Archiv für Europa

Griechenland – Zeit, endlich zu handeln

Eines vorweg: Ich bin weder Dipl. Ökonom noch wirtschaftsweiser, kein Berufspolitiker, kein Bankenchef, weder Volkswirt noch Behördenleiter – aber ich bin es echt leid. Ich bin es leid, wie in diesem Land Politik gemacht wird, wie in diesem Land der Lobbyismus regiert und ich bin es leid, wie die BILD (meiner Meinung nach) derzeit eine Hetzkampagne nach der anderen startet.

Derzeit täglich auf der Titelseite der Bild: Die Griechenland-Krise. Täglich Überschriften wie (frei zitiert bzw. formuliert): Warum müssen wir Deutschen den Griechen Geld geben? Warum müssen wir von unserem Geld den anderen was abgeben? Die Griechen sind doch selber schuld – sollen sie dahin gehen wo der Pfeffer wächst. „Tschüs Euros, euch sehen wir nie wieder“ oder auch „So hat Griechenland die EU betrogen “.

Und heute nun titelt die BILD, dass ja wohl jedes EU-Land selber für seine Schulden aufkommen müsse und wir uns da gefälligst raushalten sollen.

Und dann? Wollen wir, dass Griechenland den Staats-Bankrott anmelden muss? Wollen wir dabei zusehen, wie dieses Debakel andere EU-Länder wie Spanien, Portugal, Italien und dann irgendwann auch uns mit in den Abgrund zieht? Wollen Sie das, liebe BILD-Redakteure?

Es ist nicht die Zeit Hetzkampagnen zu starten, es ist nicht die Zeit zu lamentieren und mit dem Zeigefinger auf die anderen zu zeigen. Es ist Zeit endlich mal etwas zu tun. Europaweit. Alle gemeinsam. Es ist an der Zeit aufzuwachen, den Wahlkampf mal für 5 Minuten zur Seite zu schieben. Für uns und für unsere Kinder. Gewartet, taktiert und lamentiert haben wir wirklich lange genug.

Das ist meine Meinung.

Papa Staat passt schon auf uns auf

Guido Westerwelle hat einmal in einem Interview im TV gesagt, wenn er morgens aufstehe und im Bademantel am Frühstückstisch sitze, dann ärgere er sich auch über zu hohe Managergehälter und diskutiere leidenschaftlich darüber, aber sobald er den Bademantel gegen seine Arbeitskleidung tausche, wäre das ein Thema, dass ihn als Politiker nicht zu beschäftigen habe.

So geht es mir auch häufig. Zum Beispiel beim Thema Rauchen oder Nichtrauchen. Ich bin Nichtraucher seit ich auf der Welt bin. Nie hat eine Zigarette oder ähnliches seinen Weg in meinen Mund gefunden. Ich mag den Geruch von Zigaretten nicht, den Geruch an meiner Kleidung nach einem Diskobesuch und das Gequalme in Restaurants geht mir voll auf den Geist. ABER das ist meine private Meinung, nichts anderes – und die unterscheidet sich grundlegend von meiner politischen Meinung.

Denn ich bin der Meinung, dass jeder Mensch auch das Recht hat, ungesunde Sachen zu machen, Sachen die ich nicht mag, die ich nie machen würde, die ich doof oder inakzeptabel finde. Solange sie mich nicht in meiner Freiheit einschränken. Niemand wird ernsthaft behaupten, Rauchen sei gesund. Es gehört zur Freiheit in unserem Land dazu, Dinge zu machen, die auch ungesund oder gefährlich sind. Es gibt genügend andere Freizeitbeschäftigungen, die auch ungesund oder auch total bescheuert zu sein scheinen, aber niemand kommt (bisher!!) auf die Idee sie zu verbieten oder gesellschaftlich zu ächten: Cliff-Diving, Bungee-Jumping, Alkohol trinken, Autorennen fahren, und vieles vieles mehr.

Dennoch spielen sich unsere Politiker in diesem Bereich (das Rauchen) und aktuelle auch vermehrt in immer mehr anderen Bereichen, als Moralapostel auf, die uns vorschreiben wollen, was wir in unserer Freiheit tun und lassen sollen, was anständig oder unanständig ist.

Auffälligerweise passiert das immer dann gehäuft, wenn gerade mal wieder auf wirklich elementare Fragen in diesem Land keine Antwort gefunden wird. Also sucht man sich Nebenkriegsschauplätze auf denen man vermeintlich leicht punkten kann. Der neueste Coup, um noch mal zum Rauchen zurück zu kommen, sind SCHOCK-Bilder auf Zigaretten-Packungen. Diese Bilder sollen dem Raucher ein schlechtes Gewissen machen und ihn moralisch ächten. Das ist übrigens eine Idee der SPD. Besonders interessant finde ich diese Angriffe auf Raucher auch immer vor dem Hintergrund vor der Tabacksteuer, die immerhin Glimmstengel im Wert von über 5 Milliarden Euro jährlich versteuern kann. Egal.

Wie wäre es, zukünftig auf allen Formel-Eins-Wagen ein Bild vom brennenden Niki Lauda abzulichten, mit dem Spruch „Rennfahren kann zu schwersten Brandverletzungen führen“??

Unsere Politiker, unfähig die wirklichen Probleme des angehenden 21. Jahrhunderts zu lösen, kämpfen auf Nebenschauplätzen, suchen sich leichte Gegner und spielen Moralapostel, die wir nicht haben wollen.

Sie stellen internetversierte User als pädophile dar, Computerspieler und Paintballspieler als Amokläufer, Raucher als Bösewichte, HARTZ IV-Empfänger als unrasierte Schmarotzer des Sozialstaates, Immigranten als Gefahr für unsere Arbeitsplätze, Menschen mit anderem Glauben als Terroristen, und Menschen, die sich für humanes sterben aussprechen als Mörder. Und alle Menschen dieses Landes sind sowieso potentielle Terroristen und Verbrecher, alle stehen unter Generalverdacht, denn sonst würden wir keine Vorratsdatenspeicherung, keine biometrischen Pässe benötigen.

Wir sind über 80 Millionen Menschen in diesem Land, wir können selber entscheiden, wie wir unser Leben gestalten, was wir in unsere Freizeit unternehmen. Wir können gemeinsam Werte und Normen leben und weiter entwickeln – hierfür brauchen wir keine realitätsfremden Politiker aus den Bundes-und Landtagen, deren einzige Qualität manchmal das rumschwafeln und Arschkriechen zu sein scheint.

Entscheidungshilfe zur Europawahl

Auch zur Europawahl gibt der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung wieder Entscheidungshilfen zur Auswahl der passensten Partei. So werden alle Parteien und Ihre Wahlprogramme zur Wahl vorgestellt, können verglichen werden und mit Hilfe der Wahl-O-Mat-Anwendung kann auch eine Schnellauswahl anhand ausgewählter Thesen getroffen werden.

Mein Ergebnis überrascht mich nicht wirklich, bringt aber auch mich zum Nachdenken:

1. Piratenpartei
2. FDP

Israel, Palästina und die einseitige Presse

Egal ob im Radio, TV oder in der Presse, in keinem Satz in dem das Wort Hamas vorkommt fehlt der Zusatz „radikalpalästinensische Organisation“ oder wahlweise „islamistische Organisation“ und ähnliches.

Wie wäre es, auch mal bei der Nennung von „Israel“ immer einen Zusatz zu nutzen? Anbieten würde sich z.B. „angriffskriegführende Israelis“ oder „gegen das Völkerrecht handelnde“ oder alternativ auch „zivilistenmordende“ oder „menschenrechtsverletzende“ Israelis.

Aber so was ist hier in Deutschland, wo Israelis einen Persil-Schein für alle Gräueltaten haben, nicht zu erwarten. Vielmehr folgt weiterhin einseitige und gefilterte Berichterstattung. Wie heute morgen im Radio, als berichtet wurde, dass eine (ich wiederhole: EINE) Rakete der Hamas in Israel eingeschlagen ist. Jeden Tag schicken die Israelis Tonnen von Sprengkörpern in den Gazastreifen und töten Menschen, aber unsere Presse berichtet lieber von der einen (!) Rakete die mal wieder Israel getroffen hat.

Immerhin: „Israel missachtet das humanitäre Völkerrecht“, sagte jetzt EU-Entwicklungskommissar Louis Michel der belgischen Zeitung „La Libre Belgique“. Israel habe bei seiner Offensive im Gaza-Streifen die Pflicht, das Leben der Bevölkerung zu erhalten und für deren Schutz und Ernährung zu sorgen, sagte Michel. „Das geschieht offensichtlich nicht“. Die Lage sei „dramatisch“, und das Verhalten Israels gerade als demokratischer Staat nur schwer zu akzeptieren, kritisierte der belgische Kommissar.

Das ist immerhin ein Anfang.

EU, Lissabon, Irland, Deutschland – Hö?

Letzten Freitag war der 13. Und die Iren haben abgestimmt. Über einen Vertrag aus Lissabon. Die werden schon wissen worum es da genau geht, immerhin sind sie das einzige Land in Europa in dem das Volk gefragt wurde. In allen anderen entscheiden die jew. Regierungen. Aber, worüber eigentlich? Was steht in diesem Vertrag denn überhaupt drin? Wer hat den eigentlich mal gelesen?

Ich hege ja die Vermutung, dass kein einziger Deutscher Bürger den kompletten Vertrag, der eigentlich mal Verfassung hiess, bisher gelesen hat. Wer daran Interesse hat, nach einigen Recherchen habe ich ihn gefunden. 479 Seiten lang als pdf. Viel Spaß beim Lesen. Bereits Titel und Inhaltsverzeichnis sind 18 (!) Seiten lang.

Wem das zu antrengend ist, der kann mal im Blog der „Zeit“ in Kurzform nachlesen worum es danach geht, und sich danach vielleicht eine eigene Meinung bilden:

Was Sie nie über das neue Europa wissen wollten. Aber sollten

Nachtrag 20.06.: Einen sehr interessanten Artikel zum Thema gibts auch beim Spiegelfechter: Europäische Kakophonie

„[…]Innen- und damit Verfassungsminister Schäuble bewies seine Demokratieliebe und sein Verständnis für völkerrechtlich bindende Vertragstexte mit dem saloppen Rat, man dürfe das „nicht überbewerten“, „ein paar Millionen Iren könnten ja kaum eine Entscheidung für Europa treffen“. Bleibt abzuwarten, wie lange es noch dauert, bis Schäuble offen sagt, zwölf Verfassungsrichter in Karlsruhe könnten ja kaum Entscheidungen für Deutschland fällen.[…]“