Moderne Wegelagerei

Unter Terrorismus (lat. terror „Furcht“, „Schrecken“) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B.: Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen.[1] Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Terroristen streben zwar nach Veränderungen der bestehenden Ordnung, doch greifen sie nicht militärisch nach Raum (wie z. B. der Guerillero), sondern wollen das Denken besetzen.

So steht es bei Wikipedia.de. Eine aktuelle Nachricht auf Heise.de schreibt: “Webhoster muss Torrent-Portal Torrent.to vom Netz nehmen“. Ein Niederländischer Hoster muss eine Seite vom Netz nehmen und die Daten der Inhaber rausnehmen, weil die GVU meint dass das Torrent.to vorrangig für deutschsprachige Nutzer ausgelegt sei und somit Indizien sehe, dass das Portal von Deutschen betrieben wird.

Jeden Tag kann man solche Meldungen lesen. Google soll verklagt werden weil Sie auf irgendwelche Seiten verlinken, Hoster sollen Internetzugänge sperren, Staatsanwaltschaften sollen die Daten der User herausrücken, Jugendliche werden mit überteuerten Abmahnungen abkassiert ,Werbespots werden verbreitet die „Raubkopierer“ als Verbrecher darstellen und so weiter und so weiter.

„Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten. […]Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie.“

Seit Jahren werden wir gegängelt und, obwohl wir zahlende Kunden sind, als Verbrecher tituliert. Die Platten-, CD-, DVD-, Kino-, was auch immer-Industrie versucht ihre Versäumnisse auf uns abzuladen und sieht als pauschal Schuldige nur noch die „Raubkopierer“. Nicht die mangelnde Qualität, nicht die überteuerten Produkte oder die unendlich nervenden „Features“ auf DVDs und CDs (Wie ein Kopierschutz der manchmal das Abspielen komplett verhindert oder User-Daten ausspäht) sind schuld – nein wir, die KUNDEN sind es.

Und so werden täglich Abmahnungen geschrieben, Lobby-Arbeit im Bundestag und auf europäischer Ebene betrieben, Kunden verklagt, Datenschutzverletzungen begangen, Zensur vorangetrieben und niemand unternimmt etwas dagegen.

WIR können etwas dagegen unternehmen. Zeigen wir diesen Industriegiganten wer wir sind – die Kunden. Zeigen wir Ihnen was passiert, wenn wir sie boykottieren. Wenn wir nur einen Monat lang keine CDs oder DVDs mehr kaufen würden, dann würden diese Firmen vielleicht mal merken was sie da tun. Daran würde niemand pleite gehen, aber es würde vielleicht mal weh tun und den einen oder anderen aufwecken.

Ohne uns Kunden sind diese Firmen gar nichts. Für mich ist das moderner Terrorismus oder Wegelagerei. Hier wird die Kuh geschlachtet, die man eigentlich melken will.

Es wird Zeit, dass wir Verbraucher uns endlich mal wehren.

Und ja, ich bin sauer. Sauer, dass das seit Jahren so geht und niemand etwas dagegen unternimmt.

4 Kommentare

  1. Jan sagt:

    Oft sind die Entscheider leider einfach nur Ahnungslos. Das kann auch mal den normalen Menschen zugute kommen… manchmal.

  2. Der Chef sagt:

    Gerade gelesen, dass manchmal unsere Gerichte noch gegen die Industrie entscheiden…

    http://www.golem.de/0807/61034.html

  3. Der Chef sagt:

    „Das schnallen Politik und Contentwirtschaft aber erst, wenn man sie mit der Nase drauf stößt und seinen Unmut dazu laut genug äußert und das auch genug Menschen tun.“

    Da bin ich dabei… 🙂

  4. Jan sagt:

    Für mich stellt sich das Problem anders dar. Der Bürger sitzt lethargisch zuhause rum und regt sich maximal über solche Fehlentwicklungen auf, die Musikindustrie bezahlt aber PR-Leute um die Regierungen so zu beeinflussen, dass Gesetze in ihrem Sinn dabei rauskommen.

    Das zweite können (und sollten) wir nicht ändern aber das erste schon. Durch Kontakt zu den Abgeordneten unserer Gegend zum Beispiel oder Demonstrationen und Aufklärung der Öffentlichkeit.

    Gewiss mag ein Boykott bei den großen Konzernen ankommen, aber die wissen ganz genau, wie lange sowas in Wahrheit hält (wenn nicht genügt ein Anruf bei Nokia, wo man sich wahrscheinlich immer noch kaputtlacht über die bescheuerten Deutschen mit ihrem Möchtegern-Konsumverzicht, der offensichtlich nur zwei Wochen lang gehalten hat).

    So ein Boykott macht von den großen niemanden Pleite, weder Plattenkonzerne noch Mediamärkte.

    Aber den kleinen CD-Laden an der Ecke, sofern es ihn überhaupt noch gibt in diesen harten Zeiten, zwingt er womöglich dazu, aufzugeben oder jemanden zu entlassen – und schon gäbe es Opfer, die niemand wollen kann.

    Gleichwohl sind die von dir angeführten Punkte alle richtig. Es ist eine Sache, seine Inhalte sonstwie zu verschlüsseln und seine Kunden zu nerven – Kunde wird man ja freiwillig. Nur das Internet zu einer Art Spitzelnetz für Copyrightverletzungen auszubauen und alles zu verbannen, was sich irgendwie eignet, illegale Inhalte zu verbreiten, kann natürlich keine Lösung sein.

    Das schnallen Politik und Contentwirtschaft aber erst, wenn man sie mit der Nase drauf stößt und seinen Unmut dazu laut genug äußert und das auch genug Menschen tun.