MiniJobs und Ausbeutung

Gestern war ich mal wieder bei der Krankengymnastik und ich bin fast vom Stuhl gefallen. Nein, nicht wegen meiner Knieprobleme und auch nicht wegen der freundlichen, jungen Physiotherapeutin die mich in Vertretung behandelt hat. Ein ganz anderer Punkt hat mich vielmehr innehalten lassen und mich sehr nachdenklich gemacht.

Die Praxis hat neben der Chefin 3 Angestellte, die alle jeweils nur 1-2 Tage die Woche arbeiten. Sonst gibt es eben nur noch die Inhaberin. Das bedeutet, es ist für die Inhaberin günstiger 3 400-Euro-Kräfte einzustellen anstatt eine Vollzeitkraft. Das wiederum bedeutet für die 3 Angestellten, daß Sie sich mit diesem einen Job Ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können und noch weiteren Jobs nachgehen müssen, z.B. dann abends im Fitnesszenter.

Das heisst aber auch 3 Personen weniger in der Arbeitslosenstatistik, damit sich unsere Poltiker wieder auf die Schultern klopfen können – niemand will sehen, daß diese Menschen kaum in der Lage sind von Ihrem Einkommen zu leben. Ich finde das schon bitter.

Das kann doch nicht der Sinn dieser geringfügigen Beschäftigungen sein, alle 3 Angestellten haben im letzten Jahr ausgelernt und sind jung und gebildet- haben aber so gut wie keine Chance eine Vollzeitstelle zu bekommen. Armes Deutschland.

Ich spreche hier absichtlich nicht von den vielen Millionen Menschen die Vollzeit arbeiten und trotzdem nicht davon leben können, denn dann würde ich spontan platzen, weil mich das momentan zu sehr aufregen würde – ein andermal in einem anderen Beitrag.

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