Archiv für Fernsehen

VG Media

Die VG Media ist ein Haufen eine Gesellschaft zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen. Puh. Das klingt wichtig. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die ProSiebenSat.1 Media AG sowie die RTL Television GmbH.

Uns, dem Endkunden, bringt dieser Laden zunächst einmal – nichts. Gegenstandt der VG Media ist die treuhänderische Wahrnehmung von Rechten und Ansprüchen, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz für Medienunternehmen ergeben sowie die Verteilung der erzielten Einnahmen an die Berechtigten. Klingt trotzdem wichtig.

Jetzt, bzw. seit Anfang des Jahres fordert dieser Haufen diese Gesellschaft nun Gebühren für EPG-Daten. EPG-Daten zeigen das Fernsehprogramm z.B. im Internet, auf Set-Top-Boxen oder auf meinem Fernseher. DAS Fernsehprogramm! Und dafür wollen diese Damen und Herren jetzt Gebühren haben… Faszinierend.

Das Open-Source-Projekt TV-Browser hat draufhin schon die Daten von 16 Sendern aus seiner Zeitschrift entfernt.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat nun vor dem Landgericht Köln eine Feststellungsklage gegen diese VG eingereicht, um feststellen zu lassen, dass dieser Laden diese Gesellschaft kein Anspruch auf Gebühren für EPGs hat.

Ich finde die Gebühren toll. Man sollte die auch Fernsehzeitungen auferlegen (oder zahlen die schon?). Wer will schon noch Fernsehprogramme haben – es läuft es fast nur noch Schrott. Ich glaube, damit schneiden die Sender sich wirklich ins eigene Fleisch.

Öffentlich-Rechtliches Fernsehen – Ein Modell mit Zukunft?

BR, hr, mdr, NDR (1,2,3,4, Radio Niedersachsen, n-joy, usw.), radiobremen, rbb, sr, swr, wdr, ARD, ARD digital, arte, phoenix, 3sat, kika, Deutschlandfunk, Deutschlandradio, Deutsche Welle.

All diese Sender, mit all Ihren „Untersendern“ gehören zu einer Programmgruppe der öffentlich-rechtlichen Sendern. Nämlich zur ARD, zum Ersten oder wie auch immer der genaue Sammelbegriff für diesen Senderwulst ist. Einige davon werden gemeinsam mit dem „Zweiten“, d.h. mit dem ZDF betrieben. Das ZDF steuert den gebührenfinanzierten Sendern noch ZDF, ZDF Infokanal, ZDF Dokukanal und den weltbekannten ZDF Theaterkanal bei. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den so genannten öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der in dem jeweiligen Landesrundfunkgesetz verankert ist. Danach müssen die Programme den Zuschauern umfassend und ausgewogen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung anbieten. Dabei sind auch bestimmte journalistische und ethische Prinzipien einzuhalten.

Um das zu gewährleisten, leisten wir uns neun Landesrundfunkanstalten – mir ist leider noch nicht klar, wofür es diese Institutionen genau gibt. Vielleicht kann mir da der eine oder andere Leser dieses Blogs weiterhelfen.

Um diesen riesiegen Programm-und Verwaltungsapparat zu finanzieren gibt es eine Behörde, die für uns die Rundfunkgebühren eintreibt. Die GEZ. Die GEZ kostete uns im Jahr 2006 schlappe 162,4 Mio Euro. Für diese Summe hat die GEZ von uns Bürgern, 7,286 Milliarden eintreiben lassen.

Mit dieser Summe finanzieren wir die am Anfang dieses Textes genannten Sender und deren Internetseiten. Dazu kommen natürlich noch Werbeeinnahmen und Gelder über Sponsoring.

Viele Bürger, so zum Beispiel meine Wenigkeit, finanzieren also ein System, welches sie nicht haben wollen oder nur in sehr geringem Umfang nutzen. Und was bringt mir die Gebührenfinanzierung wenn öffentlich-rechtliche Radioprogramme gefühlt genauso viel Werbung bringen wie die privaten – und auch sonst so gut wie keine Mehrwerte?

Das System der Grundversorgung und der gebührenfinanzierten Sender hat sich m.E. im 21. Jahrhundert überholt. Ein riesiger Verwaltungsapparat will nur noch verwaltet und finanziert werden und der eigentliche Sinn ist irgendwann in den letzten 20 Jahren verloren gegangen.

Anstelle ein Milliardengrab „private Deutsche Bahn“ zu schaufeln, sollte man lieber mal über die privatisierung der Rundfunkanstalten nachdenken, ggf. über ein Pay-TV-Modell oder was auch immer. Aber so wie es ist, kann es doch wirklich nicht mehr weitergehen.