Mit Tattoos Politik machen

Es ist schon ein Leid. Da bin ich jetzt seit drei Jahren in der Politik aktiv (ja ich weiß, das ist noch nicht wirklich lang) aber die Möglichkeiten etwas zu bewegen sind doch arg eingeschränkt. Der Weg nach „oben“ ist sehr lang und, um es mal deutlich zu sagen, von „Stiefel- und AXXXX-lecken“ geprägt. Außerdem muss man sich biegen und winden um voran zu kommen und kann auf dem Wege schon einmal seine Überzeugungen liegen lassen bzw. verlieren. Das ist aber nicht mein Weg. Ich habe meine Meinung (oder bilde sie mir) und stehe auch dazu. Entscheidungen zu treffen bedeutet eben immer, entweder das Richtige oder auch mal das Falsche zu tun. Wichtig ist es dazu zu stehen. Egal wie es ausgeht. Ohne Fehler hätten wir kaum eine Möglichkeit etwas neues zu lernen.

Aber ich schweife komplett ab, eigentlich wollte ich wo ganz anders hin. Ich diskutiere gerne über Politik, sowohl hier im Blog, auf anderen Webseiten, mit Freunden oder auch auf manchen Veranstaltungen. Was mir aber total schwer fällt, ist es z.B. auf einem Wahlkampfstand direkt auf Leute zuzugehen und überhaupt Fremden Menschen meine Meinung kund zu tun. Das ärgert mich immer wieder. Ist ein wenig wie beim Kennenlernen einer Frau: Ohne guten Aufhänger geht gar nichts.

Wie hier schon 1-2 Mal berichtet, finde ich T-Shirts mit interessanten Aussagen sehr gut um das Eis zu brechen. Oftmals werde ich wegen des Motives oder der Aussage angesprochen und es entwickeln sich interessante Gespräche. Ich werde oftmals sogar im Schwimmbad wegen unseres aufblasbaren FDP-Balls angesprochen – ja, warum nicht.

Eine weitere Möglichkeit meine Meinung ohne ein gesprochenes Wort zum Ausdruck zu bringen ist mir jetzt durch Zufall über den Weg gelaufen: Meine Partnerin liebt diese Renovierungssendungen im TV. Da kann sie stundenlang vorsitzen und sich für unsere Wohnung „inspirieren“ lassen. Zum Glück muss ich nicht mit gucken.

Zuletzt ist sie auf die Idee gekommen unsere Wände zu tätowieren. Das sei ganz einfach, günstig und auch nicht für immer. Man könne so ein Tattoo immer wieder abmachen wenn es einem nicht mehr gefällt! Hö? Ich war verwirrt, aber seit kurzem hängt so ein Tattoo in unserem Schlafzimmer, und ich muss sagen, es gefällt mir. Das ganze sieht in etwa so aus:

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich die Chance nicht beim Schopfe gepackt hätte und auch einen (klitzekleinen) Profit aus der Situation geschlagen hätte. Denn um nicht die ganze Wohnung mit Tribals, Tieren oder Bordüren verschönern zu lassen, habe ich an der Entscheidungsfindung für neue Motive teilgenommen und meine Wünsche durchsetzen können (na gut, zumindest ansatzweise).

Neben Kochrezepten und „Guten Appetit“ gibt es im Internet auch „tiefsinnigere“ Motive:

Und damit schließt sich der Kreis. Denn auch auf diese Weise kann man Freunde und Bekannte, Besucher und Gäste zum Gespräch motivieren – der Aufhänger ist die Wanddekoration.

Wer also seine Meinung kundtun und gleichzeitig die Partnerin glücklich machen, für den ist das vielleicht eine interessante Alternative. Was meint Ihr?

(Bilder: www.wandtattoos.de)

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