Archiv für März 2007

Warum Computerspiele Bildungsgüter sind

Die deutsche Politik im Verbotswahn: Rauchen, Fernreisen, Koma-Saufen, Stand-by-Schalter. Ganz oben auf der Verbotsliste: PC-Spiele. Dabei wird von Politikern gern übersehen, dass Computerspiele jungen Menschen helfen können, ins reale Leben einzusteigen.

Von David Pfeifer auf www.welt.de

Beckstein fordert:

„[…] Dazu kann auch jeder Einzelne beitragen. Bei Auffälligkeiten sollten Sicherheitsbehörden unbedingt informiert werden.“ Besonders an den Universitäten sei hohe Aufmerksamkeit erforderlich. Man müsse auf „Studenten und Mitarbeiter“ achten, „die sich durch besondere Verhaltensweisen wie einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Äußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in Richtung islamistischer Fundamentalismus verändern.“ (Pressemitteilung Bayerisches Innenministerium)

Juhu, endlich sind wir wieder in der guten alten Zeit. Jeder kann und soll jeden anschwärzen. Stasi und Gestapo lassen grüssen. Wo kommen wir denn da hin, soll ich jetzt Menschen bei der Polizei melden, nur weil sie den Koran lesen und dieses vorher nicht getan haben? 30jährige die in der Midlife-Krise einen Lebenswandel durchmachen und plötzlich in Lederklamotten auf dicken Harleys herumfahren? Sind Studenten besonders gefährlich oder warum sollen wir unser Augenmerk besonders auf diese Bevölkerungsgruppe legen? Wo fangen wir an, wo soll es aufhören? Wo sollen wir Grenzen stecken?

Herr Beckstein beweist ein ums andere Mal seine absolute Inkompetenz und sollte meiner Meinung nach endlich abtreten. Diese populistischen Äußerungen, dieser Ständige Wunsch Menschenrechte zu missachten bzw. Datenschutz zu umgehen, sollte meiner Meinung nach endlich ein Ende haben.

Ach ja, nicht zu vergessen, nebenbei fordert er in diesem Zusammenhang auch wieder die Möglichkeit von Online-Durchsuchungen: „Es muss auch die Möglichkeit zu Online-Durchsuchungen von Festplatten bestehen, wenn der Verdacht schwerster Straftaten vorliegt. Dafür muss die Bundesregierung eine Rechtsgrundlage schaffen. Die SPD sollte hier nicht länger blockieren.“

Kein Kommentar.

Lokalradio vor dem Aus

Ja, auch Hannover hat ein Lokalradio. Radio Flora (www.radio-flora.de) – und damit ist es wohl bald vorbei.

Denn, am 05. März hat sich der Ausschuss für Bürgerrundfunk und Medienkompetenz gegen eine Lizenzverlängerung für radio flora ausgesprochen. Schließt sich die Versammlung der Landesmedienanstalt am 22. März dieser Empfehlung an, würde das bedeuten, dass die Lizenz des Bürgerradios am 31. März 2009 ausläuft

Hintergrund für die ablehnende Haltung des Fachausschusses sei eine Emnid-Reichweitenumfrage deren Ergebnis radio flora gerade einmal 0,3 Prozent Stammhörer zurechnet.

Hm, Umfragen sind was tolles, das sieht man ja immer vor den Wahlen und auch sonst sind so Statistiken eine wirklich tolle Sache. Meine Lieblings-Statistik-Auswertung hat die BILD in die Welt gesetzt und aus einer Studie herausgelesen, dass Sternzeichen durchaus mit verantwortlich für bestimmte Krankheiten sind. (http://www.bildblog.de/?p=2087).

Also, ich geben nichts mehr auf fremde Statistiken. Genauso nicht auf Emnid-Umfragen. Die haben auch mal bei mir angerufen und kannten die Sender, die ich höre, nicht einmal. Wie bitte? Ja auch das gibt es.

Ich finde die Idee eines Lokalen Mitmach-Radios klasse und ich bin recht befangen, da ich auch schon ein paar Sendungen auf Flora moderiert und gestaltet habe. Wo bitte kann man so was sonst noch machen? Das Programm ist sichtbar eigenwillig aber doch abwechslungsreich und interessant und nur weil sie nicht den gleichen Einheitsbrei der anderen Sender spielen, der nur zu ertragen ist, wenn er nebenbei (leise) vor sich hin dudelt, soll der Sender jetzt seine Lizenzen hergeben? Das kann doch nicht sein.

Jeder kann sich auch online ein Bild (einen Ton?) von Radio Flora machen, denn es gibt auch einen Live-Stream. Und wer dann zu dem Schluss kommt, das nicht Schluss sein darf, dem sei die Unterschriftenliste ans Herz gelegt.

Die endgültige Entscheidung fällt erst am 22. März. Deshalb eben die Radiomachenden noch nicht auf und kämpfen bis zu diesem Tage für die Lizenzverlängerung.

Strom kommt aus der Steckdose

Das steht soweit ja schon mal fest. Nebenbei kostet er auch noch Geld, eine ganze Menge sogar. Und einen echten Wettbewerb gibt es auf dem Markt der Anbieter auch noch nicht. Da sind wir Kunden wirklich machtlos. Wirklich?

Ich sehe das anders. Solange wir faul auf unseren Hintern sitzen und immer nur schimpfen aber selber nichts unternehmen, wird nichts passieren. Soweit so schlecht. Also müssen wir den großen Konzernen zeigen, dass wir nicht mehr bereit sind, Ihre Preise zu zahlen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist da die Lösung.

Nun sagen viele, der Aufwand sei viel zu groß, gerade weil man nicht wirklich viel sparen kann. Dazu folgendes, der Aufwand ist nicht einmal erwähnenswert. Es gibt Anbieter, die tatsächlich etwas dafür tun, neue Kunden zu gewinnen. Z.B. Yellostrom. Online anmelden, 1-2 Zettel die man automatisch zugeschickt bekommt ausfüllen und unterschreiben und abwarten. Kurze Zeit später hat man einen neuen Anbieter, und spart dabei vielleicht sogar noch was.

Das Niedersächsische Umweltministerium hat eine Preisübersicht der Niedersächsischen Stromanbieter veröffentlicht (Strompreise in Niedersachsen). Hier sieht man sehr übersichtlich wo Geld zu sparen ist, und die Einsparungen belaufen sich auf aktuell bis zu 100,00 € im Jahr. Ich finde das ist durchaus eine Summe, für die es sich lohnt 10min Zeit zu investieren.

Und ich bin davon überzeugt, dass wenn nur genug Menschen sich endlich einmal aufraffen und den großen Konzernen kündigen, dann werden auch diese irgendwann einmal aufwachen und merken, dass auch die fetteste Kuh irgendwann nicht mehr bereit ist Milch am Fließband zu liefern.

Pressearbeit ist nicht leicht…

Da sitze ich nun und warte auf Input, um der Presse ab und an auch mal einen kleinen Gaumenschmauß hinwerfen zu können. In dieser Position bin ich natürlich auf unsere Ratspolitiker angewiesen, die sitzen schließlich an der Quelle und wissen was wo los ist. Also nerve ich diese regelmäßig mich doch mit Informationen zu versorgen, leider nur mit mäßigem Erfolg. Einer ist fleissig dabei, die anderen hüllen sich in Schweigen.

Wenn ich aber nun mit einem Ratsmitglied eine neue Pressemitteilung erarbeite, diese von unserem Vorstandsvorsitzenden absegnen lasse und dann verschicke, dann wache manche auf. Warum sie denn nicht auch gefragt wurden? Es könne doch nicht sein, daß wir Presse-Arbeit machen ohne sie zu fragen…

Was soll ich dazu noch sagen?

Wahlkreisversammlung

Letzten Freitag war Wahlkreisversammlung. D.h. wir haben uns mit Parteifreunden aus einer anderen Stadt versammelt um unseren gemeinsamen Landtagskandidaten zu küren. Wer sich das nun langatmig und steif vorstellt, der irrt gewaltig. Wir leben hier aufm Dorfe und auch die nächste Stadt unsere Wahlkreises ist nicht viel größer (zumindest von der Einwohnerzahl her). So konnten wir uns gemütlich in einem Restaurant treffen, ein Bierchen trinken und es war noch genug Platz für viele weitere zahlende Gäste.

Die Abstimmung gestaltete sich schmerzlos. Wir hatten keinen Kandidaten aufgestellt, die anderen hatten einen, dieser wurde einstimmig gewählt. Ende. Dieser Kandidat muß jetzt aber noch in 2 weiteren Versammlungen bestätigt werden, eine davon ist die Landesvertreterversammlung im Juli. Da fahre ich auch hin und habe sogar Stimmrecht.

Dann gabs noch ein paar nette Worte und Anekdoten und das war es dann auch wieder. Wochenende, Schluß mit Politik.

Wozu mehr Kitas?

„Der Union kommen plötzlich Zweifel am Bedarf für neue Kinderbetreuungsplätze.“ (www.spiegel.de)

Stimmt, wer braucht das schon? Wenn ich 5000-6000 € monatlich verdienen müsste könnte meine Frau, wenn Sie wollte, die Erziehung unseres Sohnes in vollen Zügen geniessen und sich ganz auf ihr Mutter-sein konzentrieren. Dann bräuchten wir keine Kitas. Aber irgendwo ist ein Haken. Achja, ich verdiene leider nicht so viel Geld, und wenn ich lese, daß es in Deutschland Jobs mit Stundenlöhnen unter 5,00 € BRUTTO gibt, dann kann ich mir vorstellen, daß ich nicht der einzige bin, dem es so geht.

Aber als MdB hat man diese Probleme ja nicht. Es ist genug Geld vorhanden. Rente/Pension ist gesichert, private Altersvorsorge ist nur was für den Bürger. Die private Krankeversicherung ist auch ganz angenehm. Also wozu mehr Kitas? Braucht die wirklich jemand? Es geht uns doch allen gut. Euch nicht?

Warum nicht?

Hm, ist schon wieder das Sommerloch da? Ich habe so das Gefühl, denn eine unqualifizierte Aussage jagt momentan die nächste. Anstatt Maßnahmen einfach mal durchzusetzen und „Nägel mit Köpfen zu machen“ werden Vorschläge und Appelle verbreitet. Wir könnten ja die Flugzeuge mal stehen lassen und mit dem Rad Urlaub machen. Tonnenweise CO2 würden wir so einsparen. Urlaub vor der Haustür oder auf dem Balkon – bei all den Lohn-Nebenkosten können wir uns bald eh nicht mehr mehr leisten.

Tja und wir könnten ja mal das Auto auch stehen lassen und auf die Bahn umsteigen, vielleicht einen Autofreien Sonntag einstreuen und Biostrom kaufen. Klar könnten wir, aber macht keiner. Jeder lebt in seinem eigenen Microskosmos und hat eigene Probleme. Und was bringt es schon, wenn ICH spare, die anderen sparen ja auch nicht…

Wie wäre es aber zur Abwechslung mal mit Taten statt Worten von unseren gewählten Volksvertretern?

Warum nicht…

  • wie die Australier die Glühbirnen verbieten und Sparlampen fördern
  • Ölheizungen preislich unattraktiv machen und BioHeizungen und Solarenergie fördern
  • Autos, die bestimmte CO2- oder Verbrauchsmengen überschreiten einfach per Gesetz verbieten
  • LKW-Logistik verteuern, damit die Bahn auch für Unternehmen attraktiver wird.
  • Bahn-Pendler steuerlich bevorzugen gegenüber Autofahrern
  • dem gesunden Menschenverstand wenigstens manchmal doch zuhören?

Warum nicht? Weil es zu viele einflussreiche Lobbyisten gibt, die das nicht zulassen. Darum nicht. Wenn unsere Umwelt nicht mehr lebenswert ist hilft den großen Unternehmen auch ihr Geld nicht mehr weiter. Dann ist einfach „Schluß mit Lustig“. Und das nur wegen ein paar Euro mehr. Schade.

Von Killerspielen und KillerSteinen

Es ist bewiesen. Nicht die Killerspiele sind schuld an der Verrohung unserer Jungend. Nein. Wissenschaftler haben eine ganz andere Gefahrenquelle ausfindig gemacht: Die guten alten LEGOsteine. Wir sollten uns dringend Gedanken über ein Verbot von solchen Killersteinen machen. Das wäre doch was für Sie, meine Herren Politiker aus Bayern.

Vorstandssitzung

Da war sie nun. Gestern. Meine 1. Vorstandssitzung. Gerade mal 1.5h saßen wir zusammen, ich hatte gedacht, dass dauert länger. Auf der Agenda standen eigentlich nur Terminvorschauen und die Bestimmung Wahl von Delegierten hierfür. Da ist ein Kreisparteitag kommende Woche, aber ich habe leider keine Zeit, ich muss Babysitten. Ja, auch Männer dürfen/können so etwas im Jahr 2007.

Im Juli ist eine Landesvertreterversammlung. Ich werde als Delegierter hinfahren. Was ist eine Landesvertreterversammlung? Ich habe keine Ahnung, aber ich werde es heraus finden.

Und es ist bald wieder Landtagswahl. Wir werden wohl keinen Abgeordneten stellen. Wäre schon spannend, aber nur um eins auf die Nase zu kriegen, da mich niemand kennt, neee, das erspare ich mir.

Wir wollen unseren Internetauftritt weiter ausbauen und werden uns wohl einen Schaukasten in unserer Fußgängerzone mieten um auch mal außerhalb des Wahlkampfes Lebenszeichen von uns zu geben.

Und was passiert sonst? Ich trete unseren Orts- und Stadträten weiter auf die Füße um Inhalte für neue Pressemitteilungen zu bekommen und wir machen uns Gedanken für eine Verbesserung unseres Erscheinungsbildes. Insbesondere wollen wir attraktiver für Neumitglieder werden und hier ist wirklich Nachholbedarf- denn viele Menschen fragen sich, warum sie denn überhaupt in eine Partei eintreten sollen. Und hier müssen wir ansetzen und Anreize zur Mitarbeit bieten. Das ist nicht so einfach, aber uns wird schon was einfallen. Hoffentlich.