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Mrz 26

2 Tage Berlin, all-inklusive und mit meiner Frau – Sponsored by Bundespresseamt. Jeder Jahr schleust das Bundespresseamt ca. 70.000 Besucher durch Berlin und den Reichstag. Und ende letzter Woche waren meine Frau und ich dabei. Frühmorgens am Donnerstag ging es mit 15min Verspätung per ICE nach Berlin. Es regnete und schneite, passend zum Frühlingsbeginn, in Strömen.

Dort wurden wir von einer Frau mittleren Alters, die komplett durchnässt war, empfangen und zu unserem Reisebus eskortiert. Der Ablauf des ersten Tages war: Ankunft, Besichtigung der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen, Mittagessen, Besichtigung und Gespräch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Abendessen, Freizeit.

Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen
Um es auf den Punkt zu bringen: Beklemmend. Wir wurden von einem ehemaligen Insassen durch die Haftanstalt geführt, und diese Führung kann ich jedem nur ans Herz legen – ein Stück Deutscher Geschichte, die wir nie vergessen sollten. (mehr)

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Ja, auch unsere Ministerien haben einen eigenen Besucherdienst. Geführt wurden wir von der Pressesprecherin des Ministeriums die uns dann auch eine Zeit lang für Fragen zur Verfügung stand. Leider war die Zeit für ein Gespräch viel zu kurz, interessant war aber, dass eine Sprecherin der Bundesregierung eigentlich in fast gar keinen Punkten mit der Arbeit der Bundesregierung einverstanden war. Wenn schon die eigenen Mitarbeiter nichts von der Arbeit halten, was sollen wir Bürger dann davon halten?

Der 2. Tag beinhaltete Gespräche mit der Bundestagsfraktion, Besuch einer Diskussion im Plenarsaal, Führung durch den Reichstag und eine Stadtrundfahrt Berlin, dazu Essen, Essen und Essen.

Gespräche mit der Bundestagsfraktion
Wir hatten wohl Glück. Fast 10 Abgeordnete nahmen sich die Zeit, die leider viel zu knapp bemessen war, um mit uns zu sprechen und in geringen Ansätzen auch zu diskutieren. Das war echt sehr interessant und ich hätte wirklich gerne mehr solcher Gespräche mit unseren Abgeordneten. Mir war zum Beispiel völlig neu, das die DB nur für die Pflege des Schienennetzes verantwortlich ist und diese auch bezahlen muss. Neubau macht der Bund und zahlt diesen auch. Da drängt sich leider der Verdacht auf, dass manche Pflegemaßnahmen vielleicht absichtlich verschoben und vertagt werden bis alles so kaputt ist dass der Bund es bezahlen muss. Vielleicht ist ja mal möglich Abgeordnete auch mal in unseren OV (Ortsverband) zu Gesprächen einzuladen, ich werde das mal anregen.

Plenarsitzung
Interessant und witzig. Aber die eigentliche Arbeit ist wohl schon lange erledigt wenn ein Thema hier angesprochen/besprochen wird. Es geht auch kaum noch um die Themen sondern mehr um Loben, Tadeln, Schulterklopfen und solche Dinge. Die Abstimmungen werden mit Augenmaß vorgenommen und alle sind recht entspannt. Es heißt, wer viel im Plenum sitzt, der hat sonst nix zu tun…


Fazit
Alles in Allem waren das 2 anstrengende und sehr interessante Tage. So eine Reise kann ich jedem nur nahe legen – einfach mal den Bundestagsabgeordneten eures Vertrauens darauf ansprechen. Jedes MbB hat 100 solcher Fahrten jedes Jahr zur Verfügung. Und ja, auch bestätigten mit die Gespräche mit den Abgeordneten und den Mitreisenden, dass ich die richtige Partei gewählt habe.

Mrz 21

Ein aktuelles Thema in unserem OV (Ortsverband) ist das Thema Neu-Mitgliederwerbung. Hier wurde in den vergangenen Jahren wohl nicht viel mehr als Mund-zu-Mund-Propaganda betrieben.

Ich habe jetzt eine Idee um die Bürger/Innen unserer kleinen Stadt mit in die Politik einzubinden und neugierig auf mehr zu machen und werde dieses auf der nächsten OV-Versammlung einbringen. Dann gibts mehr dafür. Vielleicht gelingt es uns auf diese Art auf uns aufmerksam zu machen und das eine oder andere neue Mitglied zu gewinnen.

Ein ganz wichtiges Anliegen ist mir, neben der Werbung von neuen Mitgliedern, bestehende Mitglieder zu mehr Engagement zu bewegen und zu motivieren und ich entdecke täglich neue Kleinigkeiten um das zu bewirken. Zunächst wird unsere Tagesordnung einfach mal auf den neuesten Stand gebracht und alle Themen, die zum Diskutieren einladen werden von hinten (wo sie bisher immer standen) auf einen der vorderen Plätze in der Tagesordnung gelegt, so dass genug Zeit bleibt um jeden, der etwas sagen will zu hören. Ausserdem werden Themen ein wenig detaillierter angekündigt, damit jeder auch Zeit hat sich gedanklich darauf vorzubereiten. D.h. der Punkt “Aus den Gremien” wird in Zukunft schon inkl. Themenvorschau auf er Einladung gelistet. Vielleicht ist es so möglich interessantere und intensivere Diskussionen in Gang zu bringen.

P.S. Letzte Woche haben wir in unserer Wochenzeitung eine ganze Seite (!) mit Artikeln über unsere Arbeit in der Stadt bekommen – die hartnäckige Pressearbeit fängt an sich auszuzahlen. Seit meinem Eintritt hatten wir jeden Monat mind. 2 Artikel in der Zeitung.

Mrz 12

Letzten Freitag war Wahlkreisversammlung. D.h. wir haben uns mit Parteifreunden aus einer anderen Stadt versammelt um unseren gemeinsamen Landtagskandidaten zu küren. Wer sich das nun langatmig und steif vorstellt, der irrt gewaltig. Wir leben hier aufm Dorfe und auch die nächste Stadt unsere Wahlkreises ist nicht viel größer (zumindest von der Einwohnerzahl her). So konnten wir uns gemütlich in einem Restaurant treffen, ein Bierchen trinken und es war noch genug Platz für viele weitere zahlende Gäste.

Die Abstimmung gestaltete sich schmerzlos. Wir hatten keinen Kandidaten aufgestellt, die anderen hatten einen, dieser wurde einstimmig gewählt. Ende. Dieser Kandidat muß jetzt aber noch in 2 weiteren Versammlungen bestätigt werden, eine davon ist die Landesvertreterversammlung im Juli. Da fahre ich auch hin und habe sogar Stimmrecht.

Dann gabs noch ein paar nette Worte und Anekdoten und das war es dann auch wieder. Wochenende, Schluß mit Politik.

Feb 01

Na gut, zunächst ja eher die Dunkelheit aber schon Sekunden nach der Geburt dann auch das Licht. Seit über 32 Jahren werde ich täglich älter, verändere mich und auch die Welt um mich herum verändert sich – täglich.

Interessierte mich Weltgeschichte und Politik die ersten 25 Jahre davon eher weniger hat sich dieses in den letzten Jahren doch stark gewandelt.

Ich fragte einmal einen Freund, ob alles um uns herum immer verrückter wird, oder ob wir es jetzt einfach nur besser wahrnehmen. Er meinte, die Welt sei schon immer verrückt gewesen, wir haben es nur nicht gemerkt, wir waren mit wichtigeren Dingen wie Musik, Mädchen, Feiern, Computer, Eis essen und vielem mehr beschäftigt. Ich glaube, er hat Recht.

Irgendwann kam dann in mir der Wunsch auf, etwas zu ändern. Es kann doch nicht ewig so weitergehen. Und um etwas zu ändern muss ich an den Hebeln der Macht sitzen. Hier, am Kaffeesatz der Bevölkerung werde ich nichts erreichen können. Aber um in diesem Land auch nur in die Nähe dieser Hebel zu gehören, muss man, so glaube ich, einer Partei angehören oder irgendeinen anderen Masterplan haben. Ehrlich gesagt, vor 2-3 Jahren konnte ich mir nicht vorstellen irgendeiner unserer Parteien beizutreten. Viel zu spießig. Wie sich die Zeiten ändern.

Ich spielte mit dem Gedanken, eine eigene Partei zu gründen, aber ehrlich gesagt, diese ganzen Spaßparteien, diese zum scheitern verurteilten labilen Bündnisse der letzten Wahlen haben mir diesen Zahn dann doch gezogen.

In unserer Rollenspielrunde kam das Thema Politik dann immer mehr in den Vordergrund und wir hatten viel Freude daran, aktuelle Themen zu diskutieren und uns gewaltig aufzuregen. Während dieser Zeit kristallisierte sich auch langsam eine Partei heraus, deren Ziele und Ideale gut zu meinen passten, aber dazu später mehr.

Lange Rede (soooo lang ist es ja noch nicht) kurzer Sinn – eines Abends fassten ein Freund (nennen wir ihn Flippah) und ich den Entschluss, dieser Partei beizutreten. Einfach so, um mal reinzuschnuppern in diese Geheimnisvolle Welt der Intrigen und Inszenierungen. Eine Woche später trat er ein – Ich (!) hatte es wieder verpennt. Am gleichen Abend meiner Schande setzte ich mich an meinen Rechner, suchte den Beitrittsantrag und trat auch ein. Irgendwann im September gegen 0.00 Uhr MEZ.

So geschah es, dass ich jeden Monat ein paar Euro ärmer und um viele Erfahrungen reicher wurde.

to be continued….

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