Archiv für Abmahnung

Juristische Keule schwingen

Es ist vermutlich keine Überraschung: Mit Abmahnungen lässt sich viel Geld verdienen. Und daher ist es wohl in Mode gekommen, erst Anwälte einzuschalten und Abmahnungen zu verschicken anstelle einfach mal mit einander zu reden. Ich finde diese Entwicklung erschreckend und arm.

Aktuell wurde eine Agentur für die ich arbeite abgemahnt. Weil wir eine Datei zum Download falsch benannt haben. Und zwar konnte man aus dem Dateinamen eines Gerichtsurteiles leider den Namen des Beklagten erkennen. Das ist natürlich unser Fehler. Nach dem Hinweis auf den Fehler haben wir das innerhalb einer halben Stunde geändert. Reicht das nicht?

Muß man dafür einen Anwalt einschalten, Unterlassungserklärung fordern und dazu fast 800€ verlangen?

Ist es zuviel verlangt, vorab einfach mal um Korrektur zu bitten?

Vielleicht bin ich einfach zu blauäugig oder zu naiv für diese Welt….

Verklagt und zugenäht

Überall um uns herum geschehen Verbrechen, illegale Sachen werden getrieben, Vergehen begangen, Verbote ignoriert und bösartige Allianzen geschlossen. Zum Glück gibt es ein Mittel gegen all das Übel dieser Welt: wir können die Bösen verklagen.

Und dabei ist es wichtig, dass nur erfolgreiche Firmen verklagt werden, denn nur dort ist auch was Anständiges zu holen. Wie z.B. bei Microsoft, die ja dafür bestraft werden, dass sie ein Betriebssystem verkaufen und weitere Software mitliefern. Wie böse. Wird eigentlich irgendjemand gezwungen MS-Software zu kaufen? Ich glaube nicht.

Bei meinem Mac freue ich mich darüber, dass ein Software-Komplett-Paket dabei liegt. Naja, egal. Seit Apple mehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, versucht man natürlich auch hier etwas zu holen, denn die scheinen ja mittlerweile auch Geld zu verdienen. Also verklagen wir Apple, weil iTunes nur mit iPods vernünftig zusammen arbeitet (Da fällt mir auf, meine Rechtschreibprüfung kennt den iPod nicht – vielleicht auch verklagen?) – bzw. wer iTunes-Songs auf einem anderen Player spielen will, muss ein paar Klicks mehr machen. Das kann ich natürlich verstehen, dass Verbraucherschützer da einschreiten müssen.

Hier ein paar Vorschläge, wen man noch alles wegen Inkompatibilitäten verklagen könnte:

  • Ölkonzerne – weil Diesel nicht in meinem Otto-Motor funktioniert
  • Sony, Nintendo, Ms – weil deren Konsolenspiele nur auf der jeweils eigenen Konsole spielbar sind
  • BMW, Audi, VW, etc. – weil ich keine Honda-Ersatzteile an deren Autos bauen kann
  • Hersteller von DVD-Playern, weil diese keine VHS-Kassetten mehr abspielen
  • Sony mal wieder – weil nur Memory-Sticks in deren Kameras passen

Diese Liste ließe sich beliebig weiterführen. Für Vorschläge bin ich jederzeit dankbar.