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Kommunalwahl 2011: Wie beurteilen Sie den Ausbaustand der Kinderbetreuung in Wunstorf?

Leine Zeitung vom 18.08.2011

Geschafft….

Nach knapp 4h in strömendem Regen (fairerweise hat es danach aufgehört zu regnen) haben wir unsere Wahlplakate in und um Wunstorf aufgehängt. Jetzt noch bei Gelegenheit die Postkarten verteilen, noch ein paar Flyer und dann immer Samstags die allseits beliebten Wahlstände in der Stadt.

Meine Frau sagt, mein Engagement für diese Wahl habe inzwischen fast den gleichen Nerv-Faktor, wie die Sammel-und Präsentierlust meines Sohnes mit seinen Star Wars-Karten. Oh je…

Wir wählen „lieber Aal“

Aus FDP wird „Für Dich Partei“

Es ist soweit: Mein erstes Wahlplakat

Für Dich Partei

Stadt setzt Alkoholverbot um

Und wieder einmal weiss sich eine Stadtverwaltung nur mit Verboten gegen aktuelle Probleme zu erwehren. Dieses mal ist es die Stadt Wunstorf, die gerne alkoholtrinkende Menschen vom Barnemarkt vertreiben möchte. Und wieder einmal wird, publikumswirksam, nur an den Symptomen herumgedoktort und nicht an den Ursachen angepackt.

Natürlich, stark alkoholisierte Menschen stören und nerven eigentlich immer – solange man nicht dazu gehört. Aber es ist meines Erachtens keine Lösung, diese Menschen, einfach von einem Ort zum nächsten zu jagen. Denn wenn sie in der Barne nicht mehr auf der Straße trinken dürfen, dann setzen sie sich eben ein paar Meter daneben. Oder vielleicht in einen hübschen Park, vor einen Spielplatz, in die Fußgängerzone. Wollen wir auch dort überall den Alkohol verbieten?

Was ist eigentlich mit den Menschen, die wir da vertreiben? Warum trinken diese schon am Vormittag Alkohol? Warum sehen diese zumeist recht verwahrlost aus? Warum gehen sie nicht arbeiten, oder treffen sich zu Hause, im Garten? Wer macht sich darüber Gedanken?

Alkohol ist eine der größten Volksdrogen in diesem Land. Auf der einen Seite verdienen Staat, Stadt und Gesellschaft sehr gut an dieser Droge, auf der anderen Seite machen wir aber die Augen zu vor den Folgen – den Konsequenzen. Und als Antwort setzen wir dann lokale Verbote (wie aktuell auch im Hauptbahnhof Hannover) durch. Das ist scheinheilig und armselig.

Vielleicht sollten wir den Alkohol so teuer machen, dass ihn sich kaum noch jemand in Mengen leisten kann? Vielleicht sollten wir Alkohol komplett verbieten? – Wie alle anderen Drogen auch? Vielleicht sollten wir uns aber auch um die Menschen kümmern, die nichts besseres zu tun haben als sich täglich „die Kante zu geben“? Vielleicht sollten wir versuchen ihnen Alternativen zu bieten? Vielleicht sollten wir ihnen helfen, ihrem Leben eine Perspektive zu geben? Vielleicht hilft es auch, mit Ihnen zu reden?

Ich weiß es nicht. Aber vieles davon ist besser, als sie einfach von einem Fleck zum nächsten zu jagen.

Anonym und mit viel Geld gegen Lidl in Steinhude

Gestern Abend fand ich einen Flyer in meinem Briefkasten: Aufgemacht mit dem schon bekannten Aufruf „Kein Gewerbegebiet Steinhude-Mitte“. Auf Hochglanzpapier, professionell gedruckt und offenbar von Hand verteilt.

Initiative "Lidl an den Ortsrand"

Mit viel Tam-Tam und absolut anonym versucht die Initiative „Lidl an den Ortsrand“ weiter Stimmung zu machen und weitere Gegner zu mobilisieren –offenbar vor dem Hintergrund der anstehenden Beratungen im Ortsrat, Bauausschuss, Verwaltungsausschuss sowie dem Stadtrat. So wird deutlich dazu aufgerufen, am kommenden Mittwoch unbedingt zur nächsten Ortsratssitzung zu kommen um den „Politikern und Großinvestoren zu zeigen, dass der Bürger nicht übergangen werden darf“.

Wieso eigentlich so anonym? Auf dem Flyer gibt es nur eine GMX-Adresse, ein Postfach sowie eine Fax-Nummer. Namen werden nicht genannt? Traut man sich hier nicht zu seiner Meinung zu stehen? Ich stehe offen zu meiner Meinung und kämpfe auch weiterhin für einen Lidl (inkl. Rossmann) an der geplanten Stelle – hier in Steinhude und als Bürgervertreter im Bauausschuss.

Dazu möchte ich noch einmal kurz Stellung zu den (nicht neuen, aber jetzt immerhin teilweise erläuterten) Behauptungen der Initiative meine Meinung sagen:

„Im Wohngebiet soll eine Gewerbegroßanlage entstehen“
Das genannte Gebiet ist kein Wohngebiet, sondern ein Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnraum – deshalb ist auch  nur 20m entfernt ein Jibi-Markt (auch eine Gewerbegroßanlage?) zu finden, außerdem eine Bäckerei, ein Reisebüro, eine Versicherung, ein Aquaristik-Geschäft,…

„Vier Historische Häuser mit Remisen sollen abgerissen werden“
Ist „alt = historisch“ – und „Remise“ ein Qualitätsmerkmal? Hat irgendjemand der Initiative schon einmal mit den Eigentümern gesprochen? Möchte vielleicht jemand der Initiatoren, diese historischen Häuser kaufen – vielleicht ginge das sogar.

„Ruhige Idylle wird zerstört, ein Schulweg gefährdet“
Was bitte ist an einer Tischlerei „ruhige Idylle“? Jeder möge einmal selber durch das Tiefental fahren und sich angucken, wie idyllisch diese Häuser sind- oder eben nicht. Und der Schulweg ist durch die vorhandene Kreuzung schon jetzt nicht optimal, wird aber vom Investor umgebaut.

„Zeitungen schreiben nicht mehr, Leserbriefe werden nicht gedruckt“
Wer schreit, dem will niemand mehr zuhören. So einfach ist das.

„Politik entscheidet am Bürger vorbei“
Nein, in einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Und ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Befürworter in der Mehrheit sind – außerdem ist noch gar nichts entschieden.

„Wirtschaftliche Schäden durch LKW-Verkehr“
Es wird keinen LKW-Verkehr durch die Straße Tiefental geben. Auch die An-und Abfahrten gehen über die Großenheidornerstr.. Außerdem ist kaum davon auszugehen, dass wirklich neuer Verkehr erzeugt wird oder Besucher aus den anliegenden Ortschaften kommen – die sind im Gegensatz zu Steinhude bereits gut mit Lebensmittelgeschäften versorgt.

„Standortalternative am Stadtrand“
Der Stadtrand ist keine Alternative. Er ist keine Alternative für Rentner, Mütter und Kinder, die kein Auto fahren. Er zieht Kunden an den Stadtrand und gefährdet damit wirklich die Geschäfte im Ortskern. Und nein, der höherpreisige Jibi-Markt ist für viele Menschen keine Alternative für den täglichen Einkauf.

„Steinhudes Flair erhalten“
Wenn die Ecke „Großenheidorner Str./Tiefental“ für Steinhudes Flair steht, dann wundere ich mich, warum dort eigentlich kaum Touristen anzutreffen sind. Eine alte, verkommene Tischlerei mit einem Jibi-Markt gegenüber ist definitiv kein Touristen-Magnet. Und ich denke persönlich, die Touristen kommen wegen des Steinhuder Meeres – aber vielleicht ist das nur meine Meinung.

Letzten Endes bringt der Flyer nur wenig neue Erkenntnisse. Es wird immer noch mit Ängsten gespielt, dabei etwas mehr Geld in die Hand genommen und darauf gehofft, dass „dagegen sein“ heutzutage einfach was tolles ist. Das zeigt sich insbesondere dadurch, dass wieder einmal auch Ortsfremde, die davon gar nicht betroffen sind aufgerufen werden zu unterschreiben – so wie auch Touristen lange Zeit vor dem Jibi-Markt zur Unterschrift gegängelt wurden.

Vielleicht kommt ja am kommenden Mittwoch der eine oder andere Befürworter zur Ortsratssitzung – interessant wird es auf jeden Fall.

Der Flyer – als pdf zum Download.

Nicht für dumm verkaufen lassen

Politiker erwecken gerne den Eindruck zu handeln. Dabei ist es leider oftmals egal, was sie tun – wichtig scheint ihnen nur zu sein, dass sie etwas tun. So kann man ihnen eben nicht vorhalten, nichts zu tun. Dieses Phänomen lässt sich fast täglich beobachten: Rege Betriebsamkeit allerorts, es wird palavert und schwadroniert – aber eigentlich haben wir meist das Gefühl, dass derjenige keine Ahnung hat, wovon er eigentlich redet

So auch gestern im Beschaulichen Städtchen Wunstorf. In der lokalen Presse findet sich ein unscheinbar, wie selbst ausgedruckt aussehender, DIN A5 Flyer:

Bürgerumfrage LIDL-Markt Steinhude.

Ja“ oder „Nein“ kann man dort ankreuzen und unterschreiben. Eine Adresse muss man nicht hinterlassen und abgeben darf man seine Stimme bei Toto-Lotto oder in einer Tankstelle.

Was soll das? Welchen Sinn macht eine solche, in wenigen Sekunden erheblich manipulierbare Umfrage?

Kurz nachgedacht… Da will jemand so tun, als wenn er was tut, oder? Initiator der Aktion ist die UWG – Die „Unabhängige Wählerschaft Steinhude“. Einige Personen, die hinter der UWGstehen, sind in diesem Bereich bereits einmal sehr auffällig hervorgetreten. Als nämlich ALDI sich in Steinhude ansiedeln wollte haben eben genannte alles getan hat, um dieses zu verhindern. Das sollte gerade jetzt nicht vergessen werden.

Und jetzt diese Umfrage. Keine Festlegung, ob man selber dafür oder dagegen ist. Einfach mal so tun, als wenn man was tut und die Meinung der Bürger ernst nimmt. Damit man sich nichts vorhalten lassen kann. Danke, aber das brauchen wir wirklich nicht.

Dazu fällt mir noch ein Zitat von Frank Elstner ein:

„Mikrophone sind das einzige, was sich Politiker gern vorhalten lassen“

Wie treffend.

 

 

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens

Vor knapp 5 Jahren bin ich in die FDP eingetreten. Das war genau zur letzten Kommunalwahl in Niedersachsen. Mein Anspruch war, vom ersten Tage an, aktiv mitzumachen um etwas zu verändern. Die FDP war und ist, trotz des momentanen bundespolitischen Desasters, die richtige Entscheidung. Denn Kommunalpolitik ist etwas völlig anderes, viel losgelöster von Parteigeplänkel als das in Land und Bund der Fall ist.

Und in der FDP habe ich einen kleinen Haufen gefunden, mit dem man was reißen kann. Ein Haufen, der trotz des hohen Durchschnittsalters immer offen ist für Veränderungen, für neue Ideen. Wie toll das klappt, wird man im Sommer an unserem „Wahlkampf“ für die Kommunalwahl 2011 sehen können. Das wird echt sensationell.

Nachdem ich nun also seit 5 Jahren als Pressesprecher für den Ortsverein tätig bin und seit dem letzten Sommer als Bürgervertreter im Bauausschuss sitze, kommt dieses Jahr der Zeitpunkt, wo es richtig los geht.

Gestern haben wir die Listen für die Kommunalwahl aufgestellt. Und schon bei so wenigen Mitgliedern wie wir es sind, ist so eine Aufstellung nicht leicht – gerade für den „Nachwuchs“ ist es immer schwer sich gegen die „alten Hasen“ durchzusetzen. Aber ich bin zufrieden.

Ich habe Platz eins auf der Liste für den Steinhuder Ortsrat und Platz drei für den Stadtrat. Damit habe ich alle Chancen, die kommenden fünf Jahre wirklich aktiv mitgestalten zu können – und ich freue mich jetzt schon auf dem 11.09.2011 – und kann den Wahlabend kaum noch erwarten….

 

Sehr interessanter Leserbrief zum „Lidl in Steinhude“