Wie geht es weiter mit der Realschule Steinhude

Gestern fand in der Graf-Wilhelm-Schule Steinhude ein Informationsabend zur Zukunft der selbigen statt. Die Schule läuft zum Jahr 2020 aus, hat derzeit noch 80 Schülerinnen und es werden naturgemäß jedes Jahr weniger. Da kann die Sorge entstehen, dass die Unterrichtsversorgung zukünftig nicht mehr gewährleistet werden kann.

Daher waren gestern sowohl Vertreter der Schulleitung, der Stadt Wunstorf sowie der niedersächsischen Landesschulbehörde als auch Rektorinnen benachbarter Schulen vor Ort um über die möglichen Wege zu sprechen.

Die Schulleitung ist davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, mit immer weniger Klassen und damit auch immer weniger Lehrerstunden den Unterrichtsbetrieb bis 2020 aufrecht zu erhalten. Durch die geringe Anzahl an Schülerinnen und Schülern sei es schon bald nicht mehr möglich eine vernünftige Auswahl an Kursen anzubieten. Dadurch und durch die steigende Fluktuation von Lehrkräften würden sei es aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll die Schule weiterhin auslaufen zu lassen, sondern sinnvoller schon 2018 einen Schlussstrich zu ziehen.

Von Seiten der Landesschulbehörde (Herr Bittner) wurde zugesagt, dass man alles im Rahmen der Möglichkeiten mögliche tun werde um möglichst bis 2020 die Versorgung mit Lehrkräften, auf Basis der Schülerzahlen bereitzustellen. Klingt schwammig? War es auch. Solange eine Schule 12 Schüler habe könne man den Betrieb aufrecht erhalten. Ob das sinnvoll sei, sei eine andere Frage.

Herr Blume von der Stadt Wunstorf betonte, dass Rat und Verwaltung an dem bestehenden Beschluss festhalten werden, die Schule bis 2020 auslaufen zu lassen.

Alternativen?
Aber was sind die Alternativen für die Steinhuder Schüler/innen? Zum einen gibt es in Wunstorf die Otto-Hahn-Schule in der Barne zum anderen die IGS in der Kernstadt. Beide Schulen sind jedoch schon jetzt überfüllt (Die IGS muss regelmäßig durch Losverfahren entscheiden, welche Schüler sie aufnimmt). Beide Schulen haben derzeit ein Raumproblem und könnten mit den vorhandenen Räumlichkeiten keine weiteren Schüler aufnehmen. Hierfür könnten sich aber Lösungen finden. Dazu gibt es die Möglichkeit zu Schulen in anderen Städten zu wechseln, die Wunstorf nicht vorhält: Zum Beispiel die KGS in Neustadt oder die Oberschule in Lindhorst.

Natürlich könne man vereinzelt immer wieder einzelne Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Diese müssten sich dann halt an eine neue Schule und neue Klassenkameraden gewöhnen – hätten aber eine gesicherte Unterrichtsversorgung bis zum Abschluss.

Möglich sei auch, komplette Klassen zu übernehmen und diese auch im Verbund zu lassen. Hier müsse nur das Raumproblem gelöst werden. Und natürlich bräuchten sowohl die Otto-Hahn-Schule als auch die IGS dafür wiederum neue Lehrkräfte – und hier herrsche in Niedersachsen, besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern, akuter Fachkräftemangel. Schade.

Und nun?
Die GWS läuft aus. Das steht fest. Die Schülerzahlen sinken, das ist auch sicher. Die Versorgung mit Lehrkräften wird nicht besser, aber irgendwie sichergestellt. Die Alternativen können mit einem breitgefächerten Angebot punkten, haben aber Platzprobleme und zumindest die Otto-Hahn-Schule liegt am so ziemlich am weitest entfernten Punkt der Stadt (von Steinhude aus betrachtet), den man sich vorstellen kann.

Der Schulelternrat wird jetzt eine Umfrage unter den betroffenen Eltern starten um herauszufinden, wie diese die Zukunft Ihrer Kinder in der Schule planen: Durchhalten, sofort wechseln, vielleicht später, mal gucken…. Wenn hier eine deutliche Mehrheit plane die Schule vorzeitig zu verlassen würde man einen Beschluss fassen und diesen der Stadt vorlegen. Dann müsste sich wiederum der Rat der Stadt damit befassen und könnte einen neuen Beschluss fassen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, habe aber das Gefühl, dass es keine wirklich gute Lösung für unsere Kinder gibt. Die Schule vor Ort ist schwer zu ersetzen und ich bin derzeit umso unglücklicher mit dem Beschluss der Stadt, die Schule auslaufen zu lassen. Es wäre aus meiner Sicht nicht nötig gewesen.

Aktuell bin ich aber noch der Meinung, dass „durchhalten“ die bessere Lösung sein könnte. Wie seht Ihr das?

 

2 Kommentare

  1. admin sagt:

    Liebe Nadine, die Realschule ist definitiv ein Auslaufmodel. Es werden keine neuen Kinder mehr eingeschult, schon jetzt gibt es keine 5. Klasse mehr. Von daher sind die Eltern jetziger Kindergartenkinder zwar betroffen, weil es keine Realschule mehr in Steinhude gibt – aber die Überlegungen ob die Schule jetzt ausläuft oder vorab geschlossen wird, betrifft diese Eltern nicht mehr.

    Von daher sehe ich spontan wenig Sinn darin, die Eltern (zu denen ich auch gehöre) hier in die Umfrage mit einzubeziehen.

  2. Nadine Riechel sagt:

    Hallo Thorben,
    Vielen Dank für deine Informationen über die Schließung bzw. Das Auslaufen der GWS. Meine Tochter geht noch in den Kindergarten, aber man beschäft sich ja trotzdem schon mit diesem Thema und die Zukunft seiner Kinder. Ich verfolge dieses Thema mit großem Interesse. Vielleicht sollte man bei der Befragung auch die Eltern der Kindergärten in Steinhude und Großenheidorn einbeziehen. Es leben ja nicht gerade wenig zukünftige Schulkinder in den Orten.

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