Argentinien ist pleite – Der Journalismus offenbar auch…

Argentinien ist pleite. Was dass bedeutet? Ich weiss es nicht. Spiegel online teasert heute einen Artikel mit den Worten, dass das für die Menschen im Land dramatische Folgen habe.

Das kann gut sein, ich frage mich nur, welche?!

Nun spart man im Artikel nicht an dramatischen Formulierungen: Da ist von Geierfonds die Rede, es drohen wohl Inflation, Währungsschwäche und Unruhen. Wieso, warum? Wird natürlich nicht erklärt.

1680 Prozent Gewinn hat so ein Geierfond erwirtschaften wollen – klingt auf jeden Fall besser als das 16fache zu gewinnen. 1680 Prozent – das klingt echt nach bösen Geierfonds.

Wichtig ist auf jeden Fall auch dass der „gerichtlich bestellte Mittelsmann, dazu abermals seine Bürosuite im 27. Stock eines Wolkenkratzers an der Park Avenue in New York öffnete und Kaffee und Kaltgetränke zur Stärkung servierte. – Ich bin total begeistert.

Delegationen stürmen aus dem Haus, wettern auf die Geier, Verhandlungen werden 12 Stunden non-stop geführt, von brutalen Mitteln wie Pfändungen ist die Rede, alle sind heiser und erschöpft..

Aber was das nun wirklich bedeutet, wie sich ein Staatsbankrott wirklich auswirkt, auf Regierung und Bürger, was auf die Menschen zukommen kann – KEIN WORT darüber. Dafür hätte man vermutlich Ahnung von so einer Sache haben müssen und/oder recherchieren müssen. Beides heutzutage für unsere Qualitätsmedien offenbar keine Optionen mehr. Schade…

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/argentinien-ist-pleite-verhandlungen-mit-hedgefonds-gescheitert-a-983742.html

Ein Kommentar

  1. tirstoff sagt:

    Stimmt – es ist immer einfacher, schwammig dramatische Folgen in den Raum zu stellen, als konkret zu benennen, wie diese Folgen denn sein wuerden.
    Wenn es Dich interessiert, hier ein aktueller Artikel zum Beispiel medizinischer Versorgung in Griechenland, dem es vor dem Zusammenbruch ja deutlich besser als Argentinien ging:

    http://www.oya-online.de/article/read/1385-solidaritaet_als_akt_des_widerstands.html

    Und ein etwas aelterer Artikel ebenfalls ueber Griechenland ueber einen Stadtteil von Athen, in dem quasi ein gesetzfreier Raum entstanden ist:

    http://www.oya-online.de/article/read/831-freiraeume_schuetzen.html?omit_overlay=53c53df0bb267