The same procedure… II

In unsere Region wird gerade lustiges Benzinpreiseraten gespielt. Raten Sie mal um wie viel die Preise verschiedener Tankstellen des gleichen Konzern innerhalb einer Stadt abweichen können – Hier sind es 7-9Cent pro Liter.

Benzin wird nicht mehr billiger. Ich denke das sollte jedem klar sein. Der Weg zeigt nach oben und wir können nicht einmal richtig böse sein. Wir verfeuern die Ressourcen dieser Welt und beklagen uns darüber, dass es ach so teuer geworden ist, die Welt zu zerstören.

Naja, wo ich eigentlich drauf hinaus wollte – wir können uns bei den Mineralölkonzernen wirklich nicht beklagen. Wer kann es ihnen übel nehmen, den Preis so zu gestalten dass er fette Gewinne abwirft. Solange wir bereit sind zu zahlen (und offenbar sind wir das) wird ein wirtschaftlich denkender Manager die Schraube weiter anziehen, denn die wollen verdienen solange sie können.

Aber jährlich wiederholen sich die Riten wo der ADAC und manche Politiker, denen sonst keiner zuhört, wieder laut lamentieren, der Sprit sei zu teuer, sie reden von Abzocke und manche dann von der bösen Politik, die ja soviel Steuern verlangt. Jedes Jahr das gleiche.

Aber ich sage, es ist eigentlich richtig so. Benzin wird knapp. Benzin verpestet die Umwelt. Öl kann für andere, wichtigere Dinge genutzt werden anstatt es einfach zu verbrennen. Es muss teuer sein. Mobilität mit dem eigenen Auto ist kein Grundrecht.

Leider fehlt es an Alternativen zum Otto (oder Diesel)- Motor. Und ich befürchte, es wird keine geben, solange wir das Benzin zu noch so horrenden Preisen kaufen. (Und auch der öffentliche Nahverkehr ist keine wirkliche Alternative). Denn von unseren Mehrausgaben profitiert sowohl die Wirtschaft als auch die Politik. Und die werden nichts ändern, solange es noch läuft wie es läuft.

Es wird sich also in den nächsten Jahren nichts ändern. Wir werden schimpfen, trotzdem zahlen, es wird keine echten Alternativen geben, und ab und zu werden ein paar Populisten und Demagogen über die Mineralölkonzerne und die Politiker schimpfen und das war es…

7 Kommentare

  1. Jan sagt:

    Boykotte funktionieren erfahrungsgemäß nur, wenn genügend Menschen mitmachen. Und das setzt voraus, dass es echte Alternativen gibt – was ja augenscheinlich nicht der Fall ist.

    Protestschreiben und Demos mögen irgendwann zu Steuersenkungen führen aber das scheint ja nicht unbedingt das zu sein, was du dir vorstellst. Andere Maßnahmen um das Problem steigender Mobilitätskosten in den Griff zu kriegen sollte die Regierung meiner Meinung nach allerdings lieber nicht ergreifen.

  2. Der Chef sagt:

    Da unsere (aktuellen) Regierungspolitiker leider jedoch nicht mit Geld umgehen können, würde eine halbierung der Steuer nur durch Schulden oder radikale Kürzungen in anderen Bereichen aufgefangen werden…. Und trotzdem denke ich, der Effekt wäre nur sehr kurzfristig und würde durch fettere Gewinne der Mineralölkonzerne bald wieder ausgeglichen werden.Wir können also nicht erwarten, dass die Industrie oder die Politik einfach so etwas unternimmt. Da stellt sich mir die Frage, was können wir, wir Bürger, das Wahlvieh unternehmen? Hilft ein Boykott bestimmter Marken, tonnenweise Protestschreiben an die Regierungen, Demos, Streiks,… Würde etwas davon wirklich ankommen und etwas ändern?

    Oder resignieren wir weiter, schweigen und ertragen es geduldig, wie wir Deutschen das ja besonders gut können?

  3. Jan sagt:

    Überschlag mal bitte ganz oberflächlich, was eine Halbierung der Spritsteuer einer Durchschnittsfamilie innerhalb eines Jahres sparen würde. Natürlich steigen die Preise und natürlich tun sie das mit wie ohne Steuer (mit allerdings logischerweise schneller) aber warum die Leute unnötig belasten?

    Zumal du und ich ja nun wirklich nichts für den Stand der Technik können. Und das VW und BMW längst nicht mehr in erster Linie für den deutschen Markt mit seinen deutschen Benzinpreisen produzieren, ist ja auch kein Geheimnis.

    Unsere Politik meint zwar, sie könnte die Hersteller und Kunden entsprechend ideologisch beeinflussen. Aber es zeigt sich doch, dass man nicht mal eben so den Weltmarkt überholen kann, wir müssen uns da schon ein wenig anpassen.

    Hybrid ist nichtmal ein erster Schritt sondern nichts als Show. Die Dinger kosten wesentlich mehr und verbrauchen nicht weniger Sprit (unter anderem weil sie deutlich schwerer sind). Hybridfahrzeuge sind ja auch keine Abkehr von der gängigen Motorentechnik sondern bestenfalls eine Weiterentwicklung.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die großen Autokonzerne kein Interesse daran haben, zusammen mit dem Erdölzeitalter irgendwann in der Versenkung zu verschwinden. Ansätze gibts ja auch bereits jede Menge – ich würde da einfach mal zu ein wenig Vertrauen in die Industrie raten. Nur werden die damit erst rausrücken, wenns ihnen passt und nicht wenn ein kleines Völkchen über zu hohe Benzinpreise kotzt.

  4. Der Chef sagt:

    Da hast Du auch wieder Recht. Nur leider löst beides nicht das grundlegende Problem – ÖL ist nur endlich vorhanden und selbst wenn die Steuern runtergingen, in 1-2 Jahren hätten die Preise vermutlich da Niveau von heute wieder erreicht. Also hilft m.E. nur die konsequente weiterentwicklung von alternativen Antrieben. Der Hybrid ist ein 1. Schritt zum sparsamen Verbrauch, mehr ab auch nicht. Diesel ist überhaupt keine Lösung. Also müssen lösungen her, die uns unabhängig von Öl Mobilität gewährleisten. Aber wie gesagt, ich glaube das ist derzeit weder von Politik noch von der Industrie gewollt.

  5. Jan sagt:

    Erst wegnehmen und dann zurückzahlen? Sicher, damit hast du zumindest die Sicherheit, dass du wirklich nur Arbeitswege finanziell entlastest.

    Die Wege zum Kindergarten, zur Schule, zur Uni oder auch nur zum Lebensmittelhöker bleiben dann allerdings trotz ihrer unbedingten Notwendigkeit teuer.

    Deswegen und um Bürokratie zu sparen, bin ich dann doch eher für fairere Spritbesteuerung.

  6. Der Chef sagt:

    Da hast du natürlich Recht. Ich finde deswegen, dass die Pendlerpauschale auch unbedingt wieder ab dem 1. Cent gelten sollte, weil so diejenigen, die das Fahrzeug für die Arbeit brauchen wieder entlastet werden.

  7. Jan sagt:

    „Mobilität mit dem eigenen Auto ist kein Grundrecht.“

    Das rechtfertigt vielleicht, keine staatlichen Eingriffe in die Preispolitik der Ölkonzerne zu fordern. Die hohen und höher werdenden Steuern rechtfertigt es nicht. Die meisten Vielfahrer nutzen ihre Mobilität nicht zum Spaß, sondern um die vielen Millionen zu verdienen, die der Staat an den übrigen Steuern einnimmt. Es ist ja nicht so, dass der Finanzminister nicht auch direkt etwas von der Mobilität hätte.