Sollen wir den Pakistani helfen?

In Pakistan geht momentan die Welt unter. Doch die Spendenbereitschaft des Westens ist, gelinde gesagt, überschaubar. Hilfsorganisationen teilten gestern mit, dass bisher in etwa 2,50€ an Spenden für jeden Betroffenen Bürger in Pakistan angekommen sind. Und das bei einer Katastrophe die dem Tsunami in Thailand oder dem Erdbeben in Haiti wohl in nichts nachsteht. Der Unterschied dazu ist, dass bei den anderen Katastrophen die Spendengemeinschaft ungleich höher war.

Machen wir uns nichts vor. Wir „Wessis“ sind nicht gerade beliebt in Pakistan. Schließlich sind wir verantwortlich für alles Übel der Welt, den Sittenverfall, die Gleichberechtigung der Frau – und der Teufel ist mit Sicherheit auch ein Westeuropäer oder Amerikaner.

Pakistan, das ist ein Land, dass genug Geld hat um Atombomben zu bauen, welche auch uns bedrohen könnten. Ein Land voller Korruption, ein Land in dem viele Taliban-Sympathisanten leben und es vielleicht nur eine Frage der Zeit ist bis die Schari’a Gesetz wird. Ein Land, dass die Taliban in Afghanistan mit Hilfe seines Geheimdienstes unterstützt. Ein Land dessen Staatsoberhaupt nur deswegen an der Macht ist, weil seine Frau so beliebt war und – starb.

Ich glaube das zeigt, warum unsere Spendenbereitschaft überschaubar ist. Aber ist das der richtige Weg? Die Taliban nutzen diese „Schwäche“ aktuell geschickt aus und versprechen den Pakistani 20 Millionen Doller – wenn diese im Gegenzug kein Geld aus dem Westen annehmen. Eine durchschaubare Aktion – die aber ihre Wirkung in Pakistan zeigen wird. Die Botschaft dahinter: Wir (die Taliban) helfen den Bürgern Pakistans, während der Westen schweigt und die Behörden Pakistans in Korruption versinken.

Die UNO ruft dringend zu mehr Spenden auf, die Bundesregierung macht 10 Millionen Euro locker (die wir natürlich nur über Schulden finanzieren können, oder?). Ist das der richtige Weg? Können wir die notleidenden Menschen zum Spielball der Politik machen? Ich weiß es nicht.

Aber ich denke, dass Geldhilfen der falsche Weg sind. Mit Sachleistungen, Manpower oder technischen Geräten würde die Hilfe zielgenauer ankommen als das mit Geld jemals möglich ist.

Aber vielleicht ist es da wie mit manchem Bettler auf der Straße, der die angebotenen Lebensmittel wegwirft und sauer ist, dass er kein Geld bekommen hat…

2 Kommentare

  1. tirstoff sagt:

    … man koennte auch einfach die Zinszahlungen Pakistans fuer ein oder zwei Jahre aussetzen. Schliesslich sind das 30% der Staatseinnahmen Pakistans. Das ist wohl auch nach den Erdbeben in Haiti gemacht worden (es muss natuerlich sichergestellt werden, dass das Geld dann auch fuer die Fluthilfe eingesetzt wird).
    Es gibt dafuer sogar eine Petition:
    http://www.avaaz.org/de/pakistan_cancel_the_debt

  2. tirstoff sagt:

    Sachspenden, Helfer und Geraete sind gut als Hilfe. Aber auch die muessen mit Geld finanziert werden. Gute Hilfsorganisationen geben das gespendete Geld nicht der pakistanischen Regierung, sondern finanzieren damit genau solch eine gute Hilfe.
    Spenden ist also sinnvoll, wenn man sich vorher genau erkundigt, was mit dem Geld gemacht wird. Ist natuerlich aufwendiger…
    Das die Hilfe als Mittel verwendet wird, Ideologien gegeneinander auszuspielen, ist hinterletzt. Gerade, da die Menschen, die die Hilfe am dringendsten benoetigen, vielleicht eine Meinung zu diesen Themen haben, aber sicherlich keine Schuld daran.