschaften außer den Aktivitäten von Saab und Chevrolet.“

    Das heisst, Opel nimmt die Zahlen aller Unternehmen, die seit knapp8 Wochen gemeinsam firmieren und schustert sich ein positives Ergebnis. So sehe ich das. Von daher liegt die FTD vermutlich nicht so verkehrt.

    Aber OPEL muss jetzt natürlich gut dastehen, damit auch genug Interesse am Unternehmen produziert wird.

    Meine Meinung: Ende 2010 wird es Opel so nicht mehr geben. Spätestens nächstes Jahr kommt die Insolvenz und dann die Zerschlagung.

  4. Christiane Thurner sagt:

    Hallo,

    also ich habe bei heute.de gerade gelesen das Opel dieser Aussage widerspricht.

    Ich zitiere:

    „Opel: Äpfel mit Birnen verglichen

    Unterdessen widersprach Opel vehement einem Bericht der „Financial Times Deutschland“. Das Blatt hatte berichtet, der angeschlagene Autobauer Opel habe seit dem Jahr 2003 nur Verluste gemacht. Das Defizit aus den Jahren 2003 bis 2007 summiere sich auf 1,861 Milliarden Euro. Die Zeitung bezog sich in ihrem Bericht auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. „Die FTD hat Äpfel mit Birnen verglichen“, sagte dazu ein Opel-Sprecher.

    Die Zahlen der alten Adam Opel GmbH umfassten nicht die europäischen Vertriebsgesellschaften und andere wichtige Bereiche des heutigen Unternehmens: „Europaweit hat GM 2006, 2007 und im ersten Halbjahr 2008 Gewinne erzielt.“ Für diese Gewinne seien die Marken Opel und Vauxhall, die rund 95 Prozent des Geschäftsvolumens von GM Europa ausgemacht hätten, ein maßgeblicher Faktor. Der deutsche Hersteller litt in den vergangenen Jahren darunter, dass die Einnahmen aus dem Verkauf von Opel-Fahrzeugen außerhalb Deutschlands bei GM und nicht bei Opel bilanziert wurden. Dagegen wurden Kosten vornehmlich bei Opel abgerechnet.“

    (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,7607133,00.html; 20.07.2009)

  5. Marco sagt:

    Hmhm, zumindest der Niedergang in den 90ern wurde maßgeblich von GM mitverschuldet, da man auf billiges Material und kurzfristige Gewinnmaximierung setzte. Ob es Opel heute besser ginge, wäre das nicht passiert? Ich weiß es nicht. Dass man so sehr davor zurückschreckt ein Unternehmen in die Planinsolvenz gehen zu lassen wundert mich aber doch, schließlich wird immer betont, dass das deutsche Insolvenzrecht gerade NICHT auf die Elimierung von Unternehmen ausgelegt ist.

    Wie sagte Herr Müntefehring, unser schlafwandelnder Träumer schon: Es ist unfair einen Politiker an seinen Aussagen im Wahlkampf zu messen, denn in dieser Zeit sind besondere Maßnahmen und Aussagen notwendig. Besonders dumme vielleicht? :-/