50 Millionen für Quelle

Ich bin bestimmt kein Fachmann für Versandhandel und ich kenne auch die Zahlen von Quelle nicht. Aber 50 Millionen in ein marodes Unternehmen zu stecken, ein Unternehmen, dass kaum in der Lage ist Telefon und Strom noch zu bezahlen. 50 Millionen für ein Unternehmen aus einer aussterbenden Branche – dem Katalogversand, ein Unternehmen, dass den Sprung ins Internet nie richtig geschafft hat. 50 Millionen Euro Steuergelder als Kredit, die wir vielleicht nie wiedersehen werden – 3 Monate vor der Bundestagswahl – das kommt mir doch spanisch vor.

Ich sage nur „Holzmann“… 1999 verkündete Kanzler Gerhard Schröder die Rettung des Baukonzerns. Rund zwei Jahre später war Philipp Holzmann endgültig pleite. Der belgische Gevaert-Konzern fordert noch immer rund 200 Millionen Euro Schadenersatz von der Deutschen Bank.

Wieso sollten unsere Politiker auch aus Fehlern lernen?

5 Kommentare

  1. Syntronica sagt:

    Politiker und Lernen – zwei Welten treffen aufeinander 🙂

  2. flib sagt:

    Im Grunde hast Du Recht, aber bitte beachten, dass gerade in Bezug auf die QUELLE hier teilweise schlecht recherchierte Artikel von den einzelnen Zeitungen und Rundfunk-/Fernsehsendern ungeprüft abgekupfert worden sind. Teilweise kann man Artikel im Internet bei den renomierten Zeitungen finden, die 1 zu 1 über nommen worden sind. Zu dem melden sich "Fachleute" zu Wort, die absoluten Blödsinn erzählen.

    Bestes Beispiel: Es wird behauptet, dass die QUELLE ihr Hauptgeschäft über den Katalog machen würde und den Online-Versand verschlafen hätte. Die Zahlen sagen etwas anderes: etwa 70% des Umsatzes der QUELLE in Deutschland kommt über das Internet. 2 von 3 Neukunden werden im Internet generiert. QUELLE steht gemäß GfK an Platz 3 der deutschen Shopping-Plattformen, nur Amazon und eBay stehen vor der QUELLE.
    Die in der letzten Zeit als so fortschrittlich und modern verkauften Hanseaten, stehen in Ihrer Online-Reichweite weit hinter der QUELLE, da kommen sogar Versender wie Tschibo noch vorher. Und das, obwohl die Zielgruppe der Hanseaten eindeutig jünger ist als von der QUELLE. Auch ist die Website schon längere Zeit nicht überarbeitet worden.

    Was hier m.E. in der Stimmung der Bevölkerung mitspielt ist die starke Stimmungsmache gegen QUELLE (und Karstadt), ausgehend von den Medien. Vermutlich gesteuert durch die Konkurrenz. Es ist nämlich auffällig, dass anfangs in den Pressemeldungen selten Vertreter des Unternehmens oder der Insolvenzverwalter zu Wort gekommen sind, sondern nur Politiker und irgendwelche selbsternannten Fachleute.

    Leider muss man in letzter Zeit verstärkt, egal bei welchem Thema, die Meldungen der Presse genauestens hinterfragen.

  3. Der Chef sagt:

    @tirstoff: So gesehen- klar. Aber kein Argument, gelle…

    Und bildungspolitik kann man nicht so schön plaktativ, wenige Wochen vor der Wahl verkaufen – da würde es dauern bis man was sieht.

    Jetzt ein Unternehmen bis zum 27.09. 18.01 Uhr zu retten, ist offenbar eine bessere Strategie.

    Und bei den vielen Milliarden Schulden, kommts auf die paar Millionen dann natürlich auch nicht mehr an – da hast Du recht *gg*

  4. tirstoff sagt:

    Naja, wenn man Milliarden fuer Banken ueber hat, dann sind 50 Millionen, die in den Sand gesteckt werden, doch nicht viel.
    Wenn diese Denke denn man z.B. auch fuer das Stiefkind Bildung verwendet werden wuerde, haetten wir wenigstens nur noch das Problem der Staatsverschuldung, oder…?

  5. Hauptschüler sagt:

    Schau, wer die Gesellschafter von PRINOVIS sind und schau, wer die Freundinnen von Frau Merkel sind, und Du wirst sehen, was für eine Bananenrepublik die BRD geworden ist.