Einfach mal machen…

Ein einzelner Fussball-Fan kann in einem Stadion kaum etwas erreichen. Nur wenn viele zusammen kommen ist es möglich, diese Gänsehaut-Atmosphäre zu erzeugen. Wenn aber nun jeder einzelne denken würde, dass er nichts bewirken kann, dann wären die Stadien leer und die Stimmung nicht vorhanden.

So ist es oft im Leben. Wie oft denken wir, dass wir mit dem was wir tun nichts bewirken, weil es keine Auswirkung auf das Große Ganze hat – und deswegen lassen wir es dann gleich bleiben – und so passiert….. nichts….Gerade wir Deutschen scheinen dazu zu neigen es lieber sein zu lassen, wenn wir nicht die 100%-Lösung umsetzen können.

Aber worauf will ich eigentlich hinaus? Ich hatte letztens mal wieder ein „aha“-Erlebniss. Ich habe bei Quarks & Co einen Podcast über Müll gesehen (und mal wieder feststellen müssen, wie dämlich dass ist, wenn ständig die Einblendung kommt, dass der laufende Beitrag aus rechtlichen Gründen im Internet nicht gezeigt werden darf). Der Podcast war sehr interessant und insbesondere der Part über Plastikmüll, der viele 100 Jahre braucht um auch nur im Ansatz abgebaut zu werden. Und wir kippen den Scheiß immer noch ins unsere Meere.

Und wenn wir uns mal im Laden umgucken, dann haben wir zu 90% nur noch Plastikflaschen und davon der größte Teil Einwegpfandflaschen, die geschreddert und dann…. tja, ins Meer gekippt, zu Plastiktüten verarbeitet, nach China verkauft oder was auch immer werden…

Also habe ich spontan entschieden auf Einwegpfand komplett zu verzichten. Ab sofort. Einfach mal machen. Kann doch nicht so schwer sein.

  • Wasser ist kein Problem – die guten alten Glasflaschen sind überall günstig zu bekommen und unserer Meinung nach schmeckt das Wasser auch besser als aus Plastik-Flaschen.
  • Bier – sowieso kein Problem. Würde ich eh niemals aus Plastik-Flaschen trinken.
  • Erfrischungsgetränke – hier fangen die Probleme an, Brause gibt es auch in Glasflaschen, Getränke der Coca Cola Company sind quasi nur noch in Plastik zu haben – immerhin Mehrweg. Aber ich überlege hier auf die 0.2l Flaschen umzusteigen. Ein großer frischer Schluck und weg, mehr passt aktuell eh nicht mehr in meinen Ernährungsplan.
  • Orangensaft – das gab richtige Probleme. Regalmeter um Regalmeter mit Plastikflaschen und Tetrapacks. Und dann, ganz am Ende ein Meter mit Glasflaschen. Etwa 3x so teuer wie die Plastik-Flaschen beim Discounter. Aua. Egal, gekauft.

Apropos Tetrapack – da ist doch auch viel Schrott drin, oder? Oder ist das Zeugs besser als Plastikflaschen?

Naja, wir werden versuchen das durchzuhalten. Aber schon jetzt zeigt sich – Umweltbewusstsein ist nichts für Leute, die wirklich auf jeden Cent achten müssen. Denn in der Regel sind Getränke aus der Plastikflasche erheblich preiswerter zu haben. Das ist ein Trend in die falsche Richtung, wie ich finde.

Und wer jetzt gleich kommt mit „Verpackungsmüll ist viel mehr“, „dieses ist viel schlimmer“ usw. usf. der hat mich nicht verstanden. Ich will nicht immer gleich und auf einmal die Welt retten und das große Fass aufmachen – ich denke viel mehr, dass auch Kleinigkeiten weiter helfen – umso mehr, wenn viele „Fans“ mitmachen, damit wir genug sind um erhört zu werden…

 

 

3 Kommentare

  1. Thorben sagt:

    Es ist eben schon viel Aufwand wirklich umweltbewusst einzukaufen – aber wie ich schon schrieb – lieber ein bisschen Müll vermeiden als gar keinen. Einfach machen… 🙂

  2. tirstoff sagt:

    Finde ich gut, haben wir auch schon groesstenteils umgesetzt.
    Tetrapaks sind aus Plastik, Karton und ich glaube auch manchmal
    etwas Alu hergestellt. Die kann man kaum recyclen, hoechstens
    verbrennen.
    Der Tipp mit ratiodrink.de klingt gut: Wenig Plastik fuer sehr viel
    Getraenk.
    Beim Einkaufen auf dem Markt lohnt es sich, Stofftaschen
    mitzubringen. Dann faellt kein Plastik und viel weniger Papier an.
    Nur im Supermarkt ist es nach wie vor schwierig. Aber man kann,
    wenn man genug verbraucht, wenigstens Grosspackungen statt
    Kleinstpackungen nehmen. Und ganz vermeiden sollte man solche
    Verpackungen, in denen jedes einzelne kleine Teil in der Verpackung
    nochmal eingepackt ist (Babybell, einige Suessigkeiten, fiese
    Kaffeesorten in Einzeldosisaluverpackung usw.).
    Natuerlich koennte man auch mit leeren Keksdosen in den Supermarkt,
    dort dann alle Verpackungen lassen und umpacken. Aber das ist schon
    arg viel Aufwand…
    😉

  3. flippah sagt:

    Bei Säften würde ich mal http://www.ratiodrink.de versuchen. Von denen hab ich immer einen Kanister Apfelsaftkonzentrat im Büroschrank, so dass ich mir stets meine Apfelschorle (aus Leitungswasser und dem Konzentrat) machen kann.