Archiv für Juli 2008

Moderne Wegelagerei

Unter Terrorismus (lat. terror „Furcht“, „Schrecken“) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B.: Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen.[1] Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Terroristen streben zwar nach Veränderungen der bestehenden Ordnung, doch greifen sie nicht militärisch nach Raum (wie z. B. der Guerillero), sondern wollen das Denken besetzen.

So steht es bei Wikipedia.de. Eine aktuelle Nachricht auf Heise.de schreibt: “Webhoster muss Torrent-Portal Torrent.to vom Netz nehmen“. Ein Niederländischer Hoster muss eine Seite vom Netz nehmen und die Daten der Inhaber rausnehmen, weil die GVU meint dass das Torrent.to vorrangig für deutschsprachige Nutzer ausgelegt sei und somit Indizien sehe, dass das Portal von Deutschen betrieben wird.

Jeden Tag kann man solche Meldungen lesen. Google soll verklagt werden weil Sie auf irgendwelche Seiten verlinken, Hoster sollen Internetzugänge sperren, Staatsanwaltschaften sollen die Daten der User herausrücken, Jugendliche werden mit überteuerten Abmahnungen abkassiert ,Werbespots werden verbreitet die „Raubkopierer“ als Verbrecher darstellen und so weiter und so weiter.

„Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten. […]Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie.“

Seit Jahren werden wir gegängelt und, obwohl wir zahlende Kunden sind, als Verbrecher tituliert. Die Platten-, CD-, DVD-, Kino-, was auch immer-Industrie versucht ihre Versäumnisse auf uns abzuladen und sieht als pauschal Schuldige nur noch die „Raubkopierer“. Nicht die mangelnde Qualität, nicht die überteuerten Produkte oder die unendlich nervenden „Features“ auf DVDs und CDs (Wie ein Kopierschutz der manchmal das Abspielen komplett verhindert oder User-Daten ausspäht) sind schuld – nein wir, die KUNDEN sind es.

Und so werden täglich Abmahnungen geschrieben, Lobby-Arbeit im Bundestag und auf europäischer Ebene betrieben, Kunden verklagt, Datenschutzverletzungen begangen, Zensur vorangetrieben und niemand unternimmt etwas dagegen.

WIR können etwas dagegen unternehmen. Zeigen wir diesen Industriegiganten wer wir sind – die Kunden. Zeigen wir Ihnen was passiert, wenn wir sie boykottieren. Wenn wir nur einen Monat lang keine CDs oder DVDs mehr kaufen würden, dann würden diese Firmen vielleicht mal merken was sie da tun. Daran würde niemand pleite gehen, aber es würde vielleicht mal weh tun und den einen oder anderen aufwecken.

Ohne uns Kunden sind diese Firmen gar nichts. Für mich ist das moderner Terrorismus oder Wegelagerei. Hier wird die Kuh geschlachtet, die man eigentlich melken will.

Es wird Zeit, dass wir Verbraucher uns endlich mal wehren.

Und ja, ich bin sauer. Sauer, dass das seit Jahren so geht und niemand etwas dagegen unternimmt.

Warum?

Viele Freunde fragen mich, warum ich mir das antue. Warum ich in einer Partei bin, mich politisch engagiere. Das bringe doch eh nichts. Wir können eh nichts bewirken gegen „die da oben“.

Gestern habe ich ein Zitat (leider vergessen von wem) gelesen, welches all meine Antworten auf einen Punkt bringt:

„Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden als ständig über die Dunkelheit zu meckern“

Sommerfest des Bezirksverbandes

Unser Bezirksverband lud vor einiger Zeit zum Sommerfest ein. In geselliger Runde sollte im Schloss Bückeburg, bzw. im Café daneben, gefeiert werden. Zuvor lud man noch zu einer (kostenpflichtigen) Führung im Schloss ein.

Also Freundin und Kinder eingepackt und nichts wie hin. Wir haben das Schloss auch zeitig gefunden, nur leider sind wir auf der falschen Seite gelandet und brauchten so noch knapp 20min um den richtigen Eingang zur Führung zu finden, die aber gerade erst angefangen hatte. Selbige war dann auch kurzweilig und interessant, und als wir endlich ins Jagdzimmer kamen auch für die Kurzen (3,4 und 5) interessant.

Dann ging es in den Biergarten des Cafés, der auch schon blau-gelb geschmückt war und es wurde geredet. Willkommen hier, Ehrung da, Gast-Beitrag hier drüben und so weiter. Nur vom Feiern, Essen oder Trinken war keine Spur. Seltsam. Also selber mit Currywurst und Fritten, Cola und Apfelschorle versorgt und auf mehr „Party“ gehofft. Aber Pustekuchen. Noch mehr Ehrungen und Reden und so weiter und so fort.

Keine Party, nur eine Band/Combo/Truppe (ein sog. Spielkreis der ortsansässigen Musikschule), die versuchte so was ähnliches wie Musik zu machen aber schon bei den ersten Tönen komplett scheiterte.

Liebe Leute, da hatte ich irgendwie was anderes erwartet – war vielleicht mein Fehler. Immerhin war da ein Spielplatz, so dass die Kinder noch Ihren Spaß hatten und ich habe mich mal wieder im Rahmen der Partei sehen lassen, wenigstens etwas….

Für uns Erwachsene war es letzten Endes aber irgendwie nicht aufregender als eine Gräte am Strand.

Anonym telefonieren?

Das Unternehmen simonym.com verkauft Predpaid Sim-Karten und verspricht, dass diese absolut anonym sein, d.h. ohne Kopplung an Benutzerdaten. „Unser Produkt „Anonyme SIM Karte“ ist bereits vollständig freigeschaltet und aktiviert, es erfolgt keine Registrierung auf Ihren Namen. Die Sim-Karte bzw. Rufnummer kann somit nicht Ihren persönlichen Daten zugeordnet werden.“

Es handelt sich letzten Endes um D1-Extra-Karten bzw. e-Plus Phonehouse-Tarife. Diese können preislich mit aktuellen Angeboten der nicht-anonymisierten Anbieter nicht mithalten ( 0,19€ bzw. 0,39€ pro Minute bei D!).

Das Unternehmen simonym ist ein Kleinstunternehmen, dass nur weiterverkauft. Wie der Inhaber es schafft, die Karten zu anonymisieren ist mir erstmal unklar.

Im Netz ist bisher nichts schlechtes über den Betreiber bekannt, und wer dringend wert auf anonyme Telefonie legt, für den könnte das System durchaus interessant sein.

Update 10.07.: Wie uns Kefa in den Kommentaren mitteilt und jetzt auch auf der Seite von simonym mitgeteilt wird, wurde der Inhaber der Seite nun von den T-erroristen abgemahnt. O-Ton: „Durch die Veräußerung ‚anonymer SIM-Karten’werde missbräuchliches Verhalten, von belästigenden Telefonanrufen hin bis zur Vorbereitung terroristischer Handlungen, gefördert, wenn die Nutzer der SIM-Karten ‚anonym‘ bleiben.“ – Liebe Telekomiker – bitte erstmal an die eigene Nase fassen.