Archiv für Bundestagswahl

Der große Wahlplakat-Check. Heute die SPD

plakat13_merkel_kompetenz-dataJetzt hängen auch vermehrt SPD-Plakate in der Gegend herum. Zumeist Großflächen und dazwischen dann Kandidaten-Plakate. Slogans in A2/A1 sind mir noch gar nicht wirklich aufgefallen. Aber egal, gucken wir mal, was die SPD so für uns tun will.

Allen Plakaten eins ist der Slogan „Das WIR entscheidet“ – dazu wurde eigentlich schon genug gesagt und geschrieben. Ich will nur ergänzen, dass ich den Slogan schrecklich finde – denn „Wir“ bedeutet aus meiner Sicht „Ihr“ – und dass heisst oftmals nichts gutes 🙁

  • Wir für mehr Kitaplätze
  • Wir für bezahlbare Mieten
  • Wir für den gesetzlichen Mindestlohn
  • Wir für ein Alter ohne Armut
  • Merkels Kompetenzteam?
  • Privatsphäre. Neuland für Merkel?
  • Beste Regierung seit der Einheit?

Tja, also nach den ersten Plakaten war ich sicher, dass die SPD nicht regieren will. Nach den letzten war ich überzeugt davon. Zunächst keine Aussagen, die sich von irgendeiner anderen Partei abgrenzen. Denn wer will schon keine bezahlbaren Mieten? Dann immerhin der Mindestlohn um sich dezent von FDP/CDU abzugrenzen.

Und dann wird es ganz armselig. Es wird nur noch auf den Gegner, und zwar sehr personalisiert, eingedroschen. Und das auch noch entweder ohne Sinn und Verstand „Kompetenzteam“ oder so, dass es die meisten Wähler nicht verstehen werden „Neuland“.

Ein Satz zum Thema Kompetenzteam. Herr Dr. Rösler sagte zuletzt sehr schön, dass man den Fachkräftemangel perfekt am Kompetenzteam der SPD sehen könne.

Insgesamt bringen die Plakate auch bei der SPD keine neuen Erkenntnisse, wie ich finde. Das eindreschen auf den demokratischen Gegner finde ich ganz armselig, das weglassen jeder sozialdemokratischen Themen bedauerlich. Der Versuch sich in allgemeine Phrasen zu retten ist misslungen.

Ich glaube nicht, dass sich von diesen Aussagen jemand überzeugen lassen wird die SPD zu wählen…

Der große Wahlplakat-Check. Heute die CDU

ci_61405Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Ich muss es wissen, habe gestern die ersten Plakate aufhängen (müssen)… Mit dem sensationellen Slogan „Starke Mitte“ – ich bin ja sowas von begeistert.

Aber machen die anderen Parteien es besser? Heute mal bei der CDU geguckt. Da finden wir Perlen wie:

– Jede Familie ist anders – und uns besonders wichtig.
– Wachstum braucht Weitblick – und einen stabilen Euro.
– Gemeinsam erfolgreich
– Gute Arbeit und neue Ideen – so bleibt Deutschland erfolgreich
– Gemeinsam erfolgreich
– Solide Finanzen sind wichtig
– Mehr für Familien
– Starke Wirtschaft
– Sichere Arbeit

Also da lehnt sich Mama Merkel wirklich weit aus dem Fenster mit diesen Aussagen…. Die sind so weichgewaschen als wenn man alle Wahlkampfstrategen vorher zwei Wochen mit Perwoll gewaschen hätte. Da steckt wirklich gar nichts dahinter. Keine Einzige Aussage, die nicht zu fast jeder anderen Partei passen würde. Denn (fast) niemand würde doch ernsthaft Gegenargumente für „Sichere Arbeit“ oder „Mehr für Familien“ finden.

Vielleicht noch eine Ergänzung: Auf jedem Bild werden wir von total glücklichen Leuten angegrinst. Das ist schon fast anstrengend.

Das kommt mir vor wie beim Radio. Bloss keine Ecken oder Kanten zeigen. Nichts sagen (oder im Radio: spielen) was irgendjemanden verschrecken könnte. Bloss kein Profil zeigen. OMG.

Das wird vermutlich ein wirklich, wirklich leerer und hohler Wahlkampf. Und vermutlich macht die CDU damit alles richtig. Denn das Merkel-Fähnlein-im-Winde ändert seine Meinung ja eh nach Stimmungslage mal so mal so. So kann man Ihr im Nachhinein nicht vorwerfen irgendwas anderes gesagt zu haben….

Die kommenden Tage gucke ich mal, ob die anderen Parteien mehr Profil zeigen. Und ich kann schon mal andeuten, dass es sowas auch Anno 2013 durchaus noch gibt.

Wahlkampfveranstaltung der FDP in Hannover

Heute Abend ab 20.00 traf sich die Spitze der Hannoverschen/Niedersächsischen FDP, gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden Westerwelle in Hannovers Kuppelsaal zu einer letzten großen Wahlkampfveranstaltung der Landeshauptstadt.

Bilder von der Veranstaltung gibts nachfolgend:

Den Wahlkampf aus der virtuellen Welt tragen

Wir sind drin. Jeden Tag. Stunde für Stunde. Im Internet, in der virtuellen Realität. Wir lassen uns mit Informationen im Sekundentakt befeuern, egal ob per Gezwitscher oder über Blogs und andere Nachrichtenseiten. Und wir werden immer politischer. Wir sind unzufrieden mit der Politik, den Parteien, den Politikern. Wir, die Generation C64 (ich liebe diesen Begriff).

Wir teilen unsere Unzufriedenheit anderen Menschen anderen Menschen aus der Communitiy, die ähnlich sind wie wir online mit. Aber dann? Viel zu wenige Gedanken, Proteste und Informationen dringen an die Öffentlichkeit, die nicht ständig online ist. Und wir wundern uns manchmal, warum uns denn niemand wahrnimmt, uns offenbar niemand zuhören will.

Ist das wirklich verwunderlich? So sehr sich das Internet, insbesondere das WWW in den letzten 15 Jahren auch verbreitet und in unserem Alltag unentbehrlich gemacht hat, so deutlich muss man auch sagen, dass es für viele Menschen einfach noch nicht zum täglichen Leben gehört. Und auch diese Menschen gilt es zu erreichen, wenn wir wollen, dass man uns ernst nimmt, uns zuhört.

Netzpolitik in die Offline-Welt bringen
Der erste Schritt ist der Freundes- und Bekanntenkreis. Der Freund/die Freundin vielleicht nicht – meine ist zumindest schon sehr genervt, wenn ich täglich über Politik lamentiere. Aber im Freundeskreis haben wir immer wieder sehr spannende und interessante, kontroverse Diskussionen über die aktuelle politische Lage. Das macht wirklich Spaß, bringt neue Erkenntnisse und informiert auch über den eigenen Horizont hinaus.

Natürlich können und sollten wir auch an Demonstrationen teilnehmen (z.B. Freiheit statt Angst, am 12.09.09). Aber auch hier bleibt der fade Beigeschmack, dass das Thema 1-2 Tage in der Presse ist – und das war es dann auch wieder.

Und nun?
Ich habe für mich, neben twittern und bloggen und den Diskussionen im Freundeskreis, ein weiteres Medium entdeckt. Damit gelingt es mir immer wieder, auch politisch nicht so involvierte zu einem Gespräch zu reizen. Es ist wie in der Werbung: Durch Verwirrung, Hingucker oder ähnliches ziehen wir die Blicke auf uns und motivieren zum Nachdenken. Und neben einer bunten Haarpracht (was bei mir leider nicht mehr gut möglich ist) fallen wir am ehesten durch unsere Kleidung auf. Wir könnten also wie ein bunter Vogel durch die Gegend rennen und hoffen, dass uns jemand anspricht. Leider wird der Sprung zur Politik dann vermutlich doch etwas holperig.

Stasi 2.0 und Zensursula
Also wäre es doch schön, wenn wir mit unserer Kleidung einfach vorab schon eine „Nachricht“ transportieren könnten. Vorgemacht haben es Stasi 2.0 und Zensursula, die seit Monaten die Vorderseite von vielen T-Shirts zieren. Oder „Make Love not War“ – dieser Slogan ziert seit vielen Jahren T-Shirts, Jacken, Taschen und mehr.

Bild: Shirtcity

Bild: Shirtcity

Im Internet-Zeitalter gibt es nun viele (neue) Möglichkeiten, seine politischen Nachrichten auch auf dem T-Shirt zu präsentieren. Selbst die eigene Gestaltung stellt online niemanden mehr vor größere Probleme. Bei Preisen um 20,00 € ist auch dieser kein Argument mehr dagegen.

So habe ich nunmehr eine kleine Auswahl an politischen T-Shirts zu Hause im Schrank und je nach Stimmung und Wochentag kann ich verschiedene „Parolen“, „Slogans“ oder einfache Aussagen auf meiner Brust durch die Gegend tragen.

Eine große Auswahl (über 100 derzeit) an politischen T-Shirts gibt es z.B. bei Shirtcity. Hier ist auch die eigene Gestaltung möglich. Wer will kann dort sogar seinen eigenen Shop erstellen und damit vielleicht die Kosten für die eigenen T-Shirts refinanzieren 😉

Bundesrat winkt Zensursula durch. Nachfrage an den Wirtschafstminister (FDP)

Philipp Rösler. Foto: http://www.philipp-roesler.de/

Philipp Rösler. Foto: http://www.philipp-roesler.de/

Sehr geehrter Herr Rösler,

ich bin sehr enttäuscht darüber, dass der Bundesrat, mit den Stimmen der FDP-mitregierten Ländern, am letzten Freitag das „Zensurgesetz“ zur „Sperrung von kinderpornographischen Seiten“ mit durchgewunken hat.

Ich will hier gar nicht auf Details des Gesetzes eingehen, dass ist in den letzten Wochen ausführlich diskutiert worden (aber offenbar nicht ausführlich genug)

Aber nachdem die FDP im Bundestag geschlossen dagegen gestimmt hat und in unserem Land deutlich die Empörung über das Abstimmverhalten der Grünen zu spüren war (wegen der vielen Enthaltungen) kann ich es wirklich nicht fassen, dass das Gesetz den Bundesrat nun ohne weiteres passiert hat.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie mir erklären könnten, wie es zu diesem Stimmungswechsel in der FDP gekommen ist.

Außerdem frage ich mich, wie wir mit dieser Haltung noch ernsthaft einen Internet-Wahlkampf führen können? Denn durch die hier gezeigte Haltung lässt sich in der „Generation C64“ kein Blumentopf mehr gewinnen. Im Gegenteil: Das zeigt auch der momentan sehr deutliche Zulauf zur Piratenpartei.

Mit freundlichen Grüßen

Thorben Rump

Deutschlandtour 09 der FDP-Bundestagsfraktion – am 03.07. auch in Wunstorf/Steinhude

(Wunstorf, 30.06.2009) Deutschlandtour 09 der FDP-Bundestagsfraktion: Das fahrende Klassenzimmer kommt nach Wunstorf /Steinhude

Das „Schuljahr“ der Großen Koalition neigt sich dem Ende zu. Zeit, dass sich auch Union und SPD dem Urteil derer stellen, für die sie gearbeitet haben: die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Die FDP-Bundestagsfraktion geht in diesem Jahr mit einem „fahrenden Klassenzimmer“ auf Deutschlandtour 09 und bittet die Menschen, der Bundesregierung ein Zeugnis auszustellen. Glaubwürdigkeit und Betragen von Schwarz-Rot können genauso bewertet werden wie die Fächer Steuer-, Gesundheits- oder Rentenpolitik.

Am Freitag den 03.07.09 macht die Deutschlandtour 09 Halt in Wunstorf/Steinhude Von 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr steht der Infobus mit dem fahrenden Klassenzimmer auf dem Strandterassen.

Vor Ort informiert die/der Bundestagsabgeordnete Patrick Döring über die Arbeit der FDP-Bundestagsfraktion in der 16. Legislaturperiode und steht für Gespräche zur Verfügung. „Das Wichtigste in der parlamentarischen Arbeit sind nicht Sitzungen und Beschlüsse, sondern das Wichtigste sind die Menschen, für die wir unsere Politik machen“, erklärt .

Insgesamt fährt die Patrick Döring Deutschlandtour 09 der FDP-Bundestagsfraktion vom 8. Juni bis zum 16. Juli 2009 über 80 Stationen in der gesamten Republik an.

Weitere Informationen finden Sie unter www.deutschlandtour09.de

Bild: FDP-Bundestagsfraktion