Krieg in Südossetien

Mein erste Frage, als ich zum ersten Mal in den Medien von diesem Krieg zwischen Georgien, Südossetien und Russland las, war, hat eigentlich jemand mal die Menschen in Südossetien gefragt, was die eigentlich wollen?

Die Antwort ist: Ja. Sowohl Abchasien, als auch Südossetien, hatten sich in Volksabstimmungen gegen einen Verbleib in der Republik Georgien entschieden. Die Einhaltung der Waffenstillstandsabkommen aus den Jahren 1992 und 1994 wurden bis heute von GUS-Friedenstruppen sichergestellt. Seitdem sind die beiden Entitäten Abchasien und Südossetien de facto unabhängig von Georgien.

Das interessiert bestimmte Politiker aber, wie auch früher in der Weltgeschichte, nicht. Es geht nur um Macht, Macht, Macht, Macht und noch ein wenig um Macht. Politiker führen Kriege, nicht die Bürger.

Ich dachte/hoffte, im 21. Jahrhundert würde sich das vielleicht einmal ändern – Wunschtraum. Leider.

Interessanter Artikel dazu im Spiegelfechter: Der Zauberlehrling

Ein Kommentar

  1. Falk D. sagt:

    Die Frage ist nur, welcher Anspruch höher zu werten ist.
    Denn die territoriale Integrität ist nicht nur aus Macht-Perspektive eine wichtige Achse. Wenn man die Bayern fragen würde, würden die auch am liebsten aus Deutschland und erst recht aus der EU aussteigen. Die Basken aus Frankreich und Spanien… Nur wenn man sich der Integrität sicher sein kann, kann man auch die staatlichen Aufgaben übernehmen.

    Gerade in Ossetien liegt das Problem darin, dass Georgien in den Dreißigern gewaltsam an die UdSSR angeschlossen wurde (Stalin war Georgier), sich im WW2 auf die Seite von Nazi-Deutschland stellte und danach nach Sowjet-Muster (Deportation, Zwangsumsiedlung, Ansiedlung von Russen in Süd-Ossetien) bestraft wurde. Bis in die 70er hinein betrieb Moskau dort eine ethnische Säuberung durch Siedlungspolitik und Fernhalten georgischer Aspiranten von allen höhren Ämtern, wie China in Tibet. In sofern ist das Zustandekommen des Votums 92 und 94 nicht unbedingt beigeschmacksfrei. Außerdem betreibt Georgien eine Pipeline, nein DIE Öl-Pipeline in dem Gebiet außerhalb russischer Kontrolle. Der Bau führte zu Pro-Russischer Agitation in Abchasien und Ossetien, sowie zu großvolumiger Unterstützung der Separatisten, die aktuell auch als para-Militärs bei Plünderungen und ethnischen Säuberungen nach serbischen Vorbild auffielen. Ich sähe den Weg eher in einer mit starkem Mandat ausgestatteten Blauhelm-Truppe und ansonsten demilitarisierten Zone. Leider ist die UNO handlungsunfähig (mal wieder). Somit wird man sich entweder mit dem Konflikt abfinden müssen, wie es allen voran Deutschland tut um das russische Gas zu bekommen oder seinen Umgang mit der Großmacht Russland neu überdenken (Frankreich, England, USA…)