2,9% und nur noch 5 Tage…

Fünf Jahre sind vergangen seit ich der FDP beigetreten bin. Aus einem lange andauernden Bedürfnis heraus, etwas zu ändern anstelle immer nur zu lamentieren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und trotz der aktuellen Situation denke ich immer noch, dass die FDP die richtige Partei für mich ist. Nur leider nicht mit dem aktuellen Personal….

Die führenden Politiker, ja auch Herr Rösler, haben schon jetzt jeden Bezug zur Realität, jeden Bezug zur Bevölkerung verloren. Selbst Klientel, die man mit seiner Klientel-Politik beglücken wollte, wendet sich stöhnend ab. Vom ersten Tag der Regierungsübernahme an wurde so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte: Westerwelle als Außenminister, Niebel als Entwicklungsminister (ein Amt welches er eigentlich abschaffen wollte), neue Staatsminister, Steuersenkungen für Hoteliers, Umfallen bei den Anti-Terror-Gesetzen, Lybien, die ewige Litanei von den Steuersenkungen und so weiter und so fort.

Aber das Wahlvieh ist nicht so blöd, wie man in Berlin hofft und straft die Herren nun Wahl um Wahl ab. Das ist bitter, weil zumeist Landes- und Kommunalpolitiker darunter leiden müssen, die mit der Bundespolitik im Grunde nur wenig zu tun haben. Aber es weckt, wenn auch nur langsam, die Spitze Monat um Monat ein wenig mehr auf.

Die FDP-Spitze und auch das Team um Philip Rösler haben jedes Vertrauen verspielt. Niemand nimmt mehr Ernst, was die Herren sagen, nur noch Spott um Häme sind zu vernehmen. Presse und die anderen Parteien weiden das verwundete Tier FDP genüßlich aus.

Vielleicht ist das gut so. Denn nur in einen leeren Schrank passen neue Kleider. Es wird Zeit zu erkennen, dass es nicht weitergehen kann, nur mit neuen Phrasen und Beteuerungen, dass alles besser wird. Wollen wir warten, bis die FDP auch aus dem Bundestag fliegt? Wir werden sehen.

Und am kommenden Wochenende wird in Niedersachsen gewählt. Und die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung, dass die Wähler erkennen, dass sie nicht eine Partei, sondern wirklich Menschen wählen. Menschen die auch Nachbarn und Freunde sind und sich aus Überzeugung um die Kommunalpolitik kümmern. Es wäre eine Schande, dass zu bestrafen, nur weil im fernen Berlin keine Politik für die Bürger mehr gemacht wird.

In diesem Jahr trete ich auch zum ersten Mal für ein politisches Amt an. Ich bin aufgeregt. Die aktuelle Situation der FDP macht es da nicht leichter. Am Sonntag Abend werde ich wissen, ob ich den kommenden fünf Jahren endlich an vorderster Front mitarbeiten darf oder weiter nur ein Zuschauer in der ersten Reihe bleibe.

Das sind so die Momente, wo ich merke, wie lang doch fünf Jahre sein können. Ich bin jetzt 37, mein Kleinster 3 Monate und der große 7 Jahre alt. In fünf Jahren sind wir 42, 5 und 12 Jahre. Dann wird die Welt für uns alle ganz anders aussehen. Aber egal ob ich mit mische oder nicht, die Welt dreht sich weiter, Wunstorf wird sich weiter entwickeln und die Politik auch ohne mich weiter machen können – so wie bisher.

Ich drücke hiermit allen Kandidaten die Daumen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen und zittere weiter dem Sonntag entgegen.

3 Kommentare

  1. Thorben sagt:

    Hm, ich werde es im Kopf behalten 🙂

  2. Angee sagt:

    Hey, wenn das am Sonntag nix mit der FDP wird (wovon ich mal ausgehe) würd ich mich mal bei den Piraten melden, die suchen immer sympathische und engagierte Leute, sind auch liberal, für freie Bildung (Denk an deine Kinder, die würden Piraten wählen), lecker essen gehen kann man mit denen auch und deine Aktivität versinkt nicht in bedeutungslosen 3% sondern macht richtig Sinn…

    http://www.piratenpartei-niedersachsen.de/mach-mit/piraten-vor-ort.html
    http://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-zur-berlin-wahl-piraten-koennten-es-ins-erste-parlament-schaffen-1.1140821

  3. flippah sagt:

    Es ist schon übel, wenn man nicht nur den politischen Gegner gegen sich hat, sondern auch noch die eigene Bundespartei. Ich drücke dir die Daumen, dass du trotzdem Erfolg hast. Denn echte Liberale (nicht irgendwelche Idioten, die Nachplappern, was die Lobbyisten ihnen erzählen) brauchen wir in Deutschland.