Archiv für Oktober 2011

Ein, zwei Gedanken zum Thema E-Books

Heute morgen habe ich in der HAZ gelesen, dass die Buchverlage ganz heiß darauf sind, endlich mit E-Books Geld zu machen aber dabei große Angst vor den bösen Raubkopierern haben, die derzeit noch über 60% aller Downloads ausmachen sollen. Immerhin wirft man keine wilden Zahlen von wirtschaftlichen Schäden vor sich hin.

Gestern hat mich eine Kollegin gefragt, was ich von E-Book-Readern halte und welchen ich empfehlen würde.

Tja, das ist nicht so einfach. Denn die Verlage machen momentan genau die Fehler, die auch die Musikindustrie zu Anfang dieses Jahrtausends gemacht hat. Sie gängelt Ihre Kunden durch geschlossene Systeme, DRM, Kopierschutzmaßnahmen und völlig überteuerte Preise.

Ein kleiner Blick zur Musikindustrie würde reichen um zu sehen, dass erst mit der Abschaffung von DRM der Durchbruch von legalen Download-Portalen geschafft wurde.

Denn heute ein E-Book zu kaufen bedeutet, sich in der Regel vorher auf einen oder zwei Anbieter festzulegen. Es bedeutet, die gekauften Bücher nicht wieder weiter verkaufen zu können. Es bedeutet die gekauften Bücher nicht verleihen zu können. Ja, manchmal ist nicht einmal eine Sicherungskopie möglich. Die neue Steve-Jobs Biographie zum Beispiel kostet bei Amazon gebunden 24,99€. Als E-Book immerhin noch 19,99€. Für die oben genannten Nachteile ist das doch ein geringes Trostpflaster – wo sich die Verlage doch immerhin Druck, Papier, Transport und Personal sparen können.

Da ist es kaum verwunderlich, dass es bis zum endgültigen Durchbruch noch ein weiter Weg ist und sich viele User einfach die Bücher illegal als pdf-Dokument runterladen. Das können Sie kopieren, auf allen Rechnern und Tablets konsumieren, verleihen, sichern und am Ende wieder löschen oder archivieren.

Parkplatzchaos in Steinhude: Was tut die Politik?

An diesem Wochenende war es wieder einmal soweit: Tausende von Tages- und Wochenendgästen strömten, bevorzugt mit dem eigenen Auto, nach Steinhude. Die Campingplätze füllten sich bereits am Freitag Mittag und nur 24h später war zumindest eines wieder einmal knapp im Ort: Parkplätze. Der einzige Großparkplatz, direkt am Meer war bereits nach wenigen Stunden völlig überfüllt, so dass die unzähligen Besucher sind durch die Nebenstraßen wälzten und jede noch so kleine Lücke als Parkplatz zu nutzen wussten.

So werden aus eigentlich zweispurigen Straßen  einspurige, bei denen jeder Fahrer nur hoffen kann, dass ihm kein SUV oder vielleicht sogar ein Bus entgegen kommen möge. Kreuzungen werden komplett zugeparkt, locker mal einen halben Meter oder Meter zu weit in die Fahrbahn.

Dazwischen kämpfen die Parkplatz-Suchenden mit Fahrradfahrern und Straßen überquerenden Fußgängern um die letzten Meter freier Fahrt auf der Fahrbahn und es grenzt an ein Wunder, dass es hier nicht häufiger zu Unfällen kommt. Nein, das ist kein Einzelfall, kein Ausnahmezustand, das ist die ständige Realität an Wochenenden mit schönem Wetter oder interessanten Veranstaltungen in Steinhude.

Es gibt zu wenige Parkplätze in Meernähe. Die Menschen kommen nach Steinhude um ans Meer zu gehen. Von daher helfen keine Parkplätze die drei, vier  oder fünf  Kiliometer entfernt liegen. Diese werden nicht oder zu wenig genutzt.

Es gibt keinen Park & Ride Service, der öffentliche Nahverkehr ist völlig unflexibel und überlastet.  Zu manchen Stunden fahren am Wochenende gar keine Busse von Wunstorf nach Steinhude, in guten Zeiten maximal ein bis zwei Wagen. Natürlich keine Gelenkbusse, so dass oftmals schon in Klein Heidorn wegen Platznot niemand mehr zusteigen kann.

Falschparker werden nicht oder nur selten bestraft. Es kann nicht sein, dass verkehrsgefährdendes Parken nicht bestraft wird. Parkzeiten werden überschritten und Parkverbote  ignoriert. Kontrollen werden nur sehr selten durchgeführt.

Es fehlt offenbar der Wille in der Politik hier ein tragfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. Nur eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen bringt meines Erachtens Erfolg: Die Ausweisung neuer Parkfläche in Meernähe, ein flexibles Park & Ride System sowie die Ausweitung von Wochenend-Halteverboten mit strengeren Kontrollen.  Eine Kombination dieser Maßnahmen würde den Verkehr, die Anwohner, die Touristen und auch die Umwelt in Steinhude deutlich entlasten.

In den letzten Jahren hat die Politik dieses Thema komplett verschlafen, wie lange müssen wir noch warten bis sich etwas bewegt?